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Der Apfel, eine Frucht mit weltweiter enormer Bedeutung

Weltweit wurden im Jahr 2013 in etwa 824 Mio. Tonnen Frischobst produziert. Der Anteil des Apfels erreichte mit 81 Mio. Tonnen beachtliche 12 Prozent. Damit ist der Apfel nach Bananen das wichtigste Frischobst. Dicht gefolgt von Weintrauben mit 77 Mio. Tonnen und Orangen mit 71 Mio. Tonnen. Zieht man alle pflanzlichen Kulturen heran, liegt der Apfel immerhin noch an der 20. Stelle. Zum Vergleich: Die mengenmäßig bedeutendste Kulturpflanze ist Zuckerrohr, gefolgt von Reis, Mais und Weizen.



China ist der größte Produzent
Die globale Apfelproduktion wird von China dominiert. Mit einem Volumen von knapp 40 Mio. Tonnen stammen 49 Prozent des globalen Produktionsvolumens aus diesem Land. Mit etwas Respektabstand stehen an 2. Stelle die USA mit einer Produktion von gut 4 Mio. Tonnen. Die Türkei ist mit einem Marktanteil von 4 Prozent ebenfalls ein sehr bedeutender Player auf dem Apfelmarkt. Danach kommen mit Polen und Italien bereits die ersten europäischen Länder in dieser Reihenfolge. Sie erreichen einen Anteil von 4 bzw. 3 Prozent. Potential beseht noch in Indien. Mit einem Produktionsanteil von 3 Prozent besteht gemessen am Bevölkerungsanteil noch gewaltiges Potenzial. Nur zum Vergleich: Für Österreich wird von der FAO eine Apfelproduktion von 375.000 Tonnen ausgewiesen (davon stammen etwa 180.000 Tonnen aus Erwerbsobstanlagen). Das wäre ein Weltmarktanteil von 0,47 Prozent.

Globaler Apfelkonsum steigt an
In den letzten 10 Jahren hat sich nach einer Untersuchung der AMI der Apfelkonsum dramatisch verändert. Hier wird in Länder mit und ohne Apfelproduktion unterschieden. In den Apfel produzierenden Ländern ist es in Westeuropa mit minus 11 Prozent und Nordamerika mit minus 8 Prozent ist es zu einem sehr deutlichen Rückgang des Konsums gekommen. Zu den aufstrebenden Konsumentenregionen zählt hingegen die Südliche Hemisphäre mit einem Verbrauchszuwachs von 16 Prozent. Ganz beachtliche Zuwachsraten hat Asien aufzuweisen. Hier stieg innerhalb von 10 Jahren die Produktion um 67 Prozent. In Afrika und Sudostasien, den Regionen ohne Apfelproduktion, erfreut sich der Apfel einer stark steigenden Beliebtheit. Westafrika nimmt mit einem Verbrauchszuwachs von 175 Prozent die Spitzenstellung ein. Ostafrika und Südostasien steigerten den Verbrauch um 70 bzw. 61 Prozent. Dem entsprechend umkämpft sind diese Märkte. Wobei es zunehmend aus globaler Sicht zu einer Verschiebung der Warenströme kommt. Vor allem Südafrika versucht, auf direktem Weg die umliegenden Märkte zu bedienen. Europa scheint im Obst- und Gemüsesektor zunehmend seine Rolle als zentrale Drehscheibe im Weltmarkt zu verlieren.



Rückläufiger Apfelkonsum in Europa
In EU-Raum mit seinen ca. 500 Mio. Einwohnern liegt der Apfelverbrauch im Durchschnitt bei 15 kg pro Kopf. In Österreich ist der Apfel überdurchschnittlich beliebt. Hier liegt der Pro Kopf Verbrauch bei 19 kg. In der EU liegt der Apfelkonsum in etwa bei 7,5 Mio. Tonnen. Leider ist seit Jahren ein rückläufiger Trend im Verbrauch festzustellen. Der Konsumrückgang erreicht im Jahr ca. 2 Prozent. Das entspricht immerhin der gewaltigen Menge von 150.000 Tonnen und stellt die europäischen Produzenten vor große Herausforderungen.

Asien ist der Hoffnungsmarkt
In der vorangegangenen Saison wurden von Indien 56.000 Tonnen und von China 52.000 Tonnen Äpfel importiert. Wobei es von den europäischen Produzenten vorerst nur Frankreich und Italien mit kleineren Mengen gelungen ist, auf diesen Märkten Fuß zu fassen. Diese Märkte befinden sich im Aufbau und auch aufgrund hoher Qualitätserfordernisse muss hier noch viel Arbeit geleistet werden. Asien wird zum größeren Anteil von den USA, Chile und Neuseeland beliefert. Aber auch China tritt als Exporteur nach Indien in Erscheinung. Die afrikanischen Importnationen werden in erster Linie von Südafrika aus beliefert. In Summe handelte es sich dabei 2014 um eine Menge von 99.000 Tonnen. Gegenüber dem Jahr 2011 ist das immerhin ein Zuwachs von knapp 50 Prozent. Der größte Anteil der Ware ging dabei nach Westafrika. Nigeria war hier der größte Abnehmer in dieser Region. Der bedeutendste Markt in Ostafrika war Kenia. Tansania hat vorerst noch kleine Mengen aufgenommen.

Vorschau auf die kommende Ernte
Für die heurige Ernte geht die WAPA (WORLD APPLE AND PEAR ASSOCIATION) für die EU-28 von einer Apfelproduktion von knapp 12 Mio. Tonnen aus. Diese Menge würde etwas niedriger als die sehr hohe Ernte der vorangegangenen Saison liegen. Allerdings immer noch um 7 Prozent über dem Durschnitt der Jahre 2012 bis 2014. Die ersten Einschätzungen der einzelnen Länder bestätigen dieses Bild. Mit der erwartet kleineren Ernte könnte auch Druck aus dem Markt genommen werden und diese Entwicklung lässt auf etwas höhere Produzentenpreise als im Vorjahr hoffen. In Polen, mit mehr als 3,75 Mio. Tonnen der größte Apfelerzeuger der EU, dürfte die Ernte aufgrund der Trockenheit etwas kleiner als erwartet ausfallen. Deutschland hat seine ursprünglich niedrig angesetzte Ernteschätzung etwas nach oben revidiert. Dennoch verbleibt man bei einer vorsichtig optimistischen Erwartungshaltung für die kommende Saison. In Frankreich sind im heurigen Jahr sehr gute Bedingungen für die Apfelproduktion gegeben. Die Erntemenge könnte um 10 Prozent auf 1,6 Mio. Tonnen steigen. Damit wäre Frankreich mit 1,6 Mio. hinter Polen und Italien der drittgrößte Apfelproduzent in der EU. Für Italien, welches ebenfalls mit der Trockenheit zu kämpfen hatte, wird das Potential bei 2,33 Mio. Tonnen (minus 5 Prozent zum Vorjahr) gesehen.

Die Apfelernte in Österreich lässt 2015 auf sehr gute Qualitäten schließen. In Summe könnten in etwa 180.000 Tonnen in Erwerbsobstanlagen geerntet werden. Gegenüber dem Vorjahr wäre dies ein Rückgang von 5 Prozent.
 
Auch für Neuseeland gibt es bereits erste Einschätzungen für die Ernte 2015/16. Aufgrund günstiger Witterungsverhältnisse wird mit 551.000 Tonnen eine etwas größere Ernte erwartet. Dementsprechend wäre mit einer Steigerung des Ausfuhrvolumens zu rechnen. Vor allem Asien ist dabei im Blickpunkt. Im Gegensatz dazu haben sich in den letzten Jahren die Ausfuhren nach Europa verringert.
 
Die Türkei kann seine Apfelproduktion weiter ausbauen und profitiert in erster Linie aufgrund der Embargobestimmungen von verbesserten Exportchancen nach Russland.
 
Zu den Sorten
Drei Sorten stehen in Europa für 33 Prozent des Produktionsvolumens. Die Hauptsorte bleibt mit 2,546 Mio. Tonnen Golden Delicious. Gefolgt von Gala mit 1,331 Mio. Tonnen und Idared mit 1,111 Mio. Tonnen. Etwas mehr als oder knapp 600 Mio. Tonnen erreichen noch Red Delicious und Jonagold. In der südlichen Hemisphäre ist Gala mit 1,8 Mio. Tonnen mit Abstand das Spitzenprodukt. In den USA ist der Red Delicious mit 1,2 Mio. Tonnen der beliebteste Apfel. Idared ist auf den Sprung zur wichtigsten Apfelsorte Russlands.

Quelle: www.ama.at

Erscheinungsdatum:



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