Die Ananas aus Costa Rica gewinnt auf dem internationalen Markt zunehmend an Boden. Dafür setzt sich Tico Farms ein, eine Kooperation zwischen zwei Unternehmen, die Anbau und Export unter einem Dach vereint. Marvin Hidalgo und Franklin Paniagua erklären, wie das funktioniert.
"Wir sind eigentlich zwei separate Unternehmen, die sich zusammengeschlossen haben", sagt Hidalgo. Einerseits ein Anbauunternehmen mit mehr als 20 Jahren Erfahrung, andererseits eine Exportstruktur. Diese Kombination macht sie flexibel und effizient.
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70 % in die USA, 30 % nach Europa
Das Unternehmen exportiert derzeit etwa 500 Container pro Jahr. Auf die USA entfallen etwa 70 %, auf Europa die restlichen 30 %. Der europäische Markt wurde erst kürzlich erschlossen. "Vor einem Jahr hatten wir in Europa noch gar nichts, und jetzt macht es schon 30 % aus. Das ist wirklich toll", heißt es begeistert. Außerdem will das Unternehmen in Europa weiter wachsen, insbesondere in Spanien und Italien.
Europa stellt allerdings höhere Anforderungen als die USA. Während die amerikanischen Preise flexibler sind, verlangt Europa Stabilität, langfristige Vereinbarungen und strenge Normen. "Europa ist anspruchsvoller in Bezug auf Zertifizierungen sowie in sozialer und ökologischer Hinsicht", betonen sie. Zudem haben europäische Verbraucher eine ausgeprägte Vorliebe für gelbes, optisch ansprechendes Obst. Und das erfordert ein präzises Anbaumanagement und strenge Selektion auf dem Feld.
Klima und Anbau: Herausforderungen im Herkunftsland
Auch auf der Anbauseite gibt es Hindernisse. Kaltfronten und Niederschläge beeinträchtigen die Gleichmäßigkeit der Ernte. "Natürliche Blüte zu unterschiedlichen Zeitpunkten führt zu einer ungleichmäßigen Ernte, und das ist eine große Herausforderung", erklärt Paniagua. Drohnen und eine bessere Bodenvorbereitung sollen helfen, die Auswirkungen des Klimawandels abzufedern und die Umweltanforderungen zu erfüllen.
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Markt und Wettbewerb
Anfang dieses Jahres lagen die Preise etwas niedriger als ein Jahr zuvor. Dennoch deuten die Prognosen auf ein etwas geringeres Angebot im ersten Halbjahr hin, was den Markt stützen könnte. Die größte Bedrohung geht übrigens nicht von außen aus. "Unsere größten Konkurrenten sind wir selbst", sagt Hidalgo und verweist auf die zyklische Überproduktion innerhalb der Branche. Hinzu kommt die indirekte Konkurrenz durch verarbeitete Ananasprodukte wie Saft und Tiefkühlwürfel, die bei Überangebot einen Teil der frischen Früchte absorbieren.
© Tico FarmsWeitere Informationen:
Marvin Hidalgo
Tico Farms
Costa Rica
Tel.: +506 883 65443
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