Zu den Birnensorten von morgen zählt unter anderem der Fred. Die rotbäckige Birne wird seit nunmehr fünf Jahren in ausgewählten europäischen Anbauregionen erzeugt und die Anbaukapazitäten sowie -mengen haben sich seither stetig erhöht. "Dieses Jahr beläuft sich die Gesamtmenge auf rund 4.600 Tonnen. Mit der jetzigen Flächenstruktur streben wir eine Verdoppelung der Menge auf rund 9.000 bis 10.000 Tonnen bis 2030 an", berichtet Michael Weber, Geschäftsführer der VariCom GmbH und treibende Kraft hinter dem erfolgreichen Sortenkonzept.
Mit einem Anteil von 80 % der europäischen Ernte 2025 ist Frankreich mit Abstand das wichtigste Anbauland der Marke Fred. Es wird erwartet, dass bis 2030 Belgien und Italien etwa 35 Prozent der europäischen Ernte liefern werden. In der Schweiz wird die Birne auf gut 20 Hektar angebaut, was in diesem Jahr einem Volumen von rund 500 Tonnen entspricht. In Belgien wächst und gedeiht die Birne unter Federführung der Genossenschaft BelOrta auf gut 30 Hektar, ein Teil davon wird hauptsächlich nach Deutschland exportiert. Weitere kommerzielle Anlagen befinden sich in Italien (über 50 Hektar).
© Varicom GmbHIn den älteren Fred-Anlagen wird es in den nächsten zwei Jahren erstmals Vollerträge geben. Bislang konnte hinsichtlich des Fruchtbehangs keine nennenswerte Alternanz festgestellt werden.
Erfreuliche Ertrags- und Vermarktungslage
In sämtlichen Anbauregionen seien die Wachstumsbedingungen dieses Jahr durchweg gut gewesen, skizziert Weber auf Anfrage. "Der überwiegend hohe Brixgehalt der diesjährigen Ernte ist den optimalen Wetterverhältnissen zu verdanken. Obwohl wir anteilig etwas mehr kleinfallende Ware der Sortierung 60/65 haben, finden die Mengen problemlos ihren Absatz. Insofern übersteigt die Nachfrage das verfügbare Angebot." Das Vermarktungsfenster erstreckt sich in der Regel vom Oktober bis Ostern, heißt es weiter.
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Danilo Christen, Michael Weber und Miriam Straub vertraten das Sortenkonzept Fred auf der letztjährigen Fruit Logistica. Herr Christen hat die Sorte vor ca. 20 Jahren in der Schweiz gezüchtet.
Produkteigenschaften rechtfertigen Aufpreis
Am POS wird die innovative Birnensorte weiterhin als Premium-Artikel offeriert, weshalb sie im höherpreisigen Bereich angesiedelt sei, so Weber. Insbesondere dieses Marktsegment steht aufgrund von Inflation und Preissensibilität immer häufiger unter Druck. "Durch die Markteinführung mehrerer, hauptsächlich rotschaliger Sorteninnovationen in den vergangenen Jahren ist der Birnenmarkt heutzutage recht hart umkämpft. Obwohl auch Fred zu den rotbäckigen Birnen zählt, wollen wir uns nicht am momentanen Wettlauf beteiligen, sondern die Birne mit einem eigenständigen Profil im Markt positionieren. Entscheidend dabei ist nicht so sehr die rote Schale, sondern der gute Geschmack und ihre Knackigkeit. Denn die Birne wird nicht so schnell weich, weshalb sie sich besonders gut als Snack für den Zwischendurchverzehr eignet. Diese Eigenschaften rechtfertigen letztendlich ihren Aufpreis und tragen auch in Zeiten erhöhter Preissensibilität zum Wiederholungskauf bei."
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Pilotanlagen zeigen vielversprechende Ergebnisse
Neben den bereits erwähnten Anbauländern verfügt die VariCom GmbH über mehrere Pilotanlagen in den Niederlanden und Deutschland (Altes Land und Bodensee). Die bisherigen Ergebnisse in den jeweiligen Pilotanlagen seien durchweg vielversprechend gewesen, bestätigt Weber. "Eine weitere, gute Performance dieser Versuchsanlagen wird für den Durchbruch von Fred in den neuen Anbauländern ausschlaggebend sein. Denn aus Sicht des Erzeugers ist eine neue Sorte erst dann interessant, wenn sie auch nachweisbar Früchte trägt. Ferner sind wir bemüht, unsere Lagerkapazitäten weiter auszubauen, um die Vermarktungssaison künftig verlängern zu können. In der Schweiz wird bereits etwa die Hälfte des Gesamtvolumens in CA-Zellen gelagert."
Besuchen Sie das Unternehmen auf der Fruit Logistica: Halle 20 / B-40 (Swisscofel-Gemeinschaftsstand)
Weitere Informationen:
Michael S. Weber
VariCom GmbH
Tel: +49 (0) 170 89 11 22 9
E-Mail: [email protected]
www.varicom.ch
https://go-fred.com/