Intensiver Fachaustauch: Rund 70 Vertreterinnen und Vertreter der deutschen Obst- und Gemüsebranche diskutierten bei der jährlich stattfindenden Gremientagung der Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse (BVEO) in Dresden über die drängendsten Heraus-forderungen der Branche: Verfügbarkeit und Schnelligkeit bei der Zulassung von Pflanzenschutzmittel, Kostensteigerung durch den aktuellen Anstieg vom Mindestlohn, der sich besonders im Sonderkulturbereich deutlich auf die Gesamtkosten auswirkt, sowie die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik und die damit einhergehenden Anforderungen an die Branche standen im Mittelpunkt der Tagung. „Die Betriebe sind auf verlässliche Rahmenbedingungen und eine sich an der Praxis orientierte Politik angewiesen", machte BVEO-Geschäftsführer Dr. Christian Weseloh deutlich.
Die sächsische Landeshauptstadt bildete den Rahmen für den jährlichen Austausch der Branche. Besonderer Höhepunkt war die Teilnahme des sächsischen Staatsministers für Umwelt und Landwirtschaft Georg-Ludwig von Breitenbuch, der mit seiner Anwesenheit die Bedeutung des Branchendialogs unterstrich. Von Breitenbuch: „Für eine starke regionale Obst- und Gemüseproduktion braucht es leistungsfähige Betriebe mit optimalen Erzeugerstrukturen sowie stabile und verlässliche Rahmenbedingungen. Deshalb setze ich mich in den derzeit laufenden Verhandlungen für eine Gemeinsame Europäische Agrarpolitik ein, die Innovation, nachhaltiges Wirtschaften und wettbewerbsfähige Märkte fördert."
BVEO-Vorsitzender Johannes Bliestle, resümierte die Veranstaltung: „Der Sektor begegnet den weiterhin anspruchsvollen Voraussetzungen mit großer Entschlossenheit und Innovationskraft. Trotz intensiverer Witterungseinflüsse, steigender Kosten und zunehmender regulatorischer Anforderungen arbeiten die Betriebe mit beeindruckendem Engagement daran, die heimische Produktion zu stärken und die Verbraucher zuverlässig mit frischen, hochwertigen Produkten zu versorgen. Damit dies auch künftig gelingt, müssen jedoch auch die politischen Rahmenbedingungen entsprechend ausgestaltet sein."
Am Vortag der Fachtagung traf sich die BVEO zur Mitgliederversammlung und verabschiedete am Abend den Präsidenten des Deutschen Raiffeisenverbandes e.V. Franz-Josef Holzenkamp in seiner Funktion als langjähriges Mitglied im BVEO-Gesamtvorstand. In dieser Zeit hat er sich für die Belange der Obst-, Gemüse- und Pilzbranche eingesetzt und diese maßgeblich gestärkt. „Franz-Josef Holzenkamp hat sich auf beeindruckende Weise mit großem Engagement und hohem Fachwissen für die Belange der Obst-, Gemüse- und Pilzbranche eingesetzt und diese maßgeblich gestärkt. Er war ein ungemein wertvoller Rat- und Impulsgeber", betonte Weseloh.
PPWR und GAP
Das Fachprogramm am Folgetag begann mit Marktanalysen von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) und Einblicken von BellandVision zu den neuen Verantwortlichkeiten durch die europäische Verpackungsverordnung. Mit dem Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels e.V. (BVLH) und Kaufland präsentierten Vertreter des Lebensmittelhandels Kooperationspotenziale und die Rolle von Obst und Gemüse im Handel. Einen Blick auf die beginnenden Reformprozesse der Gemeinsamen Agrarpolitik und deren Auswirkungen auf den Obst-, Gemüse- und Pilzsektor gab Dr. Ernst-Oliver Freiherr von Ledebur aus dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Heimat. Mit Beiträgen zu Cyberkriminalität und Social-Media Marketing wurden Chancen und Risiken zum Thema Digitalisierung dargestellt und das Fachprogramm abgerundet.
© BVEOGeorg-Ludwig von Breitenbuch, Sächsischer Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft, und Johannes Bliestle, Vorsitzender BVEO e.V.
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