Aufgrund von erhöhten Frachtraten und dem prägnanten Fahrermangel ist der Logistiksektor bekanntlich unter Druck geraten. Dies macht sich auch bei der Fresh Logistics System GmbH (kurz: FLS), einem 100%igen Tochterunternehmen der Landgard-Gruppe mit insgesamt sechs Standorten (Straelen-Herongen, Neu Wulmstorf, Wiesmoor, Geldern-Lüllingen, Halle und Achern) in Deutschland, bemerkbar. "Der Kosten- und Margendruck ist massiv angestiegen, insbesondere die Energiepreise haben im vergangenen Jahr enorme Preissprünge verzeichnet. Diese erhöhte Kostenbelastung können wir nur zum Teil an unsere Abnehmer weitergeben", weist FLS-Geschäftsführer Stefan Streuer auf die derzeitigen Herausforderungen hin.

Währenddessen wirke sich auch der prägnante Fahrermangel gewaltig auf die Lieferketten aus. "Einerseits waren die Kunden in vielen Bereichen nicht bereit, die entstandenen Mehrkosten zu tragen, andererseits wird es immer schwieriger, Ware pünktlich von A nach B zu bewegen, da die Fahrer fehlen. Diese zwei entscheidenden Punkte führen dazu, dass wir mit einer gravierenden Verknappung des Frachtraums zu kämpfen haben. Es ist wichtiger denn je, die Warenströme zu bündeln und somit die Effizienz zu steigern."

Dafür müsste Streuer zufolge die gesamte Supply Chain – beginnend vom Feld bis zum POS mit allen Teilnehmern, vom Erzeuger bis zum Handelskunden – bedeutend enger auf- einander abgestimmt werden. Denn nur den jeweils eigenen Verantwortungsbereich professionell zu gestalten, lässt die Zahnräder der gesamten Lieferkette noch nicht ineinander greifen. Beispielsweise könnten Anlieferzeiten und Anliefertage in enger Rücksprache mit den Kunden grundlegend verändert werden, um Auslastungen und Tourenanzahl deutlich zu steigern. Das alles sind Maßnahmen, die dabei helfen, dem Kostendruck adäquat zu begegnen und zusätzlich nachhaltigere Transporte zu erzielen. Gelingen wird es aber nur, wenn das Zusammenspiel zwischen Kunden und Lieferant reibungslos funktioniert. Es ist tendenziell erkennbar, dass die Bereitschaft beim Kunden wächst und es ihm zunehmend bewusst ist, dass die Volatilität der Lieferkette auch ihn vor große Herausforderungen stellt. Es ist dennoch schwierig, die gesamten Forderungen tatsächlich in der Praxis umzusetzen."


FLS-Chef Stefan Streuer am Landgard-Stand auf der diesjährigen Fruit Logistica

Komplette Logistik-Dienstleistung aus einer Hand
Die Fresh Logistics System GmbH widmet sich seit nunmehr 16 Jahren prioritär den Belangen der Muttergesellschaft Landgard im Bereich Transport und Frischelogistik. Etwa 70 Prozent der Tätigkeiten entfallen dabei auf das Sortiment Blumen und Pflanzen, der Rest auf die Logistik und Dienstleistung rund um Obst und Gemüse. Streuer: „Darüber hinaus sind wir auch am Drittmarkt tätig, indem wir versuchen, Bündelungseffekte im Frachtraum, zu erzielen. Uns hilft dabei das nationale Netzwerk mit Standorten in allen Himmelsrichtungen: Im Norden, südlich von Hamburg, haben wir einen Hub für Obst und Gemüse, etwa Übersee-Ware, während sich der Standort Achern zum Beispiel als Drehscheibe für die Warenströme aus Frankreich und Spanien etabliert hat. Zudem kooperieren wir auch eng mit zahlreichen Spediteuren und Partnern im In- und Ausland, um Frachten zu bündeln und die Prozesse optimal gestalten zu können."

Bislang lag das Hauptaugenmerk auf dem Transport von verderblichen Gütern. Aus dieser Basis heraus hat sich das Dienstleistungsspektrum der FLS rasant entwickelt, so Streuer. „Wir wollen unseren Kunden die komplette Bandbreite an logistischen Dienstleistungen anbieten. Das heißt, wir transportieren nicht nur Ware, sondern wir verantworten die gesamte Wertschöpfungskette, etwa intralogistische Dienstleistungen wie Sortierung  und Verpackung, Qualitätskontrollen, Kommissionierung/Konfektionierung sowie Leergut- und Retourenmanagement. Das ist auch die Tendenz, die wir momentan beobachten: Man möchte sich heutzutage nicht mehr an mehrere Unternehmen wenden, sondern möglichst an einen Logistikpartner, der das komplette Portfolio aus einer Hand, sprich vom Feld bis in die Filiale, anbieten kann."

Strategische Weichenstellungen und Zusammenarbeit
Im Zuge der genannten Herausforderungen beobachtet Streuer auch bei den Kollegen im Ausland einen wachsenden Bedarf an intensiver Kooperation. "Wir alle haben mit ähnlichen Herausforderungen zu kämpfen. Es wird in den nächsten Jahren wichtiger, partnerschaftlich zu kooperieren und uns auch gegenseitig Bälle zuzuspielen, um in einem angespannten Marktumfeld bestehen zu können", betont Streuer.

Auch neue Antriebskonzepte zur Verringerung des CO₂-Ausstoßes seien dabei ausschlaggebend. „Noch hat das Reichweitenproblem eine hemmende Wirkung auf z.B. Elektro-Lastkraftwagen. Nichtsdestotrotz prüfen wir in engem Austausch mit den Herstellern bereits Möglichkeiten im Nahverkehr. Nun gilt es, die Voraussetzungen zu schaffen – gerade in der Lade-Infrastruktur –, damit wir diese Varianten künftig vollumfänglich umsetzen können."

Um die Zukunft der nachhaltigen Frischelogistik sicherzustellen, seien gemäß Streuer aber auch weitere strategische Weichenstellungen notwendig. "Auch um das Thema Digitalisierung, etwa Telematikintegration, Guided Navigation und Fahrer-Apps sind wir bemüht. Gleiches gilt für Solarpanele und E-Motoren für unsere Kühlaggregate zur Verringerung des Dieselverbrauchs und des Schadstoffausstoßes.

Eine große Aufgabe liegt ebenfalls darin, dem Fahrermangel entgegenzuwirken und den Stellenwert des Berufs maßgeblich zu verbessern. Viele Osteuropäer finden mittlerweile im eigenen Land bessere Voraussetzungen als in der Bundesrepublik. Wir müssen Rahmenbedingungen schaffen, damit die Wertschätzung den Fahrern gegenüber steigt und das Berufsbild LKW-Fahrer deutlich attraktiver wird, als es bisher der Fall ist, und sich eine größere Anzahl an qualifizierten Nachwuchskräften entwickelt."

Weitere Informationen:
Stefan Streuer
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