Nachhaltige Verpackungsmaterialien sind in der Obst- und Gemüsebranche mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Seit ca. sechs Jahren widmet sich der anerkannte Wellpapphersteller Prima mit Sitz in Diemelstadt-Rhoden ebenfalls der Verarbeitung der eigenen Wellpappe zu hochwertigen Gemüsesteigen, primär für Tomaten, Paprika, Salate und Pilze. "Wir stellen fest, dass wir vom Markt tendenziell mehr wahrgenommen werden", beobachtet Dietmar Löhr, Vertriebsleiter / Prokurist beim Unternehmen.
Der Gemüsebereich sei im Vergleich zu anderen Absatzkanälen in der Regel anspruchsvoller, so das Management der Prima Verpackung. "Wichtig ist, dass unsere Trays gewissen Standardmaßen entsprechen und auf denselben Maschinen laufen wie Trays anderer Hersteller. Man möchte die Maschine zwischendurch nicht umrüsten, sondern alles muss exakt aufeinander abgestimmt sein. Ferner ist die Qualität bzw. die Robustheit der Trays entscheidend. Hier darf also nichts abweichen, speziell in einer feuchten Umgebung bei sommerlichen Temperaturen über 30 Grad."
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Wellpappsteigen mit eingefalzter Ecke für Fruchtgemüse. Die Maße der Steigen (vorw. 40×30 oder 60×40) wurden den Kartonaufrichtmaschinen des Partners Boix Europe angepasst.
Die Prima Verpackung verarbeitet die Wellpappe der eigenen Fabrik namens Prima Welle zu marktgerechten, kundenindividuellen Verpackungen. Die Verpackungsbranche hat einige bewegte Jahre hinter sich, führt Löhr weiter aus. "Zur Pandemiezeit war die Nachfrage extrem hoch, während Rohpapier nur knapp verfügbar war. Der Markt hat sich in den letzten drei bis vier Jahren zum Glück wieder erholt: Das heißt, momentan ist genügend Papier am Markt verfügbar, sodass wir mehr als ausreichend versorgt und bevorratet sind. Erwähnenswert an dieser Stelle ist eben auch, dass wir kein Teil eines Konzerns sind und somit am freien Markt Rohpapier für unseren Bedarf einkaufen dürfen. Hier können wir also flexibel am Markt agieren."
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Jonas Löffler (r) von Prima Verpackung zu Besuch beim Partner Boix Europe während der Demo-Tage in Nordhorn in der KW 11.
Wachsende Nachfrage nach Bag-in-Box-Lösungen
Neu im Portfolio der Prima Verpackung sind seit letztem Jahr die Bag-in-Box-Lösungen für 3, 5 und 10 Liter Gebinde, die direkt am Markt vertrieben werden. Die Umkartons können auf Kundenwunsch individuell bedruckt werden und kommen sowohl bei Fruchtsäften als auch im Kellereibereich zum Einsatz. Löhr: "Der Großteil unserer Produktion geht direkt an Mostereien, sowohl in Deutschland als auch in den Niederlanden. Die Nachfrage hat uns positiv überrascht: Wir sind im Sommer 2025 in den Vertrieb gestartet und bekamen sofort viele Anfragen. Auch auf der diesjährigen Fruchtwelt, wo wir als Erstaussteller vertreten waren, stand unser Bag-in-Box-System primär im Vordergrund und das Interesse beim dortigen Fachpublikum war ebenfalls erfreulich."
Durch die Firmenstruktur mit Vertriebsstandorten in Köln, Norddeutschland sowie Belgien und den Niederlanden sei die Prima Verpackung ebenfalls in der Lage, kleinere Bestellmengen flexibel nachzuliefern. Für das Streckengeschäft verfügt man über einen namhaften Spediteur, sodass Kunden in ganz Deutschland termingerecht beliefert werden können. Darüber hinaus verfügt das Unternehmen seit Neuestem über eine vollautomatische Klebemaschine, die wiederum Teil einer der modernsten Linien Europas sei. "Durch die zwei Roboter, die dabei zum Einsatz kommen, sind wir in der Lage, bis zu 20.000 Verpackungen die Stunde zu verkleben", beziffert Löhr. Unter anderem die Bag-in-Box-Verpackungen durchlaufen diesen hochautomatisierten Prozess.
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Jonas Löffler und Annalena Birk von der Prima Verpackung GmbH während der diesjährigen Fruchtwelt Bodensee.
Verpackungsbranche im Wandel
Alles in allem blickt das Traditionsunternehmen der Zukunft zuversichtlich entgegen, obwohl der Bereich Lebensmittelverpackungen durch Unsicherheit geprägt wird. Die PPWR-Verpackungsverordnung erregt dabei weiterhin die Gemüter. "Mit Blick auf die Kreislaufwirtschaft haben wir im Gegensatz zu Plastik natürlich ein Produkt, das zu 100 % recycelt werden kann. Gleichzeitig sind es vor allem Primär- bzw. Kleinverpackungen wie Schalen und dergleichen, die in den kommenden Jahren durch Papier und Pappe substituiert werden müssen. Von diesem Wandel profitieren wir als Hersteller von Sekundärverpackungen durchaus weniger. Da die Gesetzesänderung mit vielen Fragen einhergeht, haben wir als zusätzlichen Service einen Chatbot für unseren Kunden entwickelt, sodass deren Fragen einfach und zügig beantwortet werden können", heißt es abschließend.
Weitere Informationen:
Jonas Löffler
Sales Manager
Prima Verpackung
Laubacher Weg 9
34474 Diemelstadt-Rhoden
Tel.: +49 (0) 56 94 / 97 93 7-0
[email protected]
www.prima-verpackung.de