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Ruanda Special: Souk-Farmen

Ruanda rückt auf dem Weltmarkt für Frischprodukte immer weiter vor

Ruanda entwickelt sich rasch zu einem vielversprechenden Exporteur von Obst und Gemüse in Ostafrika. Was das Land einzigartig macht, ist die Kombination aus günstigen saisonalen Bedingungen, starker staatlicher Unterstützung und einem sich rasch professionalisierenden Privatsektor. Trotz des Fehlens eines direkten Seehafens bietet Ruanda etwas, das auf dem Weltmarkt für Obst und Gemüse immer seltener wird: zuverlässigen ganzjährigen Anbau von Gemüse, Avocados außerhalb der europäischen Saison, reichliche Wasserressourcen und eine gut organisierte Kette vom Anbau bis zum Export.

Obwohl der ruandische Gartenbau noch relativ jung ist, wird mit Überzeugung und Schnelligkeit daran gearbeitet, ihn auszubauen. Das sagt Seun Rasheed, CEO von Souk Farms, einem der größeren Erzeuger und Exporteure von Gemüse und Avocados im Land. „Unsere Lage bietet Chancen, aber auch Verantwortung. Wir haben ideale Wachstumsbedingungen und Zugang zu mehreren Märkten, aber wir müssen in den Bereichen Logistik, Nachhaltigkeit und Umsetzung weiterhin innovativ sein, um mit den etablierten Ländern mithalten zu können. Genau das tut Ruanda und insbesondere Souk Farms."

© Souk Farms

Avocados: Spitzenreiter der ruandischen Obst- und Gemüseexporte
Der exportorientierte Gartenbau ist in Ruanda erst seit etwa zwölf Jahren etabliert und begann mit grünen Bohnen und Chilischoten. Aber Souk Farms erkannte zusammen mit anderen Akteuren schnell das Potenzial von Avocados. Eine große Herausforderung dabei war, dass ruandische Avocados zuvor nur per Flugzeug in den Nahen Osten transportiert wurden. Europäische Abnehmer lehnten dies aus Gründen der Nachhaltigkeit ab und verlangten darüber hinaus spezifische Zertifizierungen. Vor zwei Jahren gelang es erstmals, einen Container mit Avocados per Schiff nach Europa zu transportieren.

Dieser Schritt wurde auch durch die große Nachfrage im Inland motiviert. Rasheed: „Ruanda hat wahrscheinlich den höchsten Pro-Kopf-Verbrauch an Avocados in Afrika. Die lokale Bevölkerung bevorzugt die große grüne Jumbo-Sorte, während der Weltmarkt eher Hass-Avocados nachfragt. Wir haben uns daher aktiv auf den Anbau von Hass-Avocados konzentriert und dabei eine Reihe von Wettbewerbsvorteilen genutzt: Ruandas einzigartige Avocado-Saison dauert von Oktober bis April und fällt damit außerhalb der Saison großer Akteure wie Peru, Kenia und Südafrika, was zu guten Preisen führt."

Souk Farms begann mit einer eigenen Plantage von 42 Hektar mit über 16.000 Bäumen. Damit kombiniert das Unternehmen Anbau und Export, was in der Region selten ist und einen großen Vorteil darstellt. Darüber hinaus arbeitet das Unternehmen mit einer großen Genossenschaft von mehr als 2.500 Erzeugern zusammen, die gemeinsam 45.000 Bäume bewirtschaften. Dies sorgt für mehr Einheitlichkeit in der Reifung, ein schwieriger Punkt in anderen ostafrikanischen Herkunftsländern.

© Souk Farms

Professionalisierung und staatliche Unterstützung als Motor
Die Professionalisierung des Sektors ist auch der Regierung zu verdanken, die kleine Parzellen zu größeren, bewässerten Flächen zusammenfasst. Diese werden dann an Parteien wie Souk Farms verpachtet, die für Beschäftigung und Gewinnbeteiligung mit den Erzeugern sorgen. „Wir verwalten auf diesen Flächen alle gartenbaulichen Aktivitäten, vom Pflanzen bis zur Ernte. Das führt zu mehr Mechanisierung und höheren Erträgen", so Rasheed.

Der Avocadoanbau wächst von Saison zu Saison. Allein im vergangenen Jahr wurden in Ruanda mehr als 700.000 Bäume gepflanzt. Es entsteht eine neue Generation professioneller Erzeuger mit fortschrittlichen Bewässerungssystemen, die die Qualität und Größe der Früchte verbessern. Während die Größen in diesem Jahr zwischen 18 und 24 liegen, ist es das Ziel, im nächsten Jahr durch eine bessere Abstimmung von Ernährung und Pflege Größen von 16 bis 20 zu erreichen.

Dennoch gibt es auch Probleme, wobei die Logistik das größte Hindernis darstellt. Da Ruanda keine Küste hat, müssen die Produkte über Nachbarländer wie Kenia zum Hafen von Mombasa transportiert werden, was kostspielig und zeitaufwändig ist. Außerdem gibt es im Land selbst zu wenige Kühlcontainer. „Sobald wir wöchentlich fünf bis sieben Container verschiffen, werden Kühlcontainer in Ruanda stationiert. Dieser Moment ist nicht mehr fern", sagt Rasheed.

© Souk Farms

Nachhaltigkeit als Trumpf: Wasser, Boden und Klima
In Zeiten, in denen Nachhaltigkeit für europäische und asiatische Einkäufer immer mehr an Bedeutung gewinnt, hat Ruanda noch einen weiteren wichtigen Trumpf: Wassersicherheit. Dank reichlicher Niederschläge, großer Seen wie dem Kivu-See und einer Vielzahl kleinerer Seen gibt es im Land keine Wasserknappheit. Die Wasserqualität ist hoch und der pH-Wert ideal. Während kleine Obstgärten noch auf Regenwasser angewiesen sind, verfügen kommerzielle Plantagen über Sprinklerbewässerung.

Auch in Bezug auf Boden und Klima bietet Ruanda eine große Vielfalt. Aufgrund von Höhenunterschieden gibt es im Land verschiedene Mikroklimata mit Böden, die von sandigem Lehm bis zu vulkanischem Boden reichen. Laut Rasheed können kommerzielle Avocado-Plantagen letztendlich Erträge von 17 bis 20 Tonnen pro Hektar erzielen, gegenüber derzeit 12 bis 15 Tonnen. Hemmende Faktoren sind noch der Mangel an lokalem Wissen und Forschungszentren, wodurch technisches Fachwissen derzeit hauptsächlich aus dem Ausland kommen muss.

© Souk Farms

In Bezug auf Lebensmittelsicherheit und soziale Standards ist Ruanda bereits stark aufgestellt. Bei Souk Farms dreht sich alles um internationale Zertifizierungen wie GlobalGAP, GRASP, LEAF und SMETA. Dies gewährleistet vollständige Rückverfolgbarkeit vom Feld bis zum Kunden, strenge Rückstandskontrollen und geringe Risiken für Käufer. Das schafft Vertrauen und stellt Ruanda auf eine Stufe mit etablierten Exportländern.

Ruanda konkurriert nicht mit Kenia
Obwohl Ruanda geografisch nahe am Avocado-Giganten Kenia liegt, gibt es laut Rasheed keine Konkurrenz. „Unsere Saisonen ergänzen sich, sodass wir gemeinsam ein ganzjähriges Angebot aus Ostafrika gewährleisten. Außerdem ist unsere Kette besser integriert: mit größeren Obstplantagen, niedrigeren Exportpreisen und besserer Kontrolle von Qualität, Rückständen und Reifegrad."

Dieser Wettbewerbsdruck spornt ruandische Exporteure geradezu an, sich auf die profitabelsten Märkte zu konzentrieren. „Europa und Asien sind für uns die wichtigsten Zielmärkte: Dort gibt es die besten Preise und die Nachfrage wächst."

Breitere Produktpalette in Entwicklung
Neben Avocados sieht Ruanda auch Chancen für andere Exportkulturen. Dank stabiler Temperaturen und unterschiedlicher Mikroklimata ist der ganzjährige Anbau einer breiten Palette von Gemüsesorten möglich. Souk Farms entwickelt derzeit Nischenprodukte wie Stangenbrokkoli, Babymais, milde Chilis (Fresno, Serenade) und Babyzucchini, sowohl für den Export als auch für den heimischen Markt, wo eine wachsende Expat-Gemeinde ebenfalls nach diesen Produkten verlangt.

© Souk Farms

Dennoch gibt es auch Herausforderungen: Ruandische Bohnen stehen zunehmend in Konkurrenz zu nordafrikanischen Ländern wie Ägypten und Marokko, die ihre Produktion erheblich verbessert haben. Glücklicherweise ist diese Konkurrenz saisonabhängig, sodass Ruanda außerhalb der nordafrikanischen Saison weiterhin benötigt wird, um die europäischen Regale zu füllen.

Außerdem wird mit Zitrusfrüchten, Äpfeln und Nüssen wie beispielsweise Macadamia experimentiert. Der Fokus verlagert sich langsam auf Produkte mit höherer Wertschöpfung, wie fertige Gemüsemischungen, Avocadoöl und Guacamole.

© Souk Farms

Ökosystem mit Fokus auf Investoren und Exportwachstum
Der relativ späte Start des Gartenbausektors in Ruanda erweist sich als Vorteil: Das Land kann aus den Fehlern anderer lernen. Die Regierung fördert Produktivität, Ernährungssicherheit und Exportwachstum. Dabei wird zwischen Exportkulturen und lokal wichtigen Kulturen gewechselt. „Ruanda verbindet seine Vision-2050-Politik mit unternehmerischen Ambitionen. Das zeigt sich in groß angelegten Bewässerungsprojekten wie Gabiro (5.600 Hektar), in die die Regierung investiert und so die Hürden für Landwirte senkt."

Das Geschäftsklima ist günstig: Ruanda steht in Afrika an erster Stelle in Bezug auf die „Ease of Doing Business" und hat eine stabile Geldpolitik. Aufgrund der begrenzten Größe des Landes sind die internen Transportwege kurz. Im Jahr 2015 gab es weniger als 20 Exporteure, mittlerweile sind es mehr als 100.

© Souk Farms

Die Logistik bleibt der Engpass, aber es gibt Fortschritte
Die Logistik ist und bleibt die Schwachstelle, insbesondere in Krisenzeiten wie kürzlich bei der Störung der Schifffahrt im Roten Meer. Dennoch zwingt diese Anfälligkeit zu Innovationen. „Der Trend in Europa ist klar: Luftfracht wird immer häufiger abgelehnt. Das bedeutet, dass wir neue Wege finden müssen, um Gemüse und sogar Blumen per Schiff zu transportieren. Das gelingt immer besser, wie unsere erfolgreiche Verschiffung von Avocados nach Europa im letzten Jahr beweist."

Souk Farms rechnet damit, diese Saison mit mehr als 15 Containern Avocados abzuschließen, die alle per Schiff transportiert wurden. Das Ziel ist es, den Export weiter auszubauen, was jedoch eine ständige Anpassung an internationale Vorschriften und Marktdynamiken erfordert.

© Souk Farms

Rasheed fasst zusammen: „Käufer suchen nach Herkunftsländern, die Risiken verringern und nicht erhöhen. Ruanda bietet eine einzigartige Kombination aus saisonalen Vorteilen, Wassersicherheit, Qualität und politischer Unterstützung. Und bei Souk Farms kommen noch Umsetzung, Größe, Ambitionen und Fachkompetenz hinzu. Wir glauben, dass Ruanda in den nächsten zehn Jahren zu einem unverzichtbaren Pfeiler in der globalen Lieferkette für Obst und Gemüse werden wird."

Weitere Informationen:
Seun Rasheed
Souk-Farmen
Tel: +447967997368 / +250738306725
[email protected]
[email protected]
www.souk-ig.com

Für weitere Informationen über den ruandischen Frischwarenexport wenden Sie sich bitte an Charlotte Uwicyeza ([email protected]) vom National Agricultural Export Development Board (NAEB), das auch auf der kommenden Fruit Logistica vertreten sein wird: Halle 26, Stand C-61. Souk Farms finden Sie am Stand D-90 in Halle 26. Klicken Sie hier für eine Übersicht der ruandischen Exporteure von Frischprodukten.

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