Die Landwirte lassen sich nicht entmutigen. Die Mobilisierung der Landwirtschaft geht auch an diesem Montag, dem 12. Januar, weiter. Blockaden, filtrierende Straßensperren... Die Aktionen nehmen zu, nachdem der Rat der Europäischen Union am Freitag grünes Licht für die Unterzeichnung des Abkommens zwischen der EU und Mercosur gegeben hat. Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, freute sich übrigens auf X über eine Entscheidung, die sie als "historisch" bezeichnete.
© FNSEA
Frankreich stimmte dagegen, jedoch ohne Erfolg
Obwohl Frankreich zusammen mit Polen, Ungarn, Irland und Österreich dagegenstimmte, konnte dies die Entscheidung nicht aufhalten. Präsident Macron hatte noch angekündigt, dass Frankreich das Abkommen ablehnen würde, schaffte es jedoch nicht, genügend andere Länder für eine Blockade zu gewinnen. Und so gab der EU-Rat am Freitag, dem 9. Januar, doch seine Zustimmung zur Partnerschaft zwischen der EU und den südamerikanischen Mercosur-Ländern.
Zu allem Übel für die Landwirte gab die Europäische Kommission am Sonntag bekannt, dass Von der Leyen am 17. Januar nach Paraguay reisen wird, um das Abkommen offiziell zu unterzeichnen.
Aufruf zum Handeln in Straßburg
Die Erzeugerorganisation FNSEA reagierte am Samstag wütend und sprach von einem „Verrat an der europäischen Agrarsouveränität". Sie ruft zu einer groß angelegten Aktion in Straßburg am 20. Januar auf. Dort wollen sie, dass das Europäische Parlament rechtliche Schritte unternimmt, um das Abkommen vorläufig auszusetzen. Denn laut der französischen Landwirtschaftsministerin Annie Genevard kann das Abkommen unmittelbar nach der Unterzeichnung „vorläufig und sofort" in Kraft treten, noch bevor es offiziell vom Parlament gebilligt wurde.
An mehreren strategischen Orten legten Landwirte den Verkehr lahm. Auf der A1, einer wichtigen Verbindung zwischen Frankreich, Belgien und den Niederlanden, blockierten sie die Mautstelle bei Fresnes-lès-Montauban (Pas-de-Calais). Auch an der Grenze zu Spanien blieb die Lage angespannt.
Filtrierende Straßensperren auf der A1
Die Autobahn A1, eine Hauptverkehrsachse, die Frankreich mit Belgien und den Niederlanden verbindet, ist von der Mobilisierung betroffen. Am Montag, den 12. Januar 2026, errichteten die Landwirte an der Mautstelle Fresnes-lès-Montauban im Departement Pas-de-Calais eine filtrierende Straßensperre und besetzten die Autobahn.
😡🚨 MOBILISIERUNG AUF DER A1
- Blockieren wir alles! (@bloquonstout) January 12, 2026
Auf der Autobahn A1 halten 100 Traktoren, 200 Landwirte und bereits über 100 Bürger in Wind und Kälte aus.
Sie sind da. Sie halten durch. Sie lassen nicht los.
👉 Wir entscheiden weit weg, gegen sie.
👉 Man opfert diejenigen, die das Land ernähren.
➡️ Genug... pic.twitter.com/784WSdYczI
Auch Häfen, Wasserwerke und Raffinerien im Visier
Die Aktionen beschränken sich nicht auf die Autobahnen. Im Elsass blockierten Landwirte am frühen Montagmorgen die Kläranlagen von Colmar und Sausheim. Sie protestieren dort gegen höhere Abgaben für die Wasserentnahme.
In der Normandie protestieren Landwirte, darunter auch Jeunes Agriculteurs, seit drei Tagen am Hafen von Le Havre. Dort werden Lkw am Containerterminal kontrolliert: Ladungen, die nach Ansicht der Landwirte nicht den französischen Agrarvorschriften entsprechen, werden zurückgehalten.
„Wenn wir kontrollieren wollen, haben wir keine andere Wahl": Landwirte errichten eine filternde Barrikade am Hafen von Le Havre, um gegen das EU-Mercosur-Abkommen zu protestieren pic.twitter.com/HKkVk35j7p
— BFM (@BFMTV) 12. Januar 2026