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Jan Zobel von der Heuer Transport Logistics GmbH:

"Mercosur-Abkommen könnte sich positiv auf den Import von Übersee-Obst auswirken"

Für die norddeutsche Hafenlogistik fing das neue Jahr an wo das zurückliegende Jahr endete: "Aufgrund der insgesamt schwächelnden Exportwirtschaft in Deutschland haben wir momentan eine ganz andere Wettbewerbssituation als noch vor einem Jahr. Wir haben dabei aber den Vorteil, dass wir als Logistiker sehr breit aufgestellt sind. Allein im Frischebereich widmen wir uns sowohl dem Import, etwa von Frühkartoffeln, Bananen und weiterem Überseeobst, als auch dem Export, beispielsweise von Äpfeln in den mittleren und fernen Osten", schildert Jan Zobel, Geschäftsführer der Heuer Transport Logistics GmbH.

Importgeschäft bei Äpfeln und Kartoffeln unter Druck
Das Unternehmen mit Standorten in Bremerhaven und Hamburg ist Teil der Heuer Logistics Gruppe, zu der auch die Heuer Port Logistics GmbH und SSG Quality Services zählen. Die üppigen Erträge bei vielen Erzeugnissen schlagen sich Zobel zufolge entsprechend auf die Agrarimporte aus. "Ab Ende März/Anfang April treffen in der Regel erste Schiffsanlieferungen an Übersee-Äpfeln, etwa aus Chile und Südafrika, in den Seehäfen ein. Aufgrund der hohen, heimischen Lagerbeständen erwarten wir hier allerdings einen späteren Saisonauftakt und insgesamt geringere Importmengen."

Gleiches gelte für Frühkartoffeln aus Ägypten sowie Israel, bereits seit vielen Jahren eines der Steckenpferdchen der Firma Heuer. Zobel: "Es ist jetzt nicht so, dass dieser Markt komplett wegbricht. Im Gegenteil: Wir rechnen auch in diesem Jahr durchaus mit hohen Mengen, zumal viele Handelsbetriebe Vertragsbeziehungen mit LEH-Kunden haben, die über Jahre gewachsen sind. Speziell bei Kartoffeln beobachten wir zu Beginn der Spargelzeit ab April eine hohe Nachfrage nach Frühkartoffeln, und die müssen ja schließlich importiert werden. Auf lange Sicht stellen wir übrigens fest, dass Frühkartoffeln israelischen Ursprungs seit wenigen Jahren interessanterweise wieder an Bedeutung gewinnen."

© Hugo Huijbers | FreshPlaza.de
Jan Zobel auf der Fruit Logistica 2024. Nach einem Jahr Abwesenheit stellt die Heuer Transport Logistics GmbH in diesem Jahr wieder gemeinsam mit vier anderen Spediteuren aus aller Welt auf der Fruit Logistica aus. Unter dem Motto „Fresh Heroes" decken die Kooperationspartner gemeinsam Lieferketten ab.

CA-Container mit eingebauter Reifetechnik
Zu den längerfristigen Themen in der Seefracht zählt auch der Einsatz von CA-Containern (Controlled Atmosphere) mit eingebauter Reifetechnik. Dank dieses Verfahrens könne die Reifung bewusst durch Zuführung von Ethylen ausgelöst und gesteuert werden. Die Technologie könnte nach Angaben Zobels dabei helfen, die Lieferkette zu verkürzen und den Kostenaufwand entsprechend zu senken. "Normalerweise werden Bananen nach der Ankunft in Europa in einem Reifezentrum gereift und von dort aus weiter distribuiert, teils über wahnsinnige Distanzen. Die steigenden Energie- und Logistikkosten sind dabei natürlich ein entscheidender Faktor. Dank CA-Containern gibt es keine separaten Kosten für den Kühltransport und die Reifung, sondern sie werden äußerst effizient in einem Schritt komprimiert. Somit verringern wir nicht nur die Energiekosten, sondern auch den Zeitaufwand, was in der Summe durchaus zu erheblichen Ersparnissen beiträgt."

Die Technologie kommt bereits seit einigen Jahren in bescheidenem Ausmaß bei Äpfeln und Exoten zum Einsatz. Auch im Bereich Bananen hat es nun erste Testlieferungen mit durchweg guten Ergebnissen gegeben, verrät Zobel. Der Logistiker stellt jedoch fest, dass die verkürzten Transitzeiten besonders bei empfindlichen Produkten eine gute Alternative zur Luftfracht darstellen. "Die Rede ist von Gütern, bei denen jede Stunde zählt, wie etwa Beerenobst aus Lateinamerika. Ob sich die Technologie auch bei Bananen durchsetzt, ist derzeit schwer absehbar. Ich denke, Container mit eingebauter Reifetechnik werden ihre Märkte finden. Wichtig dabei ist die beidseitige Planbarkeit.

Einerseits müssen Schiffsankunft und Containerverfügbarkeit planbar sein. Das könnte z. B. auch durch Zollkontrollen erschwert werden. Dennoch müsse das aufnehmende Lager die Bananen dann auch zu einem definierten Zeitpunkt gesichert verarbeiten können. Zobel: "Denn hat der Reifeprozess einmal begonnen, ist die Flexibilität stark eingeschränkt. Insofern denke ich ebenso, dass die konventionelle Bananenreifung nicht so schnell an Bedeutung verlieren wird. Die Entwicklung neuer Technologien für die Branche finde ich persönlich extrem spannend."

© Heuer Logistics

Zollthematik bietet Herausforderungen sowie Chancen
Ebenfalls ein wichtiger Faktor in der globalen Logistikbranche sei die momentane Zollthematik. Einerseits büßen gewisse Märkte aufgrund der schwankenden Zollsätze an Relevanz und Attraktivität ein, andererseits bietet die Zollpolitik auch neue Chancen. "Handelsabkommen wie Mercosur sind für uns Logistiker immer Gold wert. Wir erwarten, dass die Zölle für Ware aus Südamerika drastisch fallen oder sogar komplett eingestellt werden, was wiederum zu erhöhten Importmengen aus diesen Ursprüngen beitragen wird. Mit Bezug auf Fruchtimporte denke ich dabei in erster Linie an Exoten sowie Äpfel. Aber auch bei Zitrus könnte es im Zuge des Handelsabkommens eine Mengenverschiebung von Südafrika in Richtung Südamerika geben", heißt es abschließend.

Besuchen Sie das Unternehmen auf der Fruit Logistica: Halle 26 | D-18

Weitere Informationen:
Jan Zobel
Heuer Transport Logistics GmbH
Steubenstr. 20
27568 Bremerhaven
Office Bremerhaven: +49 (0) 471 / 48 73-165
Office Hamburg: +49 (0) 40 788 79-42
E-Mail: [email protected]
www.heuerlogistics.de

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