Spätfrost gehört nach wie vor zu den Wetterereignissen, die Erzeuger am meisten fürchten, insbesondere im Anbau hochwertiger Obstsorten. Wenn die Temperaturen während der Blüte oder in den frühen Stadien der Fruchtentwicklung unter kritische Schwellenwerte fallen, können die Folgen unmittelbar eintreten, darunter beschädigte Blüten, ein verminderter Fruchtansatz oder sogar der vollständige Verlust der Ernte.
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In den vergangenen Jahren hat die Klimavariabilität eine weitere Unsicherheitskomponente für Erzeuger geschaffen. Die Winter sind milder geworden, was manchmal einen früheren Austrieb auslöst. Wenn darauf im Frühjahr Kälteperioden folgen, können die Pflanzen Temperaturen ausgesetzt sein, auf die sie physiologisch nicht mehr vorbereitet sind. Für Erzeuger von Kirschen, Mandeln, Walnüssen, Äpfeln, Pfirsichen oder Beeren kann eine einzige Frostnacht die gesamte Saison gefährden.
Mikroklimata innerhalb desselben Feldes
Einer der Faktoren, die Frostschäden am stärksten beeinflussen, ist das Verhalten der kalten Luft innerhalb eines Feldes. Bei sogenannten Strahlungsfrösten, die in klaren Nächten mit wenig Wind auftreten, wird die kalte Luft dichter und sammelt sich tendenziell in den tiefsten Bereichen des Geländes, insbesondere in Senken oder Zonen mit eingeschränkter Luftzirkulation.
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Dieser Prozess schafft unterschiedliche Mikroklimata innerhalb desselben Betriebs, wobei in einigen Bereichen deutlich niedrigere Temperaturen gemessen werden können als in anderen. Das Verständnis dieser Schwankungen ist entscheidend, um Risiken vorherzusehen und Schutzmaßnahmen effizient anzuwenden. Technologische Lösungen wie die von The Climate Box entwickelten zielen darauf ab, diese Herausforderung zu bewältigen. Mithilfe von Sensoren, meteorologischen Modellen und numerischen Simulationen analysiert das System das Mikroklima eines landwirtschaftlichen Betriebs auf der Grundlage historischer Daten.
Von der Vorhersage zum aktiven Schutz
Die Vorhersage des Frostrisikos ist nur ein Teil der Strategie. Wenn die Wetterbedingungen auf ein mögliches Frostereignis hindeuten, können Systeme, die das Mikroklima der Pflanzen aktiv verändern können, den entscheidenden Unterschied ausmachen. Eine der zu diesem Zweck entwickelten Technologien ist das SIS-System (Selective Inverted Sink), eine von SAT Garden patentierte Lösung zum aktiven Schutz von Pflanzen vor Frost.
"Das Funktionsprinzip basiert auf dem natürlichen Verhalten von kalter Luft. Während der Nacht sammelt sich dichtere und kältere Luft in Bodennähe an, genau dort, wo sich Blüten und sich entwickelnde Früchte befinden. Das SIS-System funktioniert, indem es diese kalte Luft selektiv absaugt und in höhere Schichten der Atmosphäre abführt, wo sie sich mit wärmerer Luft vermischt." Mithilfe eines leistungsstarken vertikalen Belüftungssystems drückt die Anlage die kalte Luft nach oben, etwa 80 bis 100 Meter in die Atmosphäre, wodurch deren Ansammlung um die Pflanzen herum verhindert und eine stabilere Temperatur in der Nähe der Pflanzen aufrechterhalten wird.
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Maßgeschneiderte Lösungen für jeden Betrieb
Die Wirksamkeit von Frostschutzsystemen hängt weitgehend von einer vorherigen Analyse jedes Betriebs ab. Faktoren wie Topografie, Feldausrichtung, Pflanzdichte und Kaltluftbewegung bestimmen sowohl die Anzahl als auch die Platzierung der erforderlichen Belüftungseinheiten. Deswegen beginnen Projekte in der Regel mit einer technischen Mikroklima-Studie des Betriebs, bei der Klimaanalyse-Tools mit agronomischem Fachwissen vor Ort kombiniert werden.
In Europa ist SAT Garden für die Installation und Entwicklung dieser Systeme verantwortlich und integriert dabei sowohl die von The Climate Box entwickelte Klimaanalyse-Technologie als auch das firmeneigene, patentierte SIS-Frostschutzsystem. Dieser Ansatz ermöglicht die Entwicklung maßgeschneiderter Lösungen für jeden landwirtschaftlichen Betrieb, wodurch der Pflanzenschutz und der Ressourceneinsatz optimiert werden.
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Vorausschau als Strategie
Obwohl es unmöglich ist, Klimarisiken vollständig zu beseitigen, kann die Kombination aus fortschrittlichen Prognosetools und aktiven Schutzsystemen die Anfälligkeit der Pflanzen gegenüber Frostereignissen erheblich verringern. In einer Agrarlandschaft, die zunehmend von Klimaschwankungen geprägt ist, setzen viele Erzeuger auf präventive Strategien, um ihre Investitionen zu schützen und die Kontinuität der Produktion zu gewährleisten. Bei hochwertigen Kulturen, bei denen jeder Hektar erhebliche Kosten und jahrelange Investitionen bedeutet, wird die Vorhersage von Frostereignissen zu einer entscheidenden strategischen Entscheidung für die langfristige wirtschaftliche Nachhaltigkeit der Betriebe.
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