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Eiskaltes Berlin und internationale Herausforderungen prägen Fruit Logistica 2026

Vom 4. bis 6. Februar fand die Fruit Logistica 2026 im eiskalten Berlin statt. Obwohl sie nach wie vor die größte Fachmesse für den Obst- und Gemüsesektor ist, gab es in diesem Jahr einige Herausforderungen. Bei Temperaturen, die zwischen -3 und -9 Grad Celsius schwankten, war es für viele schwierig, zur Messe in Berlin zu kommen. Dadurch kamen ohnehin weniger Besucher als in anderen Jahren, war bei den Ausstellern zu hören. Hinzu kam, dass der Berliner Flughafen wegen des Winterwetters zwei Tage lang geschlossen war, sodass die Messebesucher gezwungen waren, nach Alternativen zu suchen oder bis Samstag, Sonntag oder manchmal sogar Montag zu warten, um nach Hause zu kommen. Trotz all dieser Schwierigkeiten waren wir natürlich wieder vor Ort, um zu berichten und Fotos zu machen.

Schwieriger Markt drückt auf die Stimmung der deutschen Aussteller, aber Bedeutung der Fruit Logistica bleibt hoch
Für die deutschsprachigen Länder ist die Fruit Logistica nach wie vor ein Heimspiel und der wichtigste Treffpunkt des Jahres. Längst treffen sich die Vertreter von Anbau und Handel in den Hallen 20 und 21, wo auch in diesem Jahr wieder reger Betrieb herrschte. Dennoch drückt die schwierige Marktsituation aufgrund von Überschüssen, steigenden Kosten und der aktuellen Agrarpolitik spürbar auf die Stimmung in der Branche und damit auch in Berlin. Gleichzeitig betonen die Aussteller die Bedeutung der Fruit Logistica als Diskussions- und Networking-Plattform, gerade in diesem Ausnahmejahr.

© Hugo Huijbers | FreshPlaza.de
Deutsche Aussteller auf der diesjährigen Fruit Logistica. Im Uhrzeigersinn: die Belegschaften der Firmen Palm Systems, Hepro GmbH, Ulma Packaging, ung Poly-clip Systems.

Unter den Ausstellern aus der DACH-Region waren auch in diesem Jahr wieder einige Newcomer zu finden, ein weiteres Zeichen dafür, dass die Messe auch bei aufstrebenden Unternehmen nach wie vor einen guten Ruf genießt. Allerdings stellen vor allem die größeren Akteure mit Exportinteressen inzwischen nicht mehr nur in Berlin, sondern auch in Madrid aus.

Auch für Österreich und die Schweiz ist Deutschland der wichtigste Handelspartner, wenn es um Obst und Gemüse geht. Tatsächlich wird ein Großteil des Handels über Deutschland bezogen oder verkauft. Seit einigen Jahren haben die Schweizer am Ende des zweiten Messetages auch eine eigene Networking-Veranstaltung (Apéro), die auch in diesem Jahr bei den einheimischen Erzeugern, Händlern und Einzelhändlern auf große Begeisterung stieß.

© Jannick Flach | FreshPlaza.de

Niederlande prominent, aber Herausforderungen dominieren den Markt
Die niederländische Delegation war auch in diesem Jahr sehr groß. Die Halle 3.2 bestand sogar vollständig aus niederländischen Unternehmen. Die niederländischen Obst- und Gemüsegenossenschaften sehen der niederländischen Saison mit Spannung entgegen. Die Wetterprobleme in Spanien und Marokko sind gravierend, was bedeutet, dass das Angebot und die Qualität von spanischem Fruchtgemüse minimal ist und die Signale für den (belichteten) niederländischen Anbau auf grün stehen. Die Freilandgemüsehändler haben fast durchweg mit niedrigen Preisen zu kämpfen, wobei der Kartoffelmarkt noch am wenigsten Anzeichen einer Erholung zeigt.

© Jannick Flach | FreshPlaza.de
Team Rijk Zwaan

Die Nachfrage auf dem Birnenmarkt hingegen beginnt sich zu beleben. Verspätungen sind an der Tagesordnung, und im vergangenen Monat wurden sogar Schiffe wegen unzureichender Hafenkapazitäten wieder auf See geschickt. Auch alle geopolitischen Entwicklungen führen zu Veränderungen in den Handelsströmen. Außerdem bereiten sich alle Verpackungsunternehmen und Kunden auf die neue EU-Verpackungsverordnung (PPWR) vor.

© Jannick Flach | FreshPlaza.deFresh2You

Vorsichtiger Optimismus bei den belgischen Ausstellern, aber auch Besorgnis
Traditionsgemäß war ein Großteil der belgischen Aussteller wieder in Halle 27 zu finden, wo der VLAM-Pavillon untergebracht war. Darüber hinaus waren natürlich auch einige Unternehmen über die Hallen verstreut zu finden, mit den nötigen Debütanten. Dennoch war die Stimmung in Bezug auf die aktuelle Birnensaison allgemein hoffnungsvoll. Auch wenn es sich um ein Jahr handelt, das aufgrund der großen Qualitätsunterschiede vorerst eine Herausforderung darstellt, freute man sich auf eine bessere zweite Hälfte der Saison. "Die schlechteren Partien sind jetzt weitgehend vom Markt verschwunden, sodass wir, wenn alle klug handeln, jetzt langsam aber sicher einen Preisanstieg erleben können", sagte ein Aussteller..

© Jannick Flach | FreshPlaza.de
Das Team von Calsa

Bei Äpfeln ist die Stimmung weit weniger hoffnungsvoll. Der Markt wird von großen Mengen beherrscht, und obwohl belgische Äpfel hauptsächlich ein Produkt für den heimischen Markt sind, muss man sich jetzt nach neuen Märkten umsehen, um in dieser Saison etwas zu verdienen. Auch Kartoffeln stellen eine Herausforderung dar. Dass die Mengen hoch und die Preise niedrig sind, ist inzwischen bekannt, und daran scheint sich vorerst nichts zu ändern. Die Vertragsverhandlungen für die nächste Saison werden mit Spannung erwartet, da sie nach Aussage eines Ausstellers möglicherweise der einzige Ausweg sind.

Beim Feldgemüse ist die Situation ähnlich: hohe Mengen und niedrige Preise. Bei den Händlern von Gewächshausgemüse herrscht jedoch etwas mehr Optimismus aufgrund der aktuellen Probleme in Spanien und Marokko, was für die belgische Wintergewächshausproduktion ein gefundenes Fressen ist. Insgesamt herrschte Zufriedenheit mit der Messe, aber auch Frustration wegen der Probleme mit dem Wetter und den damit verbundenen geringeren Besucherzahlen.

© Jannick Flach | FreshPlaza.de
Bel'Export mit dem Apfel Bloss, den sie exklusiv auf dem belgischen Markt vertreiben

Sehr gemischte Reaktionen auf den französischen Pavillon
In diesem Jahr waren weniger Unternehmen vertreten als im Vorjahr. Einige französische Aussteller waren positiv überrascht, denn die Besucherzahlen waren gut, während andere enttäuscht waren. Mehrere Aussteller berichteten auch, dass Einkäufer von Einzelhandelsketten merklich abwesend waren.

Zu den meistdiskutierten Themen gehörten Produktionsprobleme (steigende Produktionskosten, Wettbewerbsdruck, weniger Pflanzenschutzmöglichkeiten, Importverbote usw.) und ein stagnierender Markt. Zu den Neuheiten, die auf der Messe vorgestellt wurden, gehörten die Einführung neuer Sorten, neuer Marken (z. B. bei Kartoffeln), neuer Produktkonzepte (z. B. Suppen-Kits zur Ankurbelung des Verbrauchs) und einige neue Kooperationen.

© Jannick Flach | FreshPlaza.de

Italienische Delegation widerstandsfähig und innovativ
Die Rückmeldungen zur italienischen Delegation auf der Fruit Logistica zeigen, dass sie trotz der immer vielfältigeren internationalen Messelandschaft mit mehr als 360 Ständen, die die gesamte Wertschöpfungskette abdeckten, eine robuste und innovative Präsenz zeigte.

Der Schwerpunkt lag auf fortschrittlicher Technologie und Nachhaltigkeit: Neben Maschinen, die künstliche Intelligenz zur Optimierung des Verarbeitungsprozesses einsetzen, wurden bahnbrechende Werkzeuge vorgestellt, die Pflanzen zum "Zuhören" bringen, um agronomische Entscheidungen zu optimieren, sowie eine vollständig biologisch abbaubare, pflanzenbasierte Lösung zur Erhaltung der Frische.

Bemerkenswert war die Einführung eines neu gestalteten Kristalletiketts, das die Funktionen eines klassischen Chips effektiv ersetzt und einen großen Schritt nach vorn bei der intelligenten Etikettierung darstellt. Die Veranstaltung wurde außerdem durch kreative Marketinginitiativen und ein umfangreiches Konferenzprogramm bereichert, das darauf abzielte, internationale Partner zu gewinnen.

Schlechtes Wetter in Spanien, starke Präsenz lateinamerikanischer Länder auf der Fruit Logistica
Das schlechte Wetter in Spanien war ein wichtiges Gesprächsthema in den spanischen Pavillons. Die Kälte und der häufige Regen haben die laufende Saison stark beeinträchtigt und die Verfügbarkeit von Beeren, Gewächshausgemüse (insbesondere Gurken und Paprika), der gesamten Palette von Freilandgemüse sowie Avocados und Zitrusfrüchten aufgrund von Ernteproblemen erheblich eingeschränkt. Trotz dieser Herausforderungen bleibt die Nachfrage auf den wichtigsten europäischen Märkten stabil, was den Unternehmen des Sektors Erfahrung, Planung und Reaktionsfähigkeit abverlangt. Das EU-Mercosur-Abkommen war ebenfalls ein heißes Thema. Die spanischen Erzeuger und Exporteure wollen den europäischen Händlern zeigen, dass die Konzentration auf Drittländer auf Kosten der Qualität, Kontinuität und Lebensmittelsicherheit ihrer Produktion geht. Sorgen bereitet auch das Wachstum afrikanischer Länder wie Ägypten, Marokko und der Türkei, die auf dieser Messe und damit auf dem europäischen Obst- und Gemüsemarkt an Bedeutung gewinnen.

© Jannick Flach | FreshPlaza.de

Im Allgemeinen fanden viele im Voraus vereinbarte Termine statt, aber es wurde ein Rückgang der Besucherzahlen an den spanischen Ständen festgestellt. Der Zuwachs auf der Madrider Messe wurde wiederum auf strategisch günstigere Termine für viele Kulturen zurückgeführt. In Berlin erschwerte das schlechte Wetter mit Schnee den Zugang zum Messegelände für viele Besucher. Einige Aussteller wiesen darauf hin, dass die Kunden, obwohl Deutschland ein wichtiger Markt ist, sie zunehmend an der Quelle besuchen wollen, was sich auch negativ auf die Besucherzahlen in Berlin auswirkte. Andere betonten, dass sich die beiden Messen gegenseitig ergänzen: Madrid wird zunehmend gewählt, um neue Produkte vorzustellen, während die Fruit Logistica genutzt wird, um den Fortschritt von Kampagnen zu diskutieren, Produktionsverbesserungen zu zeigen und Innovationen, Lebensmittelsicherheit und Nachhaltigkeit hervorzuheben.

Lateinamerika glänzt trotz Winterwetter und vollem Terminkalender
Auf der Fruit Logistica bündelten die Pavillons 23 und 25 die Energie des lateinamerikanischen Blocks. Trotz des winterlichen Wetters in Berlin war die Beteiligung von Kolumbien, Peru, Mexiko, Argentinien, Uruguay, Guatemala, Chile, Brasilien, Ecuador, Costa Rica und der Dominikanischen Republik aktiv und dynamisch. An den Ständen herrschte ein reges Treiben mit vorgeplanten Terminen, ständigen Besuchen europäischer Importeure und Treffen mit Vertriebsketten. Das Interesse konzentrierte sich vor allem auf Frischobst, Bioprodukte und differenzierte Angebote, die die Region als wichtigen strategischen Partner für den europäischen Markt positionieren.

© Jannick Flach | FreshPlaza.de

Kolumbien
Die kolumbianische Delegation zeichnete sich durch ihre aktive Teilnahme aus, mit 22 Unternehmen und vorab vereinbarten Terminen. Das Interesse an nachhaltigen und ökologischen Produkten, insbesondere an Bio-Zitronen, war groß. Die Messe bot die Möglichkeit, Kontakte zu deutschen und europäischen Einzelhändlern und Importeuren zu vertiefen. Die Messe war gut besucht, und es kam zu produktiven Gesprächen, wobei der Schwerpunkt auf Qualität, Rückverfolgbarkeit und der sozialen Herkunftsgeschichte lag.

Peru
Starke Präsenz mit Exporteuren, die ihre Beziehungen festigten und auf Nachhaltigkeit und Vorschriften hinwiesen. Gute Beteiligung von europäischen Einkäufern. Interesse an Trauben, Blaubeeren und Zitrusfrüchten. Die Messe stärkte die Positionierung und bereitete sich auf die nächste Saison vor, in der strengere Vorschriften gelten und der Schwerpunkt auf dem Mehrwert liegt.

Mexiko
Die Teilnahme konzentrierte sich auf die Stärkung der Handelsbeziehungen und die Erkundung von Möglichkeiten in höherwertigen Nischen. Produktive Tagesordnung und effektive Treffen. Interesse an Beeren und Bio-Zitronen. Der Markt wurde als anspruchsvoller in Bezug auf Nachhaltigkeit und Zertifizierungen wahrgenommen. Die Messe wurde als eine wichtige Plattform für die Diversifizierung in Europa angesehen.

© Jannick Flach | FreshPlaza.de

Argentinien
Schwerpunkt auf Blaubeeren und Marktdiversifizierung. Positive Atmosphäre und Treffen sowohl mit traditionellen Kunden als auch mit neuen Käufern. Das Wachstum des Verbrauchs in Europa wurde hervorgehoben. Interesse an Qualität, Logistik und neuen Sorten. Die Messe hat die Präsenz in Europa und Israel gestärkt und bietet Möglichkeiten angesichts der wachsenden Nachfrage nach gesunden Produkten.

Uruguay
Optimistische Delegation hinsichtlich des Mercosur-EU-Abkommens. Erneuertes Interesse an Zitrusfrüchten, insbesondere an leicht zu schälenden Sorten. Gute Gespräche mit europäischen Käufern. Erwartung von zukünftigen Zollsenkungen. Die Teilnahme konzentrierte sich auf Wettbewerbsfähigkeit, Lebensmittelsicherheit und Expansion in Europa. Positive Atmosphäre und strategische Diskussionen.

Guatemala
Guatemala kehrte nach mehreren Jahren der Abwesenheit zurück, wobei der Schwerpunkt auf frischen Bananen lag. Aktiver Terminkalender und gute Beteiligung von europäischen Einkäufern, insbesondere aus Deutschland, Spanien und dem Vereinigten Königreich. Positive Atmosphäre, die sich auf die Konsolidierung der Handelsbeziehungen, die Einhaltung der strengeren Vorschriften und die Stärkung des Images als zuverlässiger Lieferant in Europa konzentrierte.

Chile
Die institutionelle Beteiligung konzentriert sich auf die Beziehungen zu den Importeuren und die Förderung des Sektors. Deutschland wird als reifer Markt angesehen, der sich auf Nüsse, Trauben und Blaubeeren konzentriert. Steigendes Interesse an Bio-Produkten, insbesondere an Bio-Zitronen. Gute Vernetzungsmöglichkeiten und Betonung auf langfristigen Beziehungen. Die Messe bleibt ein wichtiges Werbeinstrument.

© Jannick Flach | FreshPlaza.de

Brasilien
Starke Vertretung durch Exporteursverbände und Unternehmen. Europa bleibt Hauptbestimmungsort. Interesse an Mangos, Melonen, Wassermelonen und Trauben. Logistische und zolltechnische Herausforderungen, aber die Messe bot Möglichkeiten zur Stärkung des europäischen Marktes und zur Erschließung neuer Märkte wie China.

Ecuador
Aktiver Pavillon mit starker institutioneller Werbung. Schwerpunkt auf Bananen, Pitahaya und exotischen Früchten. Schulungen im Vorfeld der Messe und kulinarische Veranstaltungen, um Käufer anzuziehen. Gute Besucherströme und Kontakte. Deutschland bleibt strategischer Markt für ecuadorianische Bananen.

Costa Rica
Die Unternehmen betonten das Exportwachstum, insbesondere bei Ananas. Vereinbarungen konzentrierten sich auf Osteuropa und Diversifizierung. Logistische Herausforderungen und neue Versicherungsinstrumente wurden diskutiert. Der Schwerpunkt liegt auf der Stärkung bestehender Beziehungen und der Expansion in neue Märkte. Die Messe wurde als wichtiger Treffpunkt für Geschäftswissen angesehen.

Dominikanische Republik
Die Teilnahme konzentrierte sich auf Diversifizierung und neue Produkte. Guter Zustrom von europäischen Käufern. Interesse an Avocados, Mangos und der Verwertung von Bananen. Neugierde auf neue Kulturen wie Tafeltrauben. Die Messe war positiv für die Positionierung und die Erkundung neuer Märkte.

© Jannick Flach | FreshPlaza.de
Troy Cleaver von TOMRA mit der neuen Technologie zur Klassifizierung von Blaubeeren

Britische Importeure besorgt über die Wetterbedingungen in Spanien
Die britischen Importeure sind besorgt über die Wetterbedingungen in Spanien, die zu erheblichen Störungen führen. Erdbeeren für den Valentinstag sind besonders besorgt, da die Anbaubedingungen nicht ideal sind. Ein Importeur gab jedoch an, dass alle Bestellungen jetzt abgedeckt seien.

In diesem Jahr gab es ein paar neue Gesichter aus dem Vereinigten Königreich, aber die Gesamtzahl der britischen Unternehmen auf der Messe ging zurück. Ein neues Unternehmen warb beispielsweise für ferngesteuerte Reiferäume, während ein anderer langjähriger Aussteller eine neue Beschichtung vorstellte, mit der sich frische, geschnittene Kartoffeln länger halten lassen. Hierfür konnte eine preisgünstige Lösung entwickelt werden.

© Jannick Flach | FreshPlaza.de

Portugiesische Überschwemmungen, türkischer Frost und polnische Chancen
Die portugiesischen Stände in Halle 5.2 wurden meist erst ab Mittag stärker frequentiert. Obwohl die Aussteller physisch anwesend waren, waren ihre Gedanken meist noch in der Heimat, wo die Überschwemmungen das Land heimsuchten und Sorgen bereiteten. Viele Erzeugnisse sind davon betroffen, da einige Felder, beispielsweise für Kohl, vollständig überflutet wurden. Das wahre Ausmaß der Schäden ist noch nicht bekannt, da sich das Wasser während der Messe noch nicht vollständig zurückgezogen hatte.

Die türkischen Aussteller bewerteten ihre Lage in Halle 27 wesentlich positiver als im vergangenen Jahr. Ihnen zufolge wussten die Besucher in diesem Jahr viel leichter, wie sie die Halle 27 finden konnten. Sie gaben an, dass 2025 ein sehr schlechtes Jahr war, und freuten sich besonders auf die neuen Saisons, beispielsweise für Steinobst. Der Frost im Jahr 2025 hatte die meisten Chancen auf eine gute Saison zunichte gemacht, aber es gibt viel Hoffnung für die Saison 2026. Einige Unternehmen haben extra in Frostschutzmaßnahmen investiert, in der Hoffnung, dieses Jahr besser abzuschneiden.

© Jannick Flach | FreshPlaza.de

Die polnischen Aussteller schienen sich alle zu amüsieren. In dem großen polnischen Pavillon waren regelmäßig Exporteure vertreten, die angaben, dass die Apfelsaison bisher recht positiv verlaufen ist. Obwohl das Angebot in Europa mengenmäßig sehr groß ist, gibt es noch viel zu verdienen, sobald die Kühlhäuser vollständig geöffnet sind. Es waren auch viele polnische Verpackungsunternehmen vertreten, die ihre besten Verpackungslösungen für Frischwaren vorstellten. Einige Aussteller gaben an, dass sie den Eindruck hatten, dass die Besucherzahlen insgesamt niedriger waren als im Vorjahr, aber sie führen das auf einen allgemeinen Rückgang der Besucherzahlen zurück und nicht auf ihren Standort in den Hallen.

Begrenzte Beteiligung aus den Balkanländern
Die Fruit Logistica 2026 endete mit relativ wenigen Teilnehmern aus den Balkanländern. Vor allem die Präsenz griechischer Unternehmen, die traditionell die größte Gruppe aus dieser Region stellen, war im Vergleich zu den Vorjahren begrenzt. Generell scheinen griechische Fruchthändler zunehmend die Fruit Attraction zu bevorzugen, was auf den strategischen Zeitpunkt der spanischen Messe kurz vor Beginn der Kiwi-Ernte zurückzuführen ist. Dennoch spielte die Kiwi in den Körben, dem Werbematerial und den Handelsgesprächen der griechischen Unternehmen, von denen einige zum ersten Mal an der deutschen Messe teilnahmen, eine wichtige Rolle. Die griechischen Kiwi-Händler tauschten Informationen über den Verlauf der Saison und die internationalen Bestände aus, wobei sie hauptsächlich nach Märkten außerhalb der Europäischen Union suchten. Andere griechische Produkte, die stark vertreten waren, waren Zitrusfrüchte, Steinobst, Erdbeeren und Gewächshausgemüse. Besondere Aufmerksamkeit wurde auch der Bekanntmachung griechischer Blaubeeren und Himbeeren gewidmet, obwohl ihr Anbau in Griechenland noch begrenzt ist. Unter den griechischen Ausstellern waren nur wenige Unternehmen vertreten, die sich auf ökologische Erzeugnisse, Verpackungs- und Obstverarbeitungstechnologie spezialisiert haben.

Zehn Unternehmen aus Nordmazedonien nahmen als Aussteller im Rahmen eines Gemeinschaftsstandes teil, von denen neun rein exportorientiert waren und das zehnte ein technisches Unternehmen. Die meisten Produzenten sind in einem breiten Obst- und Gemüsesortiment tätig, nur drei konzentrierten sich auf einige wenige spezifische Produkte, wie Trauben, Pflaumen und Tomaten. Die Unternehmen aus Nordmazedonien exportieren ihre Produkte hauptsächlich nach Osteuropa, aber die Unternehmen mit größeren Mengen wollen auch auf andere Märkte expandieren. Aus Zypern nahmen sechs Unternehmen teil, wobei Kartoffeln als das dynamischste Exportgemüse der Insel das häufigste Produkt waren. Aus Bulgarien waren ein Kunststoffunternehmen und zwei Gemeinschaftsstände mit Erzeugern und Exportunternehmen vertreten, die zusammen neun Unternehmen ausmachten. Darunter befanden sich fünf Gewächshausgemüseunternehmen und vier Obstunternehmen, die ihre Produkte ebenfalls hauptsächlich nach Osteuropa exportieren.

© Jannick Flach | FreshPlaza.de

Neuer Standort für chinesische Aussteller
Bei der diesjährigen Messe wurden die chinesischen Unternehmen von der Halle 26 in die Halle 7.2 verlegt. Obwohl der neue Standort besser ist als zuvor, ist er immer noch weit von den Hauptbesucherbereichen entfernt, sodass die Besucher eine beträchtliche Strecke zurücklegen mussten, um den chinesischen Pavillon zu erreichen. Viele langjährige Aussteller nahmen dieses Jahr nicht teil, während einige neue Unternehmen zum ersten Mal dabei waren. Um Kosten und logistische Risiken zu senken, zeigten viele Aussteller Plastikmodelle von Früchten anstelle von echten Produkten.

Die Unsicherheit in der Logistik beeinträchtigt den Markt weiterhin stark. Die anhaltende Krise im Roten Meer hat zu erheblichen Störungen in den Schifffahrtsplänen geführt. Die Transportzeit von China nach Europa hat sich von etwa 25 Tagen auf 70 bis 90 Tage verlängert, und die Ankunftszeiten und Häfen sind schwer vorherzusagen. Dies führt dazu, dass Waren gleichzeitig eintreffen, was zu vorübergehenden Überschüssen und Preisdruck führt. Frische Produkte mit kurzer Haltbarkeit sind am stärksten betroffen und weisen höhere Verlustraten auf. Um die Risiken zu mindern, entscheiden sich immer mehr Unternehmen für Routen rund um Südafrika. Obwohl diese Routen mehr als 20 Tage länger dauern, gelten sie als stabiler als die Routen über das Rote Meer.

© Jannick Flach | FreshPlaza.de

Die Mehrheit der Aussteller exportiert Ingwer und Knoblauch. Der Wettbewerb bei den Agrarexporten nimmt zu, sodass die Exporteure versuchen, neue Märkte zu erschließen. Westafrikanische Länder wie Senegal und Angola sind zu wichtigen Zielmärkten geworden, aber das zunehmende Angebot führt zu einer Marktsättigung und sinkenden Preisen. Viele Exporteure berichteten, dass die Nachfrage stabil ist, aber der harte Wettbewerb und die Preissenkungen die Gewinne schmälern.

Geringere Gewinnspannen bei frischem Knoblauch lassen das Interesse an verarbeiteten Knoblauchprodukten wie Knoblauchzehen steigen. Der Ingweranbau in Yunnan expandiert unterdessen, wobei die Nachfrage aus Europa aufgrund des starken Geschmacks und der biologischen Qualität steigt.

Was neue Produktkategorien betrifft, so entwickeln die Exporteure aktiv differenzierte Produkte. Die Rong'an Kumquat ist ein wichtiges neues Produkt, das von mehreren Ausstellern beworben wird. Kumquat war in den vergangenen zwei Jahren auf dem heimischen Markt sehr beliebt, wobei ein klarer Trend zur Verpackung als Geschenkboxen für Feste besteht. Die Exporteure hoffen, durch die Berliner Messe weiter auf den europäischen Markt zu expandieren.

Die unterstützenden Technologien entwickeln sich rasant. 4G-Temperatur- und Feuchtigkeitslogger ersetzen ältere Modelle, und da der Wettbewerb auf dem Markt immer härter wird und die Gewinnspannen sinken, expandieren einige Unternehmen in neue Geräte, wie beispielsweise Fruchtzuckermessgeräte, um neue Wachstumsmöglichkeiten zu finden.

© Jannick Flach | FreshPlaza.de
Das Team Sun World feierte dieses Jahr sein 50-jähriges Bestehen

Nordamerikanische Aussteller auf der Fruit Logistica: klein, aber stabil
Die Zahl der Aussteller aus den USA und Kanada war relativ klein, aber stabil. Obwohl die meisten Aussteller auf die Hallen 23 und 25 verteilt waren, mussten insgesamt zwölf Hallen besucht werden, um alle nordamerikanischen Unternehmen zu sehen. Der Handel mit Frischprodukten zwischen Nordamerika und Europa ist im Laufe der Jahre deutlich zurückgegangen, aber die meisten Aussteller besuchen die Berliner Messe, weil sie hier in wenigen Tagen ihre Lieferanten und Kunden aus der ganzen Welt treffen können. Es gibt einfach nicht viele Messen, die eine so große globale Vertretung zusammenbringen.

Die am stärksten vertretene Produktkategorie aus den USA waren Süßkartoffeln. Diese werden aufgrund ihrer gleichbleibend hohen Qualität immer noch nach Europa exportiert. Ein Süßkartoffel-Exporteur wies darauf hin, dass er jetzt auch aus Ägypten bezieht, um seine europäischen Kunden ganzjährig bedienen zu können. Einige Aussteller vertraten die Kategorie Zitrusfrüchte und berichteten, dass die Saison in Kalifornien nicht einfach gewesen sei. Starke Regenfälle haben die Möglichkeiten, die Früchte über weite Strecken zu transportieren, eingeschränkt. Infolgedessen bleibt der Exportmarkt begrenzt, und der Großteil der kalifornischen Zitrusfrüchte wird in dieser Saison auf dem heimischen Markt verbleiben. Auf globaler Ebene sind Marokko, Ägypten und China die aufstrebenden Zitruslieferanten.

Andere Produkte, die noch nach Europa kommen, sind grüner Spargel, und nach mehreren Jahren der Abwesenheit war auch ein Exporteur von kanadischen Kirschen anwesend. Blaubeeren sind eindeutig ein weltweit vertretenes Produkt: Die nordamerikanischen Aussteller beziehen sie von überall her und exportieren sie in fast alle Regionen der Welt.

Die Mehrzahl der nordamerikanischen Aussteller sind jedoch Anbieter von Ausrüstungen, Technologien und Verpackungen für den O&G-Sektor. Man denke an Unternehmen, die in den Bereichen Züchtung, Temperaturüberwachung und Kühlkettenmanagement tätig sind, sowie an Hersteller von Etikettier- und Verpackungsmaschinen, Ethylengeneratoren, Obstqualitätsmessgeräten und Verpackungsmaterialien für Obst und Gemüse.

Neben den Ausstellern haben auch mehrere nordamerikanische Unternehmen Vertreter auf die Messe geschickt, um neue Trends und Produkte zu entdecken. Was jetzt in Europa im Trend liegt, wird in den kommenden Jahren seinen Weg nach Nordamerika finden.

© Jannick Flach | FreshPlaza.de

Starke Präsenz von Ausstellern aus der MENA-Region und Afrika
In den Hallen 22 und 25, die der MENA-Region gewidmet sind, waren die wichtigsten Frischwarenproduzenten vertreten, nämlich Ägypten und Marokko. Die wichtigsten Produkte waren Zitrusfrüchte und Medjool-Datteln, die an den ägyptischen und marokkanischen Ständen dominierten, gefolgt von einer großen Auswahl an Frühgemüse und verschiedenen Früchten. Interessanterweise kamen viele Aussteller, die Medjool-Datteln anboten, aus verschiedenen Ländern der Region - ein neuer Trend, der auf anderen Messen im vergangenen Jahr zu beobachten war und auf eine wachsende Begeisterung für diese Datteln auf dem Markt hinweist. Der saudische Pavillon, der ausschließlich Datteln gewidmet ist, ist inzwischen ein fester Bestandteil der Messe. Die jordanischen Aussteller waren in größerer Zahl vertreten als bei früheren Ausgaben, wobei der Schwerpunkt auf Medjool-Datteln lag. Bei der Ausgabe 2026 war auch eine bedeutende palästinensische Delegation vertreten, während die Zahl der Aussteller aus Tunesien, dem Libanon und den Vereinigten Arabischen Emiraten geringer war.

Die Vorzeigeprodukte der Messe finden in dieser Saison einen starken Absatzmarkt, wie zum Beispiel ägyptische Valencia-Orangen und marokkanische Zitrusfrüchte. Die Aussteller von Medjool-Datteln schlossen Verträge für die nächste Saison ab, da sie schon früh in der Saison ihre gesamten Bestände ausverkauften oder kurz davor standen, was die starke Nachfrage nach dieser Frucht widerspiegelt.

© Jannick Flach | FreshPlaza.de

Die Halle 26, die Afrika gewidmet war, zeichnete sich durch eine großzügige Aufteilung und die Anwesenheit zahlreicher großer Länderpavillons aus: Kenia, Ruanda, Tansania, Äthiopien, Südafrika, Simbabwe, Ghana, Mauretanien, Nigeria usw. Der äthiopische und der ruandische Pavillon stachen durch ihr beeindruckendes Wachstum im Vergleich zur vorigen Ausgabe hervor. Auffallend war dagegen die Abwesenheit einiger Länder, die im vergangenen Jahr teilgenommen hatten, wie beispielsweise Mali. Die wichtigsten Produkte an den ostafrikanischen Ständen waren Avocados, gefolgt von Chili, Bohnen, Erbsen und Gewürzen. An den westafrikanischen Ständen standen Mangos und Wassermelonen im Mittelpunkt, ebenso wie Süßkartoffeln und Süßkartoffeln.

Die Aussteller waren im Allgemeinen mit den Besucherzahlen und der Lage ihrer Hallen zufrieden, trotz der Berliner Wetterbedingungen, die den Beginn des zweiten Messetages verzögerten und die Hallen am frühen Morgen fast leer ließen. Die Mehrheit der befragten Aussteller berichtete von einem sehr aktiven Markt und einer starken Saison für ihre Produkte, was sich auch in ihrer Messebeteiligung widerspiegelte. Ein Aussteller brachte die allgemeine Stimmung auf den Punkt: "Die Fruit Logistica 2026 hat bestätigt, was wir bereits wussten: Der Markt ist bereit für ein diszipliniertes, skalierbares afrikanisches Angebot."

Nachfolgend finden Sie alle Fotoreportagen der jeweiligen Länder & Branchen:

Deutschland: https://www.freshplaza.de/photos/album/12956/fruit-logistica-2026-dach/

Niederlande: https://www.agf.nl/photos/album/12952/nederlandse-agf-handel-op-fruit-logistica-2026/

Belgien: https://www.agf.nl/photos/album/12954/belgische-agf-handel-op-fruit-logistica-2026/

Frankreich: https://www.freshplaza.fr/photos/album/12962/fruit-logistica-2026/

Italien: https://www.freshplaza.it/photos/album/12959/fruit-logistica-2026/

Spanien: https://www.freshplaza.es/spain/photos/album/12963/fruit-logistica-2026-espana/

Lateinamerika: https://www.freshplaza.es/spain/photos/album/12961/fruit-logistica-2026-latinoamerica/

China: https://www.freshplaza.cn/photos/album/12953/fruit-logistica-2026/

Internationale Austeller (FreshPlaza.com): https://www.freshplaza.com/europe/photos/album/12951/fruit-logistica-berlin-2026/

Gartenbautechnik: https://www.hortidaily.com/photos/album/12965/fruit-logistica-2026-berlin-germany/

Bio: https://www.biojournaal.nl/photos/album/12955/fruit-logistica-2026-bioroute/

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