Am 20.02.2026 lud Spedifort im Format "Speditalks by Rathmann" zu einer KI-Challenge ein. Die Teilnehmenden konnten im Rahmen der Veranstaltung live mitverfolgen, wie Tom Hansult von DXR für HTS Hüttges Transport-Service eine praxisnahe Herausforderung mithilfe von KI löste, während Andreas Rinnhofer von Spedifort und Christine Hüttges sich mit dem Moderator Matthias Rathmann über ihre bisherigen Erfahrungen mit KI austauschten.
© SpeditalksIm Uhrzeigersinn: Christine Hüttges von HTS, Matthias Rathmann von Rathmann Communications, Andreas Rinnhofer von Spedifort und Tom Hansult von DXR.
KI in Unternehmen
Andreas Rinnhofer berichtete zu Beginn, dass man mit KI "extrem effizient arbeiten" könne. Die wichtigste Grundlage dafür seien aber aufgeräumte Daten. Mittlerweile nutze Spedifort 9 Bots und 130 Workflows zur Automatisierung. "Der beste Bot ist der Bot, den der Kunde nicht merkt, und diese Bots ergeben Sinn. Die größte Frage im Support ist: 'Wie kann ich mein Passwort zurücksetzen?'. Da bearbeitet unser Support-Bot mittlerweile 84 % der Anfragen vollautomatisch."
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Christine Hüttges, Raymond Westmaas & Rob van Bekkum des deutsch-niederländischen Frischespediteurs Hüttges mit Standorten in Kranenburg, Hamburg sowie Rotterdam.
Christine Hüttges vertrat als neue Geschäftsführung HTS Hüttges Transport-Service. "Bis vor einem Jahr wurde hier noch sehr viel mit Papier gemacht. Dann haben wir die Software für die Transporte geupgradet. In der Zollabteilung hatten wir die Herausforderung, dass es viele Aufträge gab, aber die Manpower etwas verstreut war. Da haben wir uns mit einem Unternehmen aus Österreich zusammengeschlossen, das sich auf Zollwesen spezialisiert hat." Eine KI lese die seitenlangen Importunterlagen aus und fasse sie zusammen, damit die Zöllner nicht so viel Zeit investieren müssen und sich wieder auf Kundengespräche konzentrieren können. "Die Software muss noch ein wenig herangeführt werden. Gerade beim Thema Zoll in Deutschland muss das dann auch stimmen, deswegen sind wir da noch etwas vorsichtig", gab sie zu bedenken.
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Die ersten Schritte der KI-Verarbeitung mit Spracherkennung, Übersetzung und Datenextraktion.
Praxisnahe Herausforderung: Sammelpostfach für E-Mails
Ein Problem aus der Praxis sei das E-Mail-Postfach, auf das alle Disponenten Zugriff haben. Für jeden Auftrag gäbe es Dinge, die initial überprüft werden müssen: Ist der Kunde schon im System? Ist der Auftrag vollständig? Gibt es die Ressourcen für den Auftrag? Gleichzeitig müssen fremdsprachige E-Mails eventuell übersetzt werden. Tom Hansult nahm die Herausforderung an und versuchte, dieses Problem in weniger als einer Stunde zu lösen.
Auch Hansult betonte, dass "eine zentrale Datenbank ein Gamechanger ist, der die Automatisierung erlaubt". In der Demo-Datenbank legte er einen Überprüfungsschritt, z. B. für die Vollständigkeit des Transportauftrags, an, wodurch eine automatische E-Mail an die Kunden verschickt werden kann, sollte etwas fehlen. Diese Zwischenschritte, die von den Mitarbeitenden überprüft werden, halte er für sehr wichtig, damit nicht erst am Ende der Bearbeitung eventuelle Fehler der KI auffallen.
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Weitere Arbeitsschritte der KI: eine Vollständigkeitsprüfung und der Kundenabgleich im System.
Sollte eine automatische E-Mail verschickt werden, pausiere die Bearbeitung und beginne von vorn, wenn Ergänzungen vom Kunden hereinkommen. So sei alles in einer Datenbank gespeichert, was dem Unternehmen auch eine gute statistische Auswertung ermögliche, etwa wie viele Aufträge unvollständig sind oder wie lange es dauert, bis ein Auftrag angenommen ist. Darüber hinaus erstellte Hansult ein Neukundenformular, das automatisch verschickt wird, wenn der Kunde noch nicht im System hinterlegt ist.
KI-Lösung für HTS Hüttges Transport-Service
Mithilfe von Claude AI integrierte Hansult mehrere KI-Workflows in die Demo-Datenbank und erklärte an einem beispielhaften Szenario, wie die KI in Zukunft die Arbeit der Disponenten unterstützen könnte. In diesem Beispiel hatte ein polnischsprachiger Neukunde eine Anfrage geschickt. Die KI verarbeitete die E-Mail, indem sie die Sprache, in diesem Fall Polnisch, erkannte und ins Deutsche übersetzte. Danach listete sie die Daten strukturiert auf, überprüfte die Vollständigkeit mit Zollhinweis und führte einen Kundenabgleich im System durch. Am Ende erhalten die Mitarbeitenden eine Zusammenfassung mit Statusangabe und können mit einem Klick das Neukundenformular auf Deutsch und z. B. Polnisch verschicken.
© SpeditalksNach der Verarbeitung erhalten die Mitarbeitenden eine Übersicht und können eine automatische E-Mail verschicken lassen.
Datenschutz
Hüttges war sichtlich begeistert von dem, was Hansult in einer Stunde erreicht hatte. Gleichzeitig äußerte sie ein Bedenken: "Was ist mit dem Datenschutz? Ich kann doch nicht einfach alle meine Daten hochladen? Oder bin ich zu deutsch?" Ein Einwand, den Rinnhofer gut verstehen konnte. "KI kostet mich im Backend 130.000 EUR im Jahr – Tendenz steigend! Aber wenn man Geld für Pro-User in die Hand nimmt, bekommt man es beim Datenschützer durch. Datenschutz ist sehr schwierig, deswegen geben wir dafür auch sehr viel Geld aus, haben einen externen Datenschutzbeauftragten und lassen die Tools vorher prüfen. Und wir verwenden von nichts die kostenlose Variante, denn Enterprise-Level-Daten müssen gut geschützt werden", betonte er abschließend.
Der nächste "Speditalk by Rathmann" zum Thema "TMS in der Praxis" findet mit anderen Gästen aus der Branche am 20.03. statt.
Weitere Informationen:
Andreas Rinnhofer
Spedifort
Am Neugrund 39
D-83088 Kiefersfelden
Tel.: +49 (0)8033 97892-0
E-Mail: [email protected]
https://www.spedifort.com/
Matthias Rathmann
Rathmann Communications
Schimmelstraße 9
72622 Nürtingen
Tel.: +49 151 41 80 84 01
E-Mail: [email protected]
https://www.rathmann-communications.de/
Christine Hüttges
HTS Hüttges Transport-Service GmbH & Co. KG
Im Hammereisen 57
47559 Kranenburg
Tel.: +49 (0) 2826 9142-0
E-Mail: [email protected]
https://www.hts-deutschland.de/
Tom Hansult
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