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"Wert steigern mit Weniger: Ein heißes Thema auf dem Global Berry Congress 2022"

Beerenobst leidet, wie viele andere Produktgruppen auch, unter den Herausforderungen klimatischer und geopolitischer Situationen. Diese Herausforderungen standen diese Woche im Mittelpunkt des Global Berry Congress 2022 in Rotterdam. Ein breites internationales Publikum auf der von Fruitnet organisierten Veranstaltung befasste sich mit diesen Herausforderungen und den sich daraus ergebenden Möglichkeiten, wie zum Beispiel der Schaffung von Mehrwert durch die Ausrichtung auf andere Sorten. Darüber hinaus wurden Themen wie Nachhaltigkeit, Verpackungslösungen und Automatisierung diskutiert.

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Im Uhrzeigersinn von oben links:
Vladyslav Mendryukov der Heinen Fresh GmbH, Oliver Wanner und Christoph Kilp der Giovanelli Fruchtimport, Elias Stenzel von Weco und Bert Barmans (Special Fruit), Daria Reisch (Agrinorm) und Andreas Allenspach (Bardini&Verde) 

Den Internationalen Erdbeerkongress eröffnete Cindy van Rijswick von der Rabobank den Kongress mit einem Überblick über den Beerenmarkt und einem Blick in die Zukunft. Darin wurde deutlich, dass es auf kurze Sicht Herausforderungen für die Produktgruppe gibt. "Langfristig können wir jedoch von stabilen Märkten für Erdbeeren, Heidelbeeren und Brombeeren mit einem leichten Konsumanstieg sprechen. Während der Saison sehen wir jedoch eine gewisse Volatilität", erklärt Cindy. "Der Markt für Brombeeren zum Beispiel bleibt ein Nischenmarkt. Die Preise werden dort sehr stark beeinflusst, wenn es ein Jahr mit mehr oder weniger Volumen gibt. Außerdem handelt es sich um eine Frucht, die stark vom Einkommen abhängig ist. Wenn das Einkommen sinkt, ist es das erste Produkt, das die Menschen liegen lassen. Auch bei Erdbeeren gibt es die bekannten Probleme im Gewächshausanbau in Nordeuropa, aber alle Preise werden höher. Das sollte auf der Nachfrageseite kompensiert werden, aber leider ist das in dieser Saison nicht der Fall." Alles in allem spricht sie von einer "bad news story", aber es gibt in der Tat eine gute Zukunft für Beerenobst. "Langfristig wird die Nachfrage bestehen bleiben und es wird langsam eine Verlagerung vom Fokus auf Volumen hin zu Qualität durch 'besser mit weniger' von der Anbauseite her stattfinden."


Podiumsdiskussion mit (v.l.n.r.)Jose Gandia (SAT Royal), Lisette Holmberg (ICA) und Jonathan Lock (Marks & Spencer), unter der Leitung von Mike Knowles von Fruitnet 

Der allgemeine Ton ist jedoch, dass die Werbung weiterhin eine wichtige Rolle spielt. "Wir sprechen hier offensichtlich über eines der gesündesten Produkte der Welt. Dies ist, nebem dem Geschmack, der Katalysator für den Verkauf, muss aber vielleicht mehr gefördert werden", meint Lisette Holmberg von ICA. "Dies zu vermitteln, ist jedoch eine Herausforderung. Antioxidantien sind kein 'cooler' Grund, aber vielleicht sollten wir sie eher mit den Nachteilen von, sagen wir, Schokolade oder Süßigkeiten vergleichen." Die Experten sehen dann auch eine Rolle für die Regierung, da Regelungen wie Steuern auf ungesunde Produkte oder keine Steuern auf Obst und Gemüse als wichtige Maßnahmen zur Ankurbelung des Absatzes angesehen werden. "Es gibt so viele Kinder, die an Fettleibigkeit leiden, daher ist es äußerst wichtig, die Familien darüber zu informieren. Bei Kindern muss man früh damit anfangen", fügt Jonathan Lock von Marks & Spencer hinzu.


Javier Rico Pedrazo von Euroberry Marketing, Noud Linssen von Berrybrothers, Marnix van de Caaij von Quality Pack und Nijs van Zuilen von Berrybrothers

Nachhaltigkeit wurde in Vorträgen von Nico Broersen von Agriplace und Bas Groeneweg von PerfoTec behandelt. Nico sprach zum Beispiel über die Plattformen Agriplace Farm und Agriplace Chain. Durch den schnellen Zugriff auf alle Informationen in der gesamten Kette können Nachhaltigkeitsrisiken lokalisiert und angegangen werden. "Die Gesetzgebung zielt vor allem auf landwirtschaftliche Unternehmen wegen Klima- und Menschenrechtsverletzungen ab. Unternehmen sollten in der Lage sein, diese Risiken schnell zu erkennen."

Bas sprach dann über das neue Palettensystem von PerfoTec zur Verlängerung der Haltbarkeit von Beerenobst. "Mit dieser automatischen Lösung kann die Haltbarkeit von Erdbeeren um 2 - 8 Tage (je nach Sorte) verlängert werden. Die Haltbarkeitsverlängerung für Himbeeren beträgt 2 Tage und für Heidelbeeren 2 Wochen. Ich war zuerst überhaupt kein Fan von Paletten, aber auch ich bin völlig überzeugt", sagte ein begeisterter Bas.

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Aber auch für den Einzelhandel und die Verbraucher wird die Qualität immer wichtiger. Angesichts der ständig steigenden Kosten ist es jedoch nicht immer selbstverständlich, dies zu gewährleisten.  "Schließlich wollen die Verbraucher alles: Geschmack, Ästhetik und Aroma. Selbst in diesen Zeiten bleibt das wichtig", sagte José Gandia von SAT Royal später. "Der Einzelhandel und die Gewerbetreibenden müssen dies weiterhin erfüllen. Vielleicht wird weniger gekauft, aber bei Beerenobst bleibt die Qualität die Nummer 1. Man muss dann allerdings darauf achten, die Verbraucher an sich zu binden. Kommunikation ist dabei der 'Schlüssel', damit sie auch nach solchen Krise zurückkommen." Dies war ein viel diskutiertes Thema auf dem Global Berry Congress: Wertschöpfung mit weniger Ressourcen, die zur Verfügung stehen. Die Chancen, die sich dabei ergaben, waren die Entwicklung neuer Sorten, wie z.B. einer 'super-charged Erdbeere', die Roboterisierung des Anbaus, der Züchtung oder der Gen-Editierung und die Qualitätssicherung in der gesamten Kette mit Hilfe von Daten.


Jolien Sportel, Eva Vanmarcke, Hannah Docus und Michiel Vermeiren von Coöperatie Hoogstraten

Letzteres war das Thema der kombinierten Vorträge von Bert Barmans (Special Fruit), Andreas Allenspach und Daria Reisch (Agrinorm). Andreas wies darauf hin, dass es einen Grund gibt, warum Einzelhändler hohe Standards verlangen. Anhand einer Studie hat er gezeigt, dass die Verbraucher das Produkt liegen lassen, wenn es nicht den Standards von COOP Schweiz entspricht. Diese Verbraucher blieben daraufhin auch weg. "Qualität ist also wichtig, aber wie erreicht man das?", fuhr Bert fort. Seine Lösung bestand darin, Daten zu nutzen. "Wenn ein Produkt nicht den Standards entspricht, sollte man sich ansehen, wo in der Kette der Fehler liegt. Ist es beim Erzeuger, beim Transport oder beim Lieferanten. Anhand der Daten kann man das Problem ausfindig machen und beheben. 'You have the data, start using it'. Es ist dann Sache des Benutzers, damit richtig umzugehen und die unterschiedlichen Anforderungen der verschiedenen Kunden zu erfüllen."

Daria Reisch präsentierte anschließend die von ihr entwickelte Qualitätsmanagement-Softwareplattform Agrinorm. Dieses System generiert Daten auf der Grundlage von KI und schafft so Transparenz in der gesamten Kette. "Es ist kein Ersatz für Menschen, sondern ein Werkzeug. Mit Agrinorm stehen die Daten zur Verfügung, aber die Menschen müssen die Entscheidungen für eine optimale Qualität selbst treffen."

Alles in allem lieferten Redner und Besucher aus allen Teilen der Welt Informationen, die ein Bild der aktuellen Situation für Beerenobst vermitteln. Zwischen den vielen Vorträgen wurde dies dann an den Ständen und auf den Podien von dem internationalen Publikum eifrig weiter diskutiert, das vor allem Chancen für eine Produktgruppe mit viel Potenzial sah.

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Für weitere Informationen:
Global Berry Congress
www.fruitnet.com/gbc 


Erscheinungsdatum:



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