Für den niederländischen Hersteller biologisch abbaubarer Etiketten Bio4Life markiert das Jahr 2025 einen Wendepunkt. Seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 2011 verfolgen Arjan Klapwijk und Marcel de Oude ein Ziel: vollständig kompostierbare, lebensmittelechte Etikettenmaterialien. Nach Jahren des Experimentierens und finanzieller Opfer glauben sie nun, dass ein internationaler Durchbruch unmittelbar bevorsteht.
© Bio4LifeBio4Life gewinnt Auszeichnung für kompostierbare Etikettenlösung
Im Mittelpunkt dieses Erfolgs steht BioTAK® HC700, ein biologisch abbaubarer Klebstoff, der sowohl für die Kompostierung zu Hause als auch für die industrielle Kompostierung zertifiziert ist. Er ist lebensmittelecht und für verschiedene Abfallströme geeignet. In Verbindung mit den neuen europäischen Verpackungsvorschriften, die kompostierbare Obstetiketten vorschreiben, steigt die weltweite Nachfrage rapide an. „Wir haben jahrelang darauf hingearbeitet", sagt Marcel. „Jetzt trägt dieses lange Projekt endlich Früchte."
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Arjans Hintergrund im Bereich Frischwaren und sein Spezialgebiet Eosta brachten ihn auf die Idee. Er stellte fest, dass es zwar kompostierbare Folien und Schalen gab, Klebstoffe und Druckfarben jedoch die Schwachstelle waren. „Klebstoffe biologisch abbaubar und lebensmittelecht zu machen, ist eine enorme Herausforderung", erklärt er.
Marcel, der über jahrzehntelange Erfahrung in der konventionellen Etikettenindustrie verfügt, brachte sein technisches Fachwissen ein. Gemeinsam konzentrierten sie sich ausschließlich auf biologisch abbaubare Materialien und lehnten es ab, konventionelle Alternativen anzubieten.
Ihr erster Meilenstein kam 2012 mit BioTAK® S100, einem industriell kompostierbaren Klebstoff. Seitdem sind die Vorschriften verschärft worden. „Die Grauzone schrumpft. Alle Inhaltsstoffe müssen nun nachweislich kompostierbar und ungiftig sein", bemerkt Arjan. Für Bio4Life bestätigen strengere Vorschriften, dass sie ihrer Zeit voraus waren.
Fruchtetiketten erweisen sich als Katalysator. Nach den neuen EU-Verpackungsvorschriften (PPWR) müssen sie kompostierbar sein. Bio4Life hatte bereits Nachhaltigkeitspreise bei den Global Label Awards (2014 und 2023) und zusammen mit Celanese einen European Bioplastics Award gewonnen. Jetzt testen Hersteller weltweit ihre Materialien. „Von Australien bis Südamerika funktioniert es auf herkömmlichen Maschinen genauso wie Standardmaterialien", sagt Marcel.
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Harz ist klebrig und muss verarbeitet werden, um als Klebstoff verwendet werden zu können.
Die Entwicklung von HC700 dauerte Jahre. „Es musste gut kleben, stabil bleiben, geruchsneutral sein und sich im richtigen Tempo zersetzen", erklärt Marcel. Natürliche Inhaltsstoffe wie Kiefernharz bilden die Grundlage, wobei die genauen Rezepturen vertraulich bleiben.
Trotz wachsender Nachfrage verfügt Bio4Life über keine eigene Fabrik. Stattdessen arbeitet das Unternehmen mit Produzenten zusammen, was eine flexible Skalierung ermöglicht. „Wir haben immer Zugang zu Kapazitäten", sagt Arjan.
Nach Jahren ohne Einnahmen und hohen Investitionen spüren die Gründer, dass sich das Blatt wendet. Kompostierbare Etiketten entwickeln sich von einer Nische zu einer Notwendigkeit. „Es geht nicht nur ums Geschäft", fasst Arjan zusammen. „Es geht darum, die Welt ein bisschen besser zu hinterlassen, als wir sie vorgefunden haben."
Weitere Informationen:
Bio4Life
Venkelbaan 82, 2908 KE
Capelle aan den IJssel
Tel: +31 (0)10 30 30 305
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