Auf dem globalen Markt für Frischwaren ist ein neuer Akteur mit großen Ambitionen aufgetaucht: Ruanda. Das Land verfügt über viele Vorteile, wie beispielsweise ein für die Landwirtschaft hervorragendes Klima, Boden und Wasser, und bietet eine große Auswahl an Obst und Gemüse. Allerdings mangelt es den ruandischen Akteuren noch an Erfahrung im globalen Handel, und hier kommt die Rwanda Horticultural Exporters Association (HEAR) ins Spiel. Sonia Umurungi, Vizepräsidentin des Verbandes, beschreibt die Arbeit des Verbandes und die dringenden Probleme, mit denen er sich derzeit befasst.
Umurungi erklärt: „Unser Verband wurde 2015 gegründet und 2024 umstrukturiert, um das Wachstum der ruandischen Exporte von Frischprodukten zu unterstützen und die damit verbundenen dringenden Probleme anzugehen. Wir zählen mittlerweile 37 Mitglieder, die sich zusammengeschlossen haben, um ihre Kräfte zu bündeln und eine breite Palette von Produkten abzudecken, darunter Avocados, Spezialgemüse, Chilischoten, Kirschtomaten, Melonen, grüne Bohnen und vieles mehr."
© Horticulture Exporters Association of Rwanda
Der Verband befasst sich sowohl mit dringenden Problemen als auch mit langfristigen Projekten. Umurungi nennt ein Beispiel: „In diesem Jahr haben wir uns beispielsweise mit der Frage der Verpackungsqualität befasst und die ruandische Regierung einbezogen, um sicherzustellen, dass die Anforderungen der Exporteure erfüllt werden. Dies hat zur Einrichtung eines Lagers geführt, in dem Verpackungsmaterialien unter guten Bedingungen gelagert und an unsere Mitglieder weiterverteilt werden. Dies ist ein Beispiel für schnelles und effektives Handeln zur Lösung von Problemen, die im Exportprozess auftreten können."
Der Verband arbeitet auch an innovativen Lösungen zur Förderung der Herkunft Ruandas im Rahmen von zwei laufenden Projekten: dem AGRA-Projekt zur Verbesserung des Marktzugangs und der Einbindung in die ruandische Wertschöpfungskette im Gartenbau und dem CEHA-Projekt, dem COMESA-EAC-Gartenbau-Beschleuniger. „Zu unseren wichtigsten Initiativen gehört die bevorstehende Einführung einer digitalen Informationsplattform für den Avocadosektor, auf der Vertreter verschiedene Fragen von Erzeugern, Exporteuren und internationalen Käufern zu Themen wie Saisonabhängigkeit, Größen und Ernteverfahren beantworten werden. Die Plattform wird im April 2026 gestartet."
HEAR unterstützt seine Mitglieder auch dabei, Finanzierungsmöglichkeiten zu identifizieren und zu erschließen sowie ihre Teilnahme an internationalen Messen zu erleichtern. Umurungi fügt hinzu: „Wir arbeiten eng mit der Regierung und internationalen Organisationen zusammen, um die Interessen unserer Mitglieder zu vertreten. Wir kooperieren auch mit unseren Partnern in Nachbarländern wie Kenia und Tansania, um Wissen und bewährte Verfahren auszutauschen und von ihrer langjährigen Erfahrung in dieser Branche zu profitieren."
„Eines der wichtigsten Themen, mit denen wir uns derzeit befassen, ist die Verbesserung der Kapazitäten der Exporteure im Hinblick auf die für den Zugang zum europäischen Markt erforderlichen Zertifizierungen. Derzeit unterstützen wir 16 Unternehmen bei der Erlangung der GlobalG.A.P.-Zertifizierung, wobei die Entscheidung individuell ist und letztlich ihnen überlassen bleibt, ob sie die Zertifizierung anstreben oder nicht. Wir sind uns bewusst, dass Ruandas Wettbewerbsfähigkeit in der Frischwarenbranche nicht durch Massenproduktion erreicht werden kann, sondern durch die Ausrichtung auf Premium-Märkte mit begrenzten Mengen, weshalb die Zertifizierung und die Anpassung an die strengsten Anforderungen der Zielmärkte oberste Priorität haben", schließt Umurungi.
Weitere Informationen:
Sonia Umurungi (Vizepräsidentin)
Horticulture Exporters Association of Rwanda (HEAR)
Tel.: +250 788 552 317 (Ruanda)
[email protected]
Weitere Informationen über den ruandischen Frischwarenexportsektor erhalten Sie bei Charlotte Uwicyeza ([email protected]) vom National Agricultural Export Development Board (NAEB), das auch auf der kommenden Fruit Logistica vertreten sein wird: Halle 26, Stand C-61. Ein Gemeinschaftsstand mit ruandischen Unternehmen befindet sich in Halle 26, Stand B-80. Klicken Sie hier für eine Übersicht der ruandischen Exporteure von Frischprodukten.