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Schauenburger Schweizer Obstsorte des Jahres 2016

FRUCTUS, die Vereinigung zur Förderung alter Obstsorten, ehrt die einst wichtigste Tafelkirschensorte Schauenburger und verleiht ihr den Titel Schweizer Obstsorte des Jahres 2016. Ihre Geschichte und die grosse Bedeutung für Generationen von Kirschenproduzenten, Kirschenkonsumenten und für die Landschaft der gesamten Nordwestschweiz machen diese Sorte einzigartig.



In Arisdorf BL kürte FRUCTUS zum 9. Mal eine Schweizer Obstsorte des Jahres. Damit rückt FRUCTUS jedes Jahr eine alte Obstsorte mit besonderen Eigenschaften ins Rampenlicht und weist damit auf die Bedeutung alter Obstsorten als kulturelles Erbe und genetische Schatztruhe für die Zukunft hin.

In den Räumen der Spezialitätenbrennerei Ernst Zuber AG, wo in der Vergangenheit tausende Tonnen der Schauenburger angeliefert wurden, würdigten Kaspar Hunziker, Präsident von FRUCTUS, Hanspeter Hauri, FRUCTUS-Experte und Ernst Schläpfer, ehemaliger Leiter der Zentralstelle für Obst- und Weinbau Basel-Landschaft diese Kirschensorte. Sie gaben Einblick in die Geschichte und Bedeutung der Schauenburger im 20. Jahrhundert. Im Anschluss an die Ehrung, die mit einem Gläschen Kirsch oder Chirsi Drink begossen wurde, führte Beat Kaufmann durch seine Hochstamm-Kirschenanlage am Dorfrand, in der einige prächtige Schauenburgerbäume stehen. Kaufmann erntet nach Möglichkeit noch heute Tafelkirschen von den grossen Bäumen.



Die allseits geschätzte, spätreife Tafelkirsche
Obstbauern schätzten an dieser Sorte die regelmässige Ernte, die Regenfestigkeit der Früchte und deren Fähigkeit, mehrere Tage in optimaler Pflückreife am Baum zu hängen. Dem Handel bot die vergleichsweise gute Lager- und Transportfähigkeit der Sorte grosse Vorteile. Als spätreife Sorte passte sie zudem optimal ins Angebot des europäischen Kirschenmarkts. Für die Konsumenten war die braune Schauenburger während Jahrzehnten der Inbegriff einer guten Kirsche. Mit der für die damaligen Verhältnisse grosse Frucht, dem ausgewogenen Aroma und der feste Konsistenz wurde die Kirsche jedes Jahr sehnlichst erwartet.

Mitte der Achtzigerjahre hatte die Schauenburger ihren Zenit überschritten. Neue, attraktivere Kirschensorten, die sich auf kleinkronigen Bäumen anbauen liessen, drängten auf den Markt und genetische Aufspaltungen (Mutationen) verursachten Schwierigkeiten. Als reine Tafelkirsche entsprach die Schauenburger nie den Anforderungen für die industrielle Verarbeitung. Der Verkauf brach ein und bis heute sind tausende der grossen Schauenburgerbäume aus der Landschaft verschwunden.

Die Neigung zu Mutationen bescherte uns aber auch eine hübsche Spielart der Natur: Paul Grieder aus Buus BL entdeckt in den Achtzigerjahren an einem seiner Schauenburgerbäume einen einzelnen Ast mit roten Früchten und dunkler Bauchnaht und pfropfte Reiser dieser „Streifenkirsche“ erfolgreich auf andere Bäume.

Heute hat die Schauenburger nur noch eine kleine Bedeutung im Kirschenanbau. Unübersehbar sind mächtigen Bäume in unsere Kulturlandschaft, wo sie von ästhetischen und ökologischen Wert sind. Für Direktvermarkter und Selbstversorger ist die unkomplizierte und regelmässig tragende Schauenburger jedoch eine gute Alternative zu den gängigen Sorten.

Die Kirschensorte Schauenburger steht stellvertretend für das leise Verschwinden von alten Obstsorten. Mit der jährlichen Ernennung der Obstsorte des Jahres möchte die Vereinigung FRUCTUS die Öffentlichkeit auf die Notwendigkeit der Erhaltung und Förderung alter Obstsorten aufmerksam machen.


Für weitere Information:

Fructus - Vereinigung zur Förderung alter Obstsorten
Franziska Oertli
Schloss 1
8820 Wädenswil
Tel: +41-58 460 61 02
[email protected]

www.fructus.ch
Erscheinungsdatum:

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