Melden Sie sich für unseren täglichen Newsletter an um immer auf dem neusten Stand zu bleiben!

Anmelden Ich bin bereits angemeldet

Sign up for our daily Newsletter and stay up to date with all the latest news!

Abonnieren I am already a subscriber
App icon
FreshPublishers
In der App öffnen
ÖFFNEN
ESC-Webinar:

Steigende Kraftstoffpreise und Umleitungen belasten die globale Logistik

Die Spannungen im Nahen Osten sorgen derzeit für große Unruhe in der weltweiten Schifffahrt. Die Lage rund um den Iran und die Straße von Hormus hat direkte Auswirkungen auf Handelsströme, Treibstoffpreise und die Sicherheit der Seeleute. Eine außergewöhnliche Störung, deren Auswirkungen noch schwer vollständig abzuschätzen sind. Schon allein deshalb, weil sich die Situation ständig weiterentwickelt und neue Drohungen einer Blockade der zweiten entscheidenden Meerenge, Bab el-Mandeb, aufkommen.

Während eines Webinars des European Shippers Council skizzierten Joel Grau Lara (CFC Maritime), Damian Viccars (World Shipping Council) und Ellis Morley (Howden) den aktuellen Stand der Dinge. „Wir kommen gerade aus einer Phase, in der die Lieferkette unter Druck stand", erklärt Joel Grau Lara. „Aber diese Krise sorgt erneut für einen Angebotsschock, insbesondere bei Öl und Gas. Das hat direkte Auswirkungen auf die Schifffahrt und letztlich auch auf die Tarife für Verlader."

© Dreamstime

Treibstoffklauseln prüfen
Die Auswirkungen sind laut Joel bereits deutlich sichtbar. „Die Treibstoffpreise sind stark gestiegen, und das wird sich in den Frachtraten niederschlagen", erklärt er. „Aber das Problem ist nicht nur der Preis; auch die Verfügbarkeit von Treibstoff wird zu einem Risiko. Wichtige Bunkerhäfen fallen teilweise weg, was anderswo zu Engpässen führen kann."

Für Verlader bedeutet dies seiner Meinung nach, dass sie ihre Verträge genau unter die Lupe nehmen müssen. „Überprüfen Sie die Treibstoffklauseln und bleiben Sie im Gespräch mit Ihren Logistikpartnern. In diesem Markt ändert sich alles von Tag zu Tag."

Schifffahrt unter Druck
Auch aus der Linienschifffahrt wird die Ernsthaftigkeit der Lage betont. „Wir haben es mit einer sehr besorgniserregenden Situation zu tun", so Damian Viccars. „Unsere oberste Priorität ist die Sicherheit der Besatzungen. Derzeit sitzen Zehntausende Seeleute unter sehr gefährlichen Bedingungen in der Region fest."

Laut Damian sind mehrere Handelsschiffe getroffen worden, und die Straße von Hormus ist faktisch nicht mehr sicher für die Durchfahrt. „Wir sehen, dass Reedereien Routen umleiten oder vorübergehend einstellen. Der Handel läuft so weit wie möglich weiter, aber nur dort, wo das sicher möglich ist."

Diese Anpassungen haben seiner Meinung nach unvermeidliche Folgen. „Längere Seewege, Verzögerungen und Störungen in der Containerlogistik werden weltweit spürbar sein. Genau wie während der Corona-Pandemie kann ein Problem in einer Region schnell einen Schneeballeffekt auslösen."

Keine sicheren Häfen
Aus versicherungstechnischer Sicht zeichnet Ellis Morley ein ähnliches Bild. „Es gab viel Unklarheit hinsichtlich der Versicherbarkeit, aber Schiffe und Ladungen sind nach wie vor versicherbar", erklärt er. „Allerdings zu deutlich höheren Prämien, da die Risiken stark gestiegen sind."

© Dreamstime

Laut Ellis ist das Risikogebiet zudem größer als oft angenommen. „Es geht nicht nur um die Straße von Hormus. Wir sehen, dass Angriffe auch in größerer Entfernung stattfinden. Das bedeutet, dass Häfen in der Region nicht per se sicher sind." Damit werde es seiner Meinung nach immer schwieriger, logistische Entscheidungen zu treffen. „Es gibt einfach keine risikofreie Option mehr. Es ist ein ständiges Abwägen zwischen Sicherheit, Kosten und Verfügbarkeit."

Auswirkungen auf den Welthandel
Die Folgen beschränken sich nicht auf den Energiesektor. „Es ist nicht nur eine Öl- und Gaskrise", betont Joel. „Auch andere Warenströme, wie Düngemittel und Lebensmittel, sind betroffen. Das hat Auswirkungen sowohl auf den Export als auch auf den Import in der Region. Schiffe werden umgeleitet, was zu Staus und längeren Lieferzeiten führen kann. Verlader müssen das bei ihrer Planung berücksichtigen."

Wie lange die Situation andauern wird, ist laut den Referenten schwer vorherzusagen. „Vieles hängt von der Dauer des Konflikts ab", so Damian. „Aber es ist klar, dass es sich nicht um eine kurzfristige Störung handelt. Die Auswirkungen auf die Lieferkette werden noch einige Zeit spürbar bleiben."

In der Zwischenzeit bleibt es laut der Branche unerlässlich, im Gespräch zu bleiben. „Gerade unter diesen Umständen ist Kommunikation entscheidend. Alle Beteiligten in der Kette müssen zusammenarbeiten, um so gut wie möglich mit dieser Unsicherheit umzugehen", so Ellis abschließend.

Verwandte Artikel → See More