Das Jahr 2025 markiert einen wichtigen Wendepunkt für Alifresca und für die gesamte Organisation Coop Schweiz im Bereich frisches Obst und Gemüse. Laut Vladimir Cob Sevilla, CEO von Alifresca (einer Tochtergesellschaft der Schweizer Einzelhandelsgruppe), ist dies auf mehrere strategische Entscheidungen zurückzuführen, die sowohl die Gegenwart als auch die Zukunft der Lieferkette der Coop-Gruppe prägen.
© Alifresca - COOPVladimir Cob Sevilla
Der erste wichtige Punkt ist die Eröffnung der neuen Logistikplattform in Novazzano in der Nähe von Chiasso im Kanton Tessin, die seit Januar 2025 in Betrieb ist. Cob Sevilla beschreibt dies als radikale Veränderung gegenüber der Vergangenheit, da es den Übergang von einer gemeinsam genutzten Plattform in Privatbesitz zu einer ausschließlich von Coop verwalteten Anlage markiert, in der Alifresca mit voller Exklusivität für das Entladen und die Abfertigung von Waren für die Schweiz tätig ist. "Diese neue Struktur hat einen deutlichen Qualitätssprung ermöglicht, sowohl aus organisatorischer Sicht als auch in Bezug auf Prozesse, interne Logistik und die Gesamtkontrolle des Warenflusses aus Italien. Nach einem Jahr Betrieb sprechen die Ergebnisse für sich. Die Zuverlässigkeit hat fast 99,5 % der Ankünfte erreicht, was zeigt, dass die Vorbereitung des Projekts und die Auswahl der Beteiligten entscheidend waren."
Laut Cob Sevilla ist Novazzano nun eine Erfolgsgeschichte, die innerhalb der Coop-Gruppe als Beispiel dafür hervorgehoben werden sollte, wie gezielte Investitionen zu Effizienz, Qualität und Kontinuität der Dienstleistungen führen können.
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Der zweite Punkt betrifft eine Entscheidung, die einen wichtigen kulturellen Wandel in unserer Beziehung zu Lieferanten markiert. "Alifresca hat beschlossen, keine Qualitätskontrollen mehr am Ursprungsort durchzuführen und wird vor dem Versand keine eigenen Mitarbeiter mehr in die Verarbeitungszentren schicken. Diese Entscheidung gilt für alle Aktivitäten der Gruppe, die mittlerweile neun europäische Länder und nicht mehr nur die Schweiz bedient."
Für Cob Sevilla bedeutet dies, dass der Schwerpunkt der Verantwortung auf die Auswahl des richtigen Partners – nicht nur eines Lieferanten – und auf das im Laufe der Zeit aufgebaute Vertrauen verlagert wird. "Wenn ein Partner ausgewählt wird, dann deshalb, weil er bereits die erforderlichen Standards erfüllt, ohne dass schrittweise Kontrollen erforderlich sind. Diese Entscheidung birgt zwar ein gewisses Risiko, bietet aber auch erhebliche Vorteile. Diejenigen, die gute Leistungen erbringen, tun dies mit größerem Selbstvertrauen und bauen eine reifere und transparentere Beziehung auf. Gleichzeitig werden Bürokratie, Kosten und Überwachungsaktivitäten reduziert, wodurch Ressourcen für Investitionen in gemeinsame Projekte und Innovationen frei werden."
Wie Cob Sevilla betont, vereinfacht dieser Ansatz auch die Bewertung der Partner, da schnell erkennbar wird, welche Unternehmen gut strukturiert sind und welche kontinuierliche Unterstützung benötigen.
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"Dank unseres neuen und ausgezeichneten internationalen Logistiknetzwerks, in dem Italien eine besonders wichtige Rolle bei der Gewährleistung pünktlicher und zuverlässiger Lieferungen spielt, haben wir das Transportvolumen per Bahn verdoppelt. Als nachhaltigster Einzelhändler verfügt Coop auch über eine eigene Eisenbahninfrastruktur entlang der Süd-Nord-Achse der Schweiz, ein Alleinstellungsmerkmal, das die Effizienz und Nachhaltigkeit noch weiter verbessert", betont Cob Sevilla.
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Angesichts klimatischer und marktbezogener Herausforderungen wie den jüngsten Überschwemmungen in Spanien ist das Unternehmen diesen Schwierigkeiten mit einer seit vier Jahren etablierten Diversifizierungsstrategie begegnet.
"Die Beschaffung beschränkt sich nicht mehr auf traditionelle Bezugsgebiete. Sie wurde aktiv auf neue Regionen ausgeweitet, darunter Polen, Ungarn, Rumänien, Albanien, die Balkanländer, Griechenland und die Türkei. Das Büro in Verona beispielsweise überwacht die gesamte französische Belieferung. Insgesamt bezieht die Gruppe Produkte aus 31 Ländern. Strategische Diversifizierung ist der Schlüssel zur Aufrechterhaltung eines hohen Serviceniveaus und zur Sicherstellung der Produktverfügbarkeit trotz lokaler Störungen. Diese Strategie hat sich als erfolgreich erwiesen. Im vergangenen Jahr verzeichnete Coop einen deutlichen Anstieg seines Marktanteils im Obst- und Gemüsesektor im Vergleich zu seinem Hauptkonkurrenten und erzielte eines seiner besten Ergebnisse aller Zeiten. Dieser Erfolg ist auf die Fähigkeit zurückzuführen, Produkte zum richtigen Zeitpunkt verfügbar zu machen."
Die einheitliche Leitung der italienischen und spanischen Niederlassungen unter einer einzigen Führung verhindert beispielsweise interne Konflikte und fördert die Zusammenarbeit statt den Wettbewerb – ein entscheidender Vorteil gegenüber anderen Organisationen.
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Zahlen von Coop Schweiz
Im Jahr 2025 erzielte die Gruppe einen Umsatz von 35,5 Milliarden Schweizer Franken, was einer Steigerung von 782 Millionen (2,3 %) gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dieses Wachstum wurde durch einen Anstieg der Kundenzahlen und die Entwicklung in allen Bereichen vorangetrieben: Einzelhandel, Großhandel und Produktion. Der Gewinn stieg um 21 Millionen auf 606 Millionen Schweizer Franken, die vollständig in das Unternehmen reinvestiert wurden, um wettbewerbsfähige Preise aufrechtzuerhalten. Die Zahl der Beschäftigten stieg auf 97.275, darunter eine Rekordzahl von 1.270 neuen Auszubildenden.
Im Einzelhandel belief sich der Umsatz auf 21,2 Milliarden Schweizer Franken, wobei die Coop-Supermärkte (einschließlich Coop.ch) um 2,6 % auf 12,4 Milliarden Schweizer Franken wuchsen. Die Marktanteile und die Nachfrage nach der Marke Prix Garantie und nachhaltigen Produkten steigen. Der Großhandels-/Produktionsbereich stieg auf 17,2 Milliarden Schweizer Franken (+3,2 %). Nachhaltigkeit bleibt mit einem Nettoumsatz von 6,9 Milliarden Schweizer Franken, darunter 2,4 Milliarden Schweizer Franken mit Bio-Produkten, ein zentraler Bestandteil des Geschäfts. Es wurden neue nachhaltige Logistiklösungen eingeführt, wie beispielsweise der Schienenverkehr in Genf und ab 2025 auch in Zürich.
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Marktanpassung und Zukunftsplanung
Die kommerzielle Planung für die kommenden saisonalen Ereignisse (Karneval und Ostern) wird von Flexibilität und Anpassungsfähigkeit geprägt sein. "Aufgrund der Veränderungen auf dem Markt und im Umfeld ist es nicht möglich, einfach die Strategie des letzten Jahres zu kopieren. Die Strategie muss dynamisch und reaktiv sein. Die Philosophie ist klar: Wer nicht auf die Natur hört, hört auf nichts", sagt Cob Sevilla. "In den vergangenen Wochen wurden Anpassungen an den Programmen mit großen Einzelhandelspartnern vorgenommen. Das bedeutet nicht, dass es zu Produktengpässen kommt, sondern vielmehr eine Neugewichtung auf der Grundlage der tatsächlichen Nachfrage. Bei der Planung werden mehrere Variablen berücksichtigt, darunter Produktverfügbarkeit, Produktursprung, Preisauswirkungen und logistische Herausforderungen."
Weitere Informationen:
Alifresca Italien Srl
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