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Obstbauern in der Schweiz ziehen positive Bilanz

Der Trockenheit zum Trotz: Alles in allem ziehen die Produzenten eine positive Bilanz über die Sommerfrüchtesaison. Die Früchte reiften unter guten Bedingungen, litten aber teilweise unter der Sommerhitze.



Die Erntemengen erreichten zwar nicht ganz die Vorjahresmengen, liegen aber immer noch über dem langjährigen Mittel. Die Kirschessigfliege war jederzeit präsent, verursachte aber weniger Schäden als befürchtet worden war.

Das Sommerfrüchtejahr 2015 verlief mehrheitlich positiv, auch wenn die Wetterbedingungen zwischendurch recht herausfordernd waren. Nach dem mehrheitlich milden Frühjahr war die Sommersaison stark durch die Sommerhitze geprägt. Probleme bereiteten vielfach die damit verbundene Trockenheit und die intensive Sonneneinstrahlung. Temperaturmässig lag der Sommer 2015 nur wenig hinter dem bisherigen Jahrhundertsommer von 2003 zurück. Der Juli war sogar der heisseste, seit die Temperaturdaten erfasst werden.

Sommerhitze machte den Beeren zu schaffen
Die Beeren litten am meisten unter den Witterungsbedingungen. Trotzdem darf generell eine positive Bilanz gezogen werden. Die Sommerfrüchtesaison startete Anfang Mai mit den Erdbeeren, rund eine Woche später als 2014. Die Erntemengen stiegen stetig an, allerdings bremste kaltes Wetter in der zweiten Maihälfte die Fruchtreifung. Ab Anfang Juni reiften die Freilandkulturen dann bei hochsommerlichen Temperaturen in allen Regionen gleichzeitig. Die Nachfrage im Detailhandel hielt nicht Schritt mit den grossen Erntemengen. Die Erdbeeren konnten in dieser Zeitperiode nicht wie gewünscht vermarktet werden und Produzenten mussten teilweise herbe Verluste hinnehmen.

Ab Mitte Juni entspannte sich dann die Situation und die Erdbeeren konnten gut verkauft werden. Bis Anfang Oktober wurden rund 7.326 t Erdbeeren vermarktet, 85% der Vorjahresmenge (8.720 t). Die ersten Himbeeren wurden Anfang Juni geerntet, die Erntemengen nahmen dann aber weniger stark zu als im Vorjahr, dafür traten am Markt kaum Probleme auf. Die Hitze, beziehungsweise die intensive Sonneneinstrahlung Ende Juni/Anfang Juli, machte den Kulturen allerdings zu schaffen.

Wegen Sonnenbrand-Schäden konnten viele Himbeeren nicht vermarktet werden. Insbesondere bei den Herbsthimbeeren wartete man vergeblich auf die grossen Mengen. Trotzdem lässt sich die vermarktete Menge sehen: Mit 1.355 t liegt die Erntemenge 2015 nur knapp unter dem Vorjahreswert von 1405 t. Bei den übrigen Strauchbeeren wurden sowohl mengen- wie auch qualitätsmässig erneut gute Ernten eingefahren:
  • Heidelbeeren: 410 t (2014: 458 t)
  • Brombeeren: 397 t (2014: 420 t)
  • Johannisbeeren: 265 t (2014: 278 t)
  • Stachelbeeren: 46 t (2014: 45 t)
  • Cassis: 16 t (2014: 16 t)
  • Weniger Kirschen 28+ als erwartet
Dieses Jahr beeinflusste das heisse, trockene Sommerwetter das Wachstum der Kirschen. Die Früchte wurden weniger gross als erwartet und reiften schnell ab. So lag dann insbesondere die Menge der Klasse 28+ (Früchte mit mehr als 28 mm Durchmesser) mit 586 t deutlich unter der Erwartung von 1.100 t. In der Klasse 24+ wurde mit 1.274 t nahezu so viel geerntet wie erwartet worden war (1.300 t). In der Klasse 21+ hingegen lag die Erntemenge mit 334 t unter der Ernteschätzung von 550 t.

Verglichen mit dem Zehnjahresmittel von rund 1.900 t kann die Ernte im aktuellen Jahr trotz allen Widrigkeiten als gut bezeichnet werden. Eine grosse Abweichung ergab sich auch bei den Industriekirschen, wo rund 900 t erwartet wurden, aber nur rund 478 t abgeliefert werden konnte. Verantwortlich war hier aber in erster Linie die kurzfristige Ankündigung des Detailhandels und der Verarbeitungsindustrie, deutlich weniger Früchte zu übernehmen.

Bei den Aprikosen rechnete man erneut mit einer guten Ernte und einer Handelsmenge von rund 4.100 t in der Klasse 1. Trotz Hagelschlägen im Frühjahr und extremer Sommerhitze sind bis zum Ende der Ernte gut 3.744 Tonnen Aprikosen der Klasse 1 in den Handel gelangt. Dieser Wert liegt zwar deutlich unter der Menge des Vorjahres mit 5.360 t, aber im Bereich der Jahre 2012 oder 2013.

Die erwartete Menge von 3.200 t Zwetschgen wurde mit einer gemeldeten Menge von 3.146 t nahezu erreicht. Bei den Zwetschgen 33 mm wurde die Schätzung von 1.835 t mit effektiv 1.897 t leicht übertroffen. Bei den Fellenberg waren die geernteten 1.249 t leicht unter den erwarteten 1.389 t.

Hohe Qualität trotz schwierigen Bedingungen
Im Gegensatz zum Vorjahr lief der Markt für die Sommerfrüchte hervorragend. Welche Faktoren dazu beigetragen haben, ist schwer zu sagen. Es ist aber einleuchtend, dass die Konsumenten bei schönem Sommerwetter mehr frische Früchte essen als bei kühler, regnerischer Witterung. Sicher haben auch die marktkonformen Mengen dazu beigetragen, dass die Vermarktung deutlich weniger Probleme bereitet hat als im Vorjahr. Und nicht zuletzt sorgten die Produzenten trotz schwierigen Anbaubedingungen dafür, dass die Qualität der Früchte jederzeit gewährleistet war.

Die Kunden in der Schweiz sind anspruchsvoll. So unterschiedlich die Ansprüche und der Geschmack auch sind: Die letzte Qualitätskontrolle macht der Kunde selber – mit seinem Kaufentscheid hat er dazu das wohl wirkungsvollste Instrument zur Hand. Schön, dass sich immer mehr Schweizerinnen und Schweizer für inländische Früchte entscheiden.

Kirschessigfliege: Viel Aufwand und Unsicherheit
Nach den Erfahrungen im Vorjahr herrschte zu Beginn der Saison Unsicherheit, wie sich die Kirschessigfliege im aktuellen Jahr auf die Ernte auswirken würde. Zusammen mit Agroscope erarbeitet die Branche einen Massnahmenkatalog, um den Produzenten aufzuzeigen, was gegen das Insekt unternommen werden kann. Dass die Kirschessigfliege da ist und mit ihr zu rechnen ist, zeigte sich bereits im Frühling anhand der Fallenfänge im Monitoring-Netz.

Jetzt gegen Ende der Saison zeigt sich, dass die Fallenfänge über die ganze Saison praktisch gleich hoch waren wie im Vorjahr. Die Schäden an den Kulturen waren jedoch deutlich geringer. Punktuell traten sicher Probleme auf, aber insgesamt konnten die Schäden durch den Massnahmenstrauss im Rahmen gehalten werden.

Nicht wegzudiskutieren ist aber auch die Tatsache, dass dieses kleine Insekt den Produzenten viel Mehraufwand beschert, sei es in Form von indirekter oder direkter Bekämpfung. Nicht zu vernachlässigen ist zudem sicher auch die psychische Belastung durch die latenten Gefahren von schwerwiegenden Ernteeinbussen.


Quelle: swissfruit.ch

Erscheinungsdatum:



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