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Jan Groen von Bionext schätzt die Erfolgschancen für einen Neustart auf knapp unter 50 Prozent

Konkurs des Zuchtbetriebs Plantenkwekerij Jongerius: "Klarheit ist jetzt da, aber die Zeit drängt"

Die Pflanzenzucht Jongerius wurde nun doch für insolvent erklärt. Die weitgehend biologische Pflanzenzucht, die eine zentrale Rolle im niederländischen Bio-Gartenbau spielte, gab am 31. Oktober plötzlich bekannt, ihre Aktivitäten einzustellen. Danach herrschte wochenlang Unruhe, mit Unsicherheit für Mitarbeiter, Züchter und Abnehmer. Sowohl ein Neustart als auch eine Insolvenz schwebten über dem Markt.

Jan Groen, Vorsitzender des Branchenverbands Bionext, erfuhr die Nachricht über die erklärte Insolvenz durch den Betriebsleiter Gertjan Lekkerkerker. „Er schickte mir eine Nachricht, dass Insolvenz erklärt worden sei und sich der Insolvenzverwalter melden würde. Später am Tag habe ich das bestätigt gesehen."

Laut Jan ist die Benennung eines Insolvenzverwalters ein wichtiger Schritt. „Wir haben jetzt endlich einen rechtlichen Ansprechpartner. Das macht es überhaupt erst möglich, darüber zu sprechen, was noch möglich ist und was nicht. Bislang war das schwierig, weil der Eigentümer und die Geschäftsführung nicht erreichbar waren."

Mitarbeiter haben Priorität
Laut Jan liegt das Hauptaugenmerk des Insolvenzverwalters auf den Mitarbeitern. „Es war eine besondere Zeit, kurz vor Weihnachten. Man möchte, dass die Menschen so schnell wie möglich Klarheit bekommen. Der Druck war groß, den Mitarbeitern zu helfen und ihnen Perspektiven zu bieten."

Jan gibt an, dass die Mitarbeiter noch präsent sind und bereit scheinen, gemeinsam nach einer möglichen Zukunft zu suchen. „Die Bereitschaft der Mitarbeiter, zusammenzubleiben und zu prüfen, ob eine Unternehmensnachfolge möglich ist, ist groß. Das ist ein wichtiger Faktor."

Was die Lohnzahlung betrifft, so wurden laut Jan bis Anfang Dezember noch Gehälter ausgezahlt. „Seitdem habe ich keine Anzeichen mehr dafür, dass dies fortgesetzt wurde. Der Insolvenzverwalter hat angegeben, dass das Arbeitsamt so schnell wie möglich eingeschaltet wird."

Neustart: aussichtsreich, aber unter fünfzig Prozent
Die Frage, ob ein Neustart noch möglich ist, bleibt offen. Jan schätzt die Chancen vorsichtig ein. „Wenn man es auf einer Skala einordnet, liegt die Chance etwas unter fünfzig Prozent. Aber Eile ist geboten, denn je länger es dauert, desto geringer wird die Chance."

© Green Organics

Wichtige Voraussetzungen für einen Neustart sind laut Jan klar: „Man benötigt Gebäude, Maschinen, Menschen und Einblick in die Zahlen. Und man muss wissen, was genau insolvent ist, denn es handelt sich um mehrere GmbHs. Das muss schnell klar sein."

Laut Jan sind die kommenden Wochen entscheidend. „Bis zur zweiten Januarwoche muss Klarheit herrschen. Sonst verpasst man die Saison. Dann ist ein Neustart praktisch unmöglich."

Frühere Ankündigungen von Insolvenzdaten, Ende November und am 9. Dezember, wurden nicht umgesetzt. Dies trotz einer damaligen Erklärung des Betriebsleiters, die eine bevorstehende Insolvenz vermuten ließ.

Eigentümer nicht erreichbar
Das sorgte für weitere Unsicherheit in der Branche. Mit der Entscheidung des Gerichts wurde nun ein Insolvenzverwalter benannt, Marco Guit von AMS Advocaten, und damit gibt es nun zum ersten Mal seit Ende Oktober einen rechtlichen Ansprechpartner. Bislang schweigt Eigentümer Nico Jongerius und ist für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Der Insolvenzverwalter untersucht die finanzielle Situation, erstellt eine Bestandsaufnahme der Schulden und prüft, ob Teile des Unternehmens verkauft werden können oder ob ein Neustart möglich ist. Er erklärt gegenüber RTV Utrecht, dass er noch keinen Kontakt zur Geschäftsführung aufgenommen habe und auch nicht über eine vollständige Mitarbeiterliste verfüge. Die Mitarbeiter werden aufgefordert, sich zu melden, damit das Verfahren zur Auszahlung der ausstehenden Löhne eingeleitet werden kann. Mehrere Mitarbeiter haben angegeben, dass sie ihr Gehalt für den letzten Monat nicht erhalten haben.

Energieversorgung abgeschaltet und Zwangsversteigerung von Maschinen abgesagt
Mit fortschreitender Zeit schien ein Neustart immer unwahrscheinlicher zu werden. Aufgrund eines Konflikts mit dem Energieversorger ist das Unternehmen seit Ende Oktober von der Energieversorgung abgeschnitten. Seitdem leben die Mitarbeiter in Unsicherheit.

Ende November fand eine Zwangsversteigerung statt, die jedoch in letzter Minute geändert wurde, sodass wichtige Maschinen in Houten zurückblieben. Was nun mit den Gewächshäusern, den Menschen und den Maschinen geschehen wird, scheint in den Händen des Insolvenzverwalters zu liegen.

Jan sieht den fehlenden Kontakt zum Eigentümer nicht als entscheidend für die Erfolgsaussichten eines Neustarts an. „Letztendlich kommt es darauf an, ob es eine Partei gibt, die über das Wissen, die Mittel und die Bereitschaft verfügt, mit den Menschen weiterzumachen. Das ist entscheidender als die Frage, ob der Eigentümer direkt mitarbeitet."

Der Markt hat bereits viel aufgefangen
In der Zwischenzeit ist ein großer Teil des Marktes nicht untätig geblieben. „Wir als Bionext haben uns schon früh auf die Frage konzentriert: Wo gibt es Lücken und wer kann diese füllen? Andere Pflanzenzuchtbetriebe, auch in Deutschland und Belgien, haben ihre Kapazitäten erweitert. Ein Teil des Marktes ist bereits aufgefangen worden."

Kurzfristig haben sich immer mehr Unternehmen für die Bio-Zucht entschieden. Einige Unternehmen fanden Unterschlupf bei anderen Züchtern, andere Unternehmen haben selbst mit der Zucht begonnen, teilweise in Zusammenarbeit mit anderen Erzeugern. Auch der Bio-Sektor arbeitet an einer langfristigen, nachhaltigen Lösung für den Wegfall von Jongerius. Diese sollte in Form einer Genossenschaft erfolgen, wie die Bio-Supermarktkette Odin kürzlich angedeutet hat.

Niemand hat untätig zugesehen
Laut Jan ist in der Branche viel Unternehmergeist zu spüren. „Niemand hat untätig zugesehen. Jeder schaut, was innerhalb seiner Möglichkeiten liegt. Das zeigt, wie groß der Zusammenhalt in der Bio-Branche ist."

Wenn es keinen Neustart gibt, erwartet Jan keine Störung der Branche. „Dann wird der Markt das weiter absorbieren. Es gibt genug Unternehmergeist im Bio-Sektor, um dies aufzufangen. Das ist nicht ideal, aber auch keine Katastrophe."

Er sieht jedoch Risiken für kleinere Erzeuger. „Vor allem kleinere Initiativen wie CSA-Betriebe (Community Supported Agriculture) sind auf zugängliche biologische Pflanzenzucht angewiesen. Für sie würde ein Neustart wirklich einen Unterschied machen."

Ursachen vor allem unternehmensspezifisch
Über die Ursachen der Insolvenz lässt sich laut Jan noch wenig mit Sicherheit sagen. „Ich denke, dass das vor allem unternehmensspezifisch ist. Der letzte veröffentlichte Jahresabschluss stammt aus dem Jahr 2021. Seitdem gibt es keinen aktuellen Einblick in die Zahlen. Dann wird es für alle schwierig, mitzudenken."

Kostensteigerungen, beispielsweise bei Energie, könnten eine Rolle gespielt haben, erklären aber laut Jan nicht alles. „Ich habe nicht den Eindruck, dass dies etwas über die Position von Bio im Vergleich zu konventionellen Produkten aussagt."

Was Jan besonders auffällt, ist, dass keine Hilfe angefordert wurde. „Das ist vielleicht die wichtigste Lektion. Wenn Unternehmer merken, dass es schwierig wird, sollten sie rechtzeitig Alarm schlagen. Es gibt Banken, Berater und Akteure in der Branche, die bereit sind, mitzudenken, aber dann muss man als Unternehmer proaktiv Kontakt aufnehmen und Offenheit zeigen."

Bedeutung der Zusammenarbeit innerhalb der Lieferkette
Die wichtigste Lektion, die Jan daraus zieht, ist die Bedeutung der Zusammenarbeit innerhalb der Lieferkette. „Ökologischer Landbau erfordert Engagement entlang der gesamten Lieferkette. Vom Erzeuger bis zum Abnehmer. Wenn man glaubt, man könne das Problem alleine lösen, wird es schwierig."

Trotz allem bleibt Jan optimistisch, was die Widerstandsfähigkeit der Branche angeht. „Die Bio-Branche wird weiterbestehen, mit oder ohne Jongerius. Insolvenzen gab es schon immer. Man sieht, dass es immer wieder aufwärts geht." Derzeit überwiegt laut Jan die Hoffnung auf schnelle Klarheit. „Nicht nur für den Markt, sondern vor allem für die Menschen, die dort arbeiten. Sie verdienen so schnell wie möglich eine neue Perspektive."

Weitere Informationen:
Jan Groen
Bionext
Bennekomseweg 43
6717 LL Ede, Niederlande
Tel: +31(0)30 2339970
[email protected]
bionext.nl

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