Nabil Belmkaddem, BestBerry Cooperative

"Man sollte marokkanische Anbieter nicht als Konkurrenten sehen, sondern als eine Erweiterung des europäischen Marktes"

Europa ist nach wie vor einer der größten Märkte für Exporteure von marokkanischem Beerenobst. Dies erläuterte Nabil Belmkaddem von der nordmarokkanischen BestBerry Cooperative auf dem letzten Global Berry Congress. "Die Menschen sollten uns nicht als Konkurrenten sehen, sondern als eine Erweiterung des europäischen Marktes."

Die marokkanische Produktion hat in den letzten Jahren zugenommen. "Ich war auch vor 3 Jahren auf dem Global Berry Congress, um einen Vortrag zu halten, und seither ist die Produktion exponentiell gestiegen, und sie wächst weiter. Es scheint keine Obergrenze zu geben", erklärt Nabil. "Zunehmene Kompetenz und effektive Produktion führen zu einem wachsenden Markt und wir sehen, dass die Erträge jedes Jahr steigen. Außerdem konnten wir Früchte, wie z.B. Himbeeren, 3 Wochen früher als in den Vorjahren nach Europa schicken. In dieser Hinsicht haben wir auch einen vorteilhaften Standort. Die Früchte können schnell in den Lastwagen oder das Schiff geladen werden und sind innerhalb kürzester Zeit in den europäischen Regalen. Dies, kombiniert mit politischer und finanzieller Stabilität, zeichnet uns zunehmend als zuverlässige Partner aus."

Die Energieprobleme in Nordeuropa könnten daher für die marokkanischen Erzeuger entsprechende Vorteile haben. "Wir werden immer mehr als genug Obst anbauen, unabhängig von der Nachfrage. Dann besteht natürlich das Risiko, dass es bei fehlender Nachfrage keinen Preis gibt. Es bleibt also immer abzuwarten, wie sich die Nachfrage in Europa während der Saison entwickeln wird. Aber wenn die Nachfrage da ist, können wir sie immer befriedigen, und im Moment sieht es gut aus für marokkanisches Obst. Die Situation in Nordeuropa kann für uns durchaus von Vorteil sein."

Doch es gibt auch Herausforderungen für Marokko in diesen Zeiten. "Die klimatischen Probleme haben sich sicherlich auch auf uns ausgewirkt", fährt Nabil fort. "Die Trockenheit war extrem belastend. Wir sind daran gewöhnt, aber die Wasserknappheit ist ein großes Problem. Außerdem sind auch andere Kosten wie Energie und Dünger hier einfach sehr teuer. Das Ergebnis ist ein 'high risk, high reward business'. Wenn die Preise extrem niedrig sind, ist es sehr riskant, aber es gibt auch sehr viele Chancen, wenn die Preise in die richtige Richtung gehen." Aber auch die marokkanischen Erzeuger sind zunehmend gezwungen, diese Kosten zu tragen, sagt Nabil. "Wir versuchen daher, die Produktionskosten zu senken, indem wir zum Beispiel eigene Pflanzen (statt Importe aus Europa) in Betracht ziehen oder in die Nutzung von Solarenergie investieren."

Abschließend richtete der Beerenobst-Spezialist eine Botschaft an die Konsumenten. "Wir können uns noch so sehr bemühen, ein optimales Produkt zu liefern, aber sobald es auf dem Transportweg ist, ist man der Gnade Dritter ausgeliefert. Daher ist es eine Herausforderung, ob alles einwandfrei auf dem europäischen Markt ankommt. Die Konsumenten müssen jedoch verstehen, dass 'Schönheitsfehler' vorkommen. Ein Schönheitsfehler sollte nicht bedeuten, dass man ein Produkt aufgeben oder wegwerfen muss. Auch bei diesem steckt viel Arbeit drin und es tut dem Geschmack keinen Abbruch."


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