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Patrick Gerritsen von der Bio4Pack GmbH zu den Folgen der PPWR-Verpackungsverordnung

"Bewusstsein fehlt, dass es bereits fünf vor zwölf ist"

Die nahende Einführung der PPWR-Verpackungsverordnung am 1.1.2030 erregt weiterhin die Gemüter in der Lebensmittelbranche. Die Gesetzesänderung soll den Einsatz von Verpackungsmaterialien erheblich senken und zu mehr Nachhaltigkeit in der Verpackungslandschaft beitragen. Bislang führt sie aber vor allem zu Ungewissheit und Verunsicherung in der Branche, beobachtet Patrick Gerritsen, Geschäftsführer und Gründer der Bio4Pack GmbH. Der Verpackungszulieferer ist zwar mit einer breiten Palette innovativer, nachhaltiger Verpackungsalternativen bestens gerüstet, doch die fehlende Leitlinie in den einzelnen EU-Mitgliedstaaten machen strategische Entscheidungen und Investitionen nahezu unmöglich.

Strategische Allianzen und Übernahmen prägen die Geschichte des in Nordhorn ansässigen Unternehmens: Seit wenigen Jahren gehört die Bio4Pack zur TIPA-Gruppe, vor wenigen Monaten konnte die etablierte Marke Sealpap, bekannt für ihre Papierbanderolen, akquiriert werden. Auch in den kommenden Jahren möchte das 2009 gegründete Unternehmen diesen Expansionskurs weiter fortsetzen.

© Bio4Pack GmbH
Patrick Gerritsen zeigt die bewährte Paddy Straw Schale aus Reisabfall: Aufgrund der geopolitischen Herausforderungen sei der Transport der Schalen aus Maleisien innerhalb kurzer Zeit um etwa 10 Prozent teurer geworden. In den Niederlanden gilt Argos Packaging als exklusiver Vertriebspartner für Paddy Straw.

Ausnahmeregelungen vonnöten
Die Einführung des neuen Gesetzes könnte der Verpackungsbranche einen Schub geben, sorgt aber gleichzeitig für Kopfzerbrechen, bestätigt Gerritsen. „Bis zum 12. August dieses Jahres haben die einzelnen EU-Mitgliedstaaten die Möglichkeit, Ausnahmeregelungen zu beantragen; danach tritt die Regelung so wie sie jetzt vorliegt EU-weit in Kraft. Ich persönlich halte eine Ausnahmeregelung für Bio-Plastik für sinnvoll: Theoretisch ist es jedoch möglich, dass es unterschiedliche Regelungen pro Mitgliedstaat geben wird. Dieses Szenario schließe ich nicht aus."

Insbesondere im Obst- und Gemüsesektor beobachtet Gerritsen eine gewisse 'Zurückhaltung', wobei der LEH als Entscheidungsträger gilt. „Ich stelle fest, dass das Bewusstsein, dass es tatsächlich fünf vor zwölf ist, immer noch fehlt. Man ist. Für viele Branchenakteure werden die Folgen der Gesetzgebung in ihrer jetzigen Form äußerst nachteilhaft sein, man ist sich dessen aber noch zu wenig bewusst." Unter anderem Obstaufkleber und Teebeutel müssen nach der neuen Regelung kompostierbar sein, gleiches gilt für HDPE-Beutel für Obst und Gemüse. „Für uns als Lieferanten ist es schwierig, strategische Entscheidungen zu treffen und bewusst in bestimmte Produktlinien zu investieren, solange man nicht weiß, ob diese den zukünftigen Standards entsprechen."

© Bio4Pack GmbH
Kartonschale mit Zellulosefolie.

Schalen aus Reisabfällen und Biofolien
Mit der Produktlinie Paddy Straw hat Bio4Pack bereits vor acht Jahren eine nachhaltige Alternative zu den herkömmlichen Plastikschalen eingeführt. Die Schalen werden ausschließlich in Maleisien aus Reststoffen des Reisanbaus hergestellt. Rohstoffe seien daher reichlich vorhanden, betont Gerritsen. „Unter anderem bei Kartoffeln glaube ich sehr stark an Biofolien, aber auch hier stellt sich die Frage, ob diese den Anforderungen der PPWR entsprechen und demnach 'heimkompostierbar' sind. Auch das ist momentan noch unklar. Interessant ist auch das von der PPWR vorgeschriebene Verbot von PFAS: Dieser Stoff ist fester Bestandteil vieler Verpackungsmaterialien, darunter auch Einlagen für Apfelkisten."

Teilnahme an der Interpack 2026
Die Auswirkungen der PPWR werden auf jeden Fall groß sein, erwartet Gerritsen. „Ich persönlich glaube nicht, dass es für Produkte wie Trauben und Erdbeeren noch eine Ausnahmeregelung geben wird. Die Verpackung von Champignons sehe ich jedoch kritisch, wenn die Regelung tatsächlich ohne jegliche Anpassungen durchgesetzt wird. Falls es doch soweit käme, werden die Abschriften am POS erheblich steigen, was wiederum auf Lasten der Margen geht." Die Bio4Pack und Partner tüfteln derweil an der Verpackung von morgen. "Wir werden demnächst auf der Interpack in Düsseldorf ausstellen: Dort werden wir wieder eine Reihe an Innovationen präsentieren, darunter die Flügelschalen für Äpfel und Tomaten, die wir gemeinsam mit Argos Packaging entwickelt haben", heißt es abschließend.

Besuchen Sie das Unternehmen auf der Interpack 2026: Halle 9/F01A

Weitere Informationen:
Patrick Gerritsen
Bio4Pack GmbH© Bio4Pack GmbH
Marie-Curie-Straße 5
48529 Nordhorn
Tel: +49(0)5921 818 37 11
[email protected]
www.bio4pack.com

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