Seit kurzem fährt ein selbstfahrender Logistikroboter, der Automaatje, zwischen dem Sortierzentrum von Tomeco und dem Lager von Coöperatie Hoogstraten. Der Automaatje ist ein von AVT Europe entwickeltes, völlig autonomes Fahrzeug für die 235 Meter lange Strecke zwischen den beiden Standorten. "Für die Mitarbeiter war es gewöhnungsbedürftig, aber inzwischen konnten wir damit einen weiteren schönen Automatisierungsschritt machen", sagt Tom Verdonck von Tomeco, das seine Tomaten exklusiv über Coöperatie Hoogstraten vertreibt.

Jeroen Swolfs (Cooperatie Hoogstraten) und Stijn Matthé (Tomeco) bei dem Automaatje
"Wir sind immer auf der Suche nach Möglichkeiten, den ökologischen Fußabdruck zu verringern", fährt er fort. "Die Genossenschaft und wir befinden uns natürlich auf demselben Gelände, sodass es nicht effizient ist, einen Lkw zwischen den Gebäuden einzusetzen. Bisher wurde dies mit einem elektrischen Gabelstapler erledigt, der einen für diesen Zweck vorgesehenen Wagen zog. Diese sind jedoch nicht dafür gemacht und außerdem erforderte es viel Zeit und Energie, sodass wir beschlossen haben, uns nach Alternativen umzusehen. Im Hafen sieht man schon seit einiger Zeit solche Formen des autonomen Transports und wir wollten eigentlich etwas Ähnliches machen. So begannen wir gemeinsam mit Coöperatie Hoogstraten nach Partnern zu suchen, um diesen speziellen Fall anzugehen, und landeten schließlich bei AVT Europe."
Autonom für den Einsatz im Freien
"Sie fragten uns, ob wir auch eine Lösung für ihren Tomatentransport hätten. Gabelstaplerfahrer sind schwer zu finden und könnten sinnvollere Dinge tun, als ständig dieselbe Strecke zu fahren. Unsere Antwort war das Automaatje: ein Transportfahrzeug, das acht Paletten mit Tomaten auf einmal transportiert. Das Be- und Entladen erfolgt vollautomatisch über Rollenbahnen in angepassten Ladedocks", erklärt Jens Decker von AVT Europe gegenüber Siemens, wo das Projekt für den Best Application Contest 2023 nominiert wurde.
"Allerdings sind damit erst einmal alle möglichen Dinge verbunden", fährt Tom fort. "Es hört sich nicht schwierig an, oder? Ein Fahrzeug, das von A nach B und wieder zurückfahren muss. Und das etwa 30 Mal am Tag. Dennoch gibt es natürlich die entsprechenden Kinderkrankheiten. Ein wichtiger Aspekt dabei ist die Sicherheit."
Jens fügt hinzu: "Ein AGV (fahrerloses Transportfahrzeug) zu entwickeln, das im Freien fahren kann, ist eine ziemliche Herausforderung. Man muss es sehr viel robuster machen, weil es Regen und Sonne ausgesetzt ist. Regen beschädigt nicht nur das AGV und seinen Inhalt, sondern macht auch die Straßenoberfläche rutschig. Die richtige Auswahl der Komponenten war besonders wichtig. So misst beispielsweise ein Regensensor die Niederschlagsmenge und passt auf dieser Grundlage den Fahrstil an, um ein Rutschen zu vermeiden. Wir mussten auch den Straßenbelag in Betracht ziehen. Dieser ist viel weniger eben als der glatte Betonboden im Innenraum. Der Automat kann auf allen gepflasterten Oberflächen fahren und die Tomaten sind sicher untergebracht."

"Neben der Robustheit des Fahrzeugs müssen wir auch die Sicherheit für die Umgebung draußen stärker berücksichtigen. Im Prinzip fährt das AGV nur auf dieser einen Strecke. Aber was ist, wenn etwas oder jemand auf dem Boden liegt? Was ist, wenn sich ein Fahrzeug auf der Strecke befindet, dessen Tür plötzlich aufschwingt? All das erfassen wir mit Kameras und Sensoren."
Vogel in Sicht
Tom: "Das mussten wir uns am Anfang gemeinsam gut anschauen. Wir haben es im Sommer installiert und vor allem in den ersten Wochen stellt man fest, dass man auf Rechtsfragen und Probleme stößt, an die man im Vorfeld nicht denkt, die aber im Laufe der Zeit auftauchen. Man denke an einen vorbeifliegenden Vogel, der das Fahrzeug zum Stillstand bringt. Diese Sensibilität musste abgeschwächt werden. Ein ähnliches Problem sahen wir bei dem Signalton, den das Gerät zur Sicherheit der Menschen auf dem Gelände abgeben muss. Dieser war anfangs sehr laut, aber AVT konnte auch diesen nach Bedarf anpassen."
"Außerdem ist der Automaatje sehr schwer. Das lastet sehr stark auf dem Straßenbelag. Um diesen also nicht zu sehr zu beschädigen, haben wir uns überlegt, es auf dem Hinweg drei Zentimeter nach links und auf dem Rückweg drei Zentimeter nach rechts zu bewegen. So haben wir ihn im Laufe der Zeit jedes Mal ein wenig angepasst, sodass er jetzt zur vollen Zufriedenheit funktioniert."

Automatisierung ist ein Erfolg
Und das zahlt sich aus, meint Tom. "Wir sind natürlich sehr zufrieden damit. Es fährt nicht unbedingt schneller als ein Gabelstapler, aber wir können die Gabelstaplerfahrer jetzt für etwas anderes einsetzen. Zudem können die Fahrer während des automatischen Be- und Entladens mit anderen Arbeiten fortfahren. Es macht also einen großen Unterschied in Bezug auf Effizienz, Arbeit und Zeit. Außerdem sorgen die Solarzellen auf den Dächern unseres Betriebsgeländes dafür, dass er sich automatisch auflädt, wenn er beim Beladen angedockt ist. Er kann also den ganzen Tag lang laufen. Die Mitarbeiter mussten sich erst daran gewöhnen, wenn er vorbeifuhr, aber jetzt ist der Automaatje ein geschätzter Kollege geworden", lacht Tom.
Weitere Informationen:
Tom Verdonck 
Tomeco
+32 3 284 16 84
[email protected]
www.feelgoodtomatoes.com
AVT Europe
+32 3 546 39 00
[email protected]
www.a-vt.be