Die neue Vermarktungssaison bei kalifornischen Walnüssen hat begonnen. "Die Ernte ist größer als die ursprünglichen Schätzungen und damit besser als im Vorjahr", berichtet Jens Borchert von PALM Nuts & More. "Anteilig wird es dieses Jahr vermutlich auch etwas mehr großkalibrige Nüsse der Sortierung Jumbo/Large geben. Auch die Kerne sind von guter Qualität, wobei es leider in der zweiten Hälfte der Erntekampagne mitunter stark geregnet hat. An und für sich lässt sich die Geschäftslage als recht positiv bewerten: Die Preise sind seit Saisonbeginn stabil, obwohl wir durch die üppigen Erträge einen gewissen Mengendruck beobachten."
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Die Sorte Chandler (Walnusskerne) dominiert den kalifornischen Anbau, gefolgt von der Sorte Howard.
Verspäteter Auftakt der neuen Vermarktungssaison
Herausfordernd sei laut Borchert vor allem die Logistik. "Es gibt heutzutage sehr lange Transitzeiten bei Seecontainern aus Kalifornien. Dies ist unter anderem der Tatsache geschuldet, dass die Reedereien einen Teil ihrer Frachtkapazitäten nach Asien verlegt haben. Es ist aber schon seit einigen Jahren so, dass neuerntige Walnüsse aus Kalifornien erst nach dem Weihnachtsgeschäft so richtig auf den hiesigen Märkten angeboten werden." Ohnehin habe es im Bereich der Seefracht dieses Jahr vermehrte Probleme gegeben, verweist er auf die Streiks in den europäischen Seehäfen und die verlängerten Transitzeiten. Die Frachtraten seien derweil recht moderat geblieben, heißt es weiter.
Dennoch konnten die Märkte das ganze Jahr über bedarfsgerecht versorgt werden. "Es hat dieses Jahr sehr lange chilenische Ware gegeben. Auch in Europa, sprich Frankreich und Portugal, hat es recht gute Erträge gegeben. Obwohl Kalifornien und Chile im europäischen LEH nach wie vor dominieren, dürfen wir auch China nicht außer Acht lassen. Denn in der Saison 24/25 haben die europäischen Märkte verstärkt in China eingekauft, was im Gegensatz zur Industrie am Frischmarkt eine relativ neue Entwicklung ist. Man hat aber festgestellt, dass die Qualität der chinesischen Ware mitunter stark schwankend ist. Ob sich diese Entwicklung weiter fortsetzt, bleibt abzuwarten."
Walnusskonsum weiterhin steigend
Der Konsum von Walnüssen in der Schale verzeichnete in Deutschland bis vor wenigen Jahren eine rückläufige Tendenz. Momentan zeichnet sich jedoch wieder ein leichter Aufwärtstrend ab. Sogar die Discounter haben mitunter das ganze Jahr über Walnüsse in der Schale angeboten, gibt Borchert zu bedenken. Trotz Inflation und erhöhter Preissensibilität seien der Gesamtkonsum weiterhin hoch und stabil. "Im Verhältnis zu anderen Nussarten wie Mandeln sind Walnüsse im LEH recht günstig zu erwerben. Der Verbraucher hält sich aus Preisgründen bei vielen Nüssen eher zurück, während verstärkt auf Walnüsse zugegriffen wird. Dementsprechend sehen auch die Discounter weiteres Wachstumspotenzial bei Walnüssen."
Zusätzliche Regularien und Bürokratie
Das Unternehmen Palm Nuts & More widmet sich primär der Beschaffung und Vermarktung kalifornischer Walnüsse und firmiert seit 1999 in seiner heutigen Form als GmbH & Co. KG. Das Dienstleistungsspektrum erstreckt sich von der gesamten Importabwicklung, der Frachtraumbeschaffung, über die Lagerung, Verzollung bis zur Verpackung und dem Vertrieb. Die in Buchholz in der Nordheide beheimatete Agentur hat sich dabei stets den sich ändernden Bedürfnissen des deutschen Lebensmitteleinzelhandels angepasst. "Wir sehen uns immer wieder mit neuen, zusätzlichen Regularien konfrontiert, wie dem Lebensmittelgesetz oder der EU-Verpackungsverordnung (PPWR). Das Problem liegt vor allem darin, dass uns oftmals eine klare Richtlinie fehlt, sodass wir es auch unseren Partnern im Ursprung nicht so richtig vermitteln können."
Das PPWR-Gesetz, das ab dem 1.1.2030 endgültig in Kraft treten wird, stellt auch die Nussbranche vor große Herausforderungen, prophezeit Borchert. "Ein großer Teil des Walnussportfolios im deutschen LEH – ob Kerne oder Nüsse in der Schale – wird in abgepackter Form angeboten. Hinzu kommen die Transportverpackungen, wie BigBags und Kartonnagen, die entsprechend angemeldet und erfasst werden müssen. Diesen Mehraufwand, den wir als Importeur betreiben müssen, darf man an der Stelle nicht außer Acht lassen. Unabhängig davon sehe ich auch die praktische Umsetzung der PPWR, speziell bei Walnusskernen, eher kritisch. Wie sollen wir ohne Verpackung auskommen, wenn wir gleichzeitig den Anforderungen in puncto Produktschutz und -hygiene gerecht werden wollen? Hier gibt es leider konträre Vorstellungen."
© Hugo Huijbers | FreshPlaza.de
Jens Borchert, Joachim Alkewitz und Bernd Hofmeister auf der diesjährigen Fruit Logistica.
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Jens Borchert
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