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Europlast GmbH über die massiv gestiegene Rohstoffpreise

"Der Schock, den wir jetzt erleben, ist riesig"

Europlast im Oberen Drautal exportiert Kunststoffbehälter, darunter Großboxen für Obst und Gemüse, nach halb Europa. Durch den Krieg viel teurere Rohstoffe und höhere Frachtkosten belasten das Geschäft. Dennoch werden Millionen investiert.

Die derzeit um rund 3,8 Millionen Euro komplett sanierte und erweiterte, rund 3000 Quadratmeter große Montagehalle ist das auffälligste Investitionsvorhaben bei Europlast in Dellach im Drautal. Sie zeige exemplarisch, wie langfristig die italienische Eigentümerfamilie Foresti (JCOPLASTIC-Gruppe) denke und agiere, sagt Georg Schnaubelt (unten im Bild), der Geschäftsführer von Europlast. Der Kärnten-Heimkehrer, ein gebürtiger Weißbriacher, arbeitete viele Jahre in Deutschland und steht seit Anfang 2024 an der Spitze des Unternehmens.

© Europlast GmbH

Spezialisiert ist Europlast auf die Produktion von Wertstoffsammelbehältern – das Wort „Mülltonne" sei irreführend, wie Schnaubelt betont, denn gerade die aktuelle Energiekrise zeige, wie wichtig eigene Roh- und Wertstoffe sind. Die bisweilen bunten Tonnen tragen 60 Prozent zum Umsatz von Europlast bei – dieser lag 2024 bei 51,5 Millionen Euro. Gefolgt von Kunststoffboxen für die Industrie (20 Prozent) und die Landwirtschaft (10 Prozent) sowie die „interessante Nische der Auftragsfertigung mit unserer großen Spritzgussmaschine", so Schnaubelt (10 Prozent). Das Firmenareal ist fünf Hektar groß.

'Andere wären froh, in unserer Lage zu sein'
Dem besten Jahr der Firmengeschichte 2024 folgte ein etwas schwächeres 2025 und ein herausforderndes 2026. Wobei man gut dastehe, betont Schnaubelt, „andere wären froh, in unserer Lage zu sein." Auf die schwächelnde Nachfrage reagiert er mit der Nicht-Nachbesetzung von ausscheidenden Mitarbeitern (derzeit 140, Höchststand waren 158) sowie einem geringfügigen Zurückfahren der Kapazitäten.

Problematisch sei vor allem der Preisschock durch massiv gestiegene Rohstoffpreise. Rund 60 Prozent des bei Europlast eingesetzten Rohmaterials ist Polyethylen auf Basis von Rohöl und Gas, etwa 40 Prozent stammen aus Recycling-Kunststoff. Die Einkaufspreise für das Granulat sind im Zuge des Iran-Kriegs um 55 bis 60 Prozent gestiegen. „Das sind sehr dramatische Entwicklungen", so Schnaubelt. Auch steigende Frachtkosten sind für das Unternehmen aus dem Oberen Drautal, das halb Europa – das Gebiet östlich von Frankreich bis Norwegen und Südosteuropa – beliefert, eine zusätzliche Belastung: „Der Schock, den wir jetzt erleben, ist riesig."

Dessen Folgen beschäftigen Schnaubelt auch als neuen Sprecher des Regionalforums Oberkärnten. In dieser Rolle ist er die Stimme der Wirtschaftstreibenden aus dem Oberkärntner Raum. Ganz oben steht das Thema Mobilität und der weitere Ausbau der Drautal-Bundesstraße B100. „Dass wir an Ballungsräume gut angeschlossen sind, ist für unsere Unternehmen entscheidend." Qualifizierte Mitarbeiter und Führungskräfte für die Betriebe in Oberkärnten zu gewinnen sei herausfordernd. Dabei sei der Kampf gegen die Landflucht oberstes Gebot: Die Industrie sei in Oberkärnten die Basis für höheres Lohnniveau, erfüllende Arbeit und damit für den Wohlstand der Region.

Weitere Informationen:
https://www.europlast.at/

Erscheinungsdatum:

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