Melden Sie sich für unseren täglichen Newsletter an um immer auf dem neusten Stand zu bleiben!

Anmelden Ich bin bereits angemeldet

Sign up for our daily Newsletter and stay up to date with all the latest news!

Abonnieren I am already a subscriber
App icon
FreshPublishers
In der App öffnen
ÖFFNEN
Foodcareplus Logistics, Belgien:

"Unruhen im Nahen Osten setzen die Obst- und Gemüselogistik unter großen Druck"

Die logistische Situation aufgrund der Unruhen im Nahen Osten ist laut Steve Alaerts von Foodcareplus "besonders komplex und entwickelt sich rasant". Die Auswirkungen auf die Lebensmittelindustrie und insbesondere auf den Obst- und Gemüsesektor seien bereits jetzt spürbar.

"Durch die Inanspruchnahme von End-of-Voyage-Klauseln werden Tausende Container nicht an ihrem ursprünglich geplanten Bestimmungsort ankommen", erklärt er. "Sie müssen notgedrungen in sogenannten „sicheren Häfen" entladen werden. Auf dem Papier sind das Ausweichmöglichkeiten, aber in der Praxis bieten sie oft keinen Marktzugang für die Produkte in den entladenen Containern."

Obst- und Gemüseprodukte vernichtet
Konkret bedeutet dies, dass frisches Obst und Gemüse zwar entladen wird, aber vor Ort kaum oder gar nicht vermarktet werden kann. Der Transport zum vorgesehenen Endmarkt ist zudem keineswegs selbstverständlich. "Alternative Routen sind begrenzt, teuer und operativ komplex. Eine Rücklieferung ist für die meisten Obst- und Gemüseprodukte keine realistische Option, möglicherweise mit Ausnahme von Zwiebeln, und im schlimmsten Fall droht die Vernichtung, wenn der Transit unmöglich ist oder wenn Qualität und Konformität nicht mehr garantiert werden können."

© Foodcareplus

Für Schiffe, die sich bereits in der Nähe des Golfs befinden, erwartet Steve, dass hauptsächlich in Oman und an der Ostküste der Vereinigten Arabischen Emirate, insbesondere in Khor Fakkan, entladen wird. "Von dort aus ist es trotz zusätzlicher Kosten und Formalitäten noch relativ machbar, bestimmte Mengen zu Zielen innerhalb der VAE zu transportieren."

Für Sendungen mit Katar, Kuwait und anderen Märkten in der Region als Endziel ist die Situation seiner Meinung nach deutlich ungünstiger. "Umleitungshäfen bieten nicht automatisch Zugang zu diesen Märkten, und die Transitmöglichkeiten sind oft begrenzt. Jede zusätzliche Verbindung bedeutet zusätzlichen Umschlag, zusätzliche Verzögerungen, höhere Kosten, zusätzliche administrative Hürden und ein erhöhtes Risiko von Qualitätsverlusten."

Ausweichrouten nach Indien und Sri Lanka
Schiffe, die sich noch weiter vom Golf entfernt befinden, werden möglicherweise noch weitere Ausweichrouten wie Indien und Sri Lanka suchen. "Man kann sich vorstellen, was passiert, wenn frisches Obst und Gemüse massenhaft in solchen Hubs entladen wird. Die Möglichkeiten, diese Ladung korrekt, pünktlich und konform an den ursprünglichen Bestimmungsort zu bringen, sind dann äußerst begrenzt."

Jeder zusätzliche Umschlagplatz erhöht laut Steve die Komplexität exponentiell. "Es geht nicht nur um die Transportplanung, sondern auch um Zugang, Dokumentation, phytosanitäre Anforderungen, Zollformalitäten, Zeitplanung und Qualitätsrisiken. Bei Obst und Gemüse, wo die Haltbarkeit entscheidend ist, tickt die Uhr unerbittlich weiter."

Auswirkungen auf Kapazitäten und Tarife
Neben der unmittelbaren Unterbrechung weist Steve auch auf die weiteren Auswirkungen hin. "Die Logistikkette war nach früheren Unterbrechungen noch lange nicht wieder vollständig normalisiert. Diese neue Unterbrechung wird sich auf die Verfügbarkeit von Geräten, Kapazitäten, Vorlaufzeiten und Tarife auswirken."

Die Unsicherheit im Zusammenhang mit den Lieferungen ist nach wie vor groß, aber die finanziellen Auswirkungen sind mindestens ebenso groß. "Die zusätzlichen Kosten werden wieder hauptsächlich die Erzeuger, Verlader und Exporteure treffen. Sie tragen das größte Risiko in einer Kette, in der die Margen bereits unter Druck stehen. Hinter den Kulissen bedeutet das auch einen massiven Druck auf die Menschen. Die Logistikteams sind wieder einmal bis an die Grenzen gefordert, um in einem sich täglich ändernden Umfeld Lösungen zu finden. Die Belastbarkeit der Erzeuger und Exporteure wird stark strapaziert, während von den Logistikexperten erwartet wird, dass sie immer wieder das scheinbar Unmögliche möglich machen."

Meisterleistung
Bei Foodcareplus wird unterdessen intensiv an konkreten Lösungen für umgeleitete Ladungen gearbeitet. "Wir setzen auf Cross-Dock-Lösungen und Transitverkehr innerhalb des Golf-Kooperationsrats (GCC), um die Waren dennoch so nah wie möglich an ihren ursprünglichen Bestimmungsort zu bringen", so Steve.

Seiner Meinung nach ist das unter den gegenwärtigen Umständen eine echte Meisterleistung. "Es geht nicht nur um den Transport. Wir müssen gleichzeitig Marktzugang, Dokumentation, Compliance, Timing und Qualitätserhalt berücksichtigen. Dennoch suchen wir gemeinsam mit unseren Partnern weiterhin nach praktikablen Routen, um den Schaden für unsere Kunden zu begrenzen."

Wie lange die Blockade und die Spannungen rund um die Straße von Hormuz anhalten werden, bleibt ungewiss. Für Steve steht jedoch fest, dass die Obst- und Gemüsebranche erneut vor einem Stresstest steht. "Die Lieferkette ist widerstandsfähig, aber nicht unbegrenzt dehnbar. Jeder Tag zusätzlicher Unsicherheit hat seinen Preis."

Weitere Informationen:
Steve Alaerts
Foodcareplus Logistics
Oudeleeuwenrui 25
2000 Antwerpen, Belgien
Tel: +32 3 242 91 50
[email protected]
www.foodcareplus.com

Verwandte Artikel → See More