Biagio Porretta vom italienischen Unternehmen Arpo Distribuzioni über die Zitrussaison:

"Unauffälligkeit, gute Planung und viel Verhandlungsgeschick"

Zwei junge Brüder aus Kalabrien, Biagio und Tiziano Porretta, mit einer Leidenschaft für Zitrusfrüchte, die seit zwei Generationen in der Familie liegt, gründeten vor fünf Jahren Arpo Distribuzioni, ein Unternehmen, das sich hauptsächlich auf den Export nach Europa konzentriert. 

Tiziano und Biagio Porretta im Obstgarten (Foto: Arpo Distribuzioni) 

"Wir bauen verschiedene Zitrussorten in der Gegend von Gioia Tauro auf einer Fläche von etwa 25 Hektar an. Darüber hinaus verfügen wir über eine Verpackungsstation in San Ferdinando in der Provinz Reggio Calabria, in der etwa 25 Personen beschäftigt sind und die über drei Kühlhäuser verfügt, von denen zwei für das Entgrünen der Zitrusfrüchte bestimmt sind. Im Dritten haben wir eine Sortier- und Verpackungsanlage", sagt Biagio Porretta, Verkaufsleiter von Arpo Distribuzioni, dem Eigentümer der Marke Arpo Fruit. 

"Wir sind ein Familienunternehmen. Das Handelsunternehmen wurde erst 2017 gegründet, aber eigentlich sind wir schon viel länger in diesem Bereich tätig. Wir bauen auf die Erfahrung unseres Großvaters, der uns mit seinen 92 Jahren noch immer in den Obstplantagen und der Packstation hilft. In den letzten Jahren hatten wir viele schlechte und wenige gute Saisons. Leider ist der Handel mit Zitrusfrüchten eine Lotterie: Jedes Jahr ist anders."

Clementinen (Foto: Arpo Distribuzioni) 

Biagio und Tiziano Porretta sind stets bemüht, den Anbau zu verbessern, unter anderem durch Sorteninnovationen. "Dabei haben wir uns für die Bergamotte entschieden, eine typische Zitrussorte unserer Region, aber auch für neue Orangensorten aus der Navel-Gruppe, Tarocco und die Blutorange Doppio Moro. Wir pflanzen jetzt hauptsächlich späte Sorten an, weil unser Gebiet für diese Sorten ohnehin besser geeignet ist", erklärt Biagio Porretto, der einen Abschluss in Agrarwissenschaften hat und eine starke Leidenschaft für den Handel hegt, die ihm sein Großvater vererbt hat. 

"Im Vergleich zum Gebiet um Corigliano-Rossano und der Sibari-Ebene reifen unsere Clementinen etwa zehn Tage später. Bald können wir mit der Ernte beginnen, da das Wetter hier bisher nicht günstig war. Die Temperaturschwankungen für die richtige Färbung, wie in anderen italienischen und europäischen Anbaugebieten, fehlten bei uns. Außerdem mangelt es uns an Arbeitskräften. Dieses Problem verschärft sich von Jahr zu Jahr. In dieser Saison werden wir darüber hinaus 30 Prozent weniger Ware haben und die meisten Clementinen sind eher klein oder mittelgroß."

Eine Zitrusplantage des Unternehmens (Foto: Arpo Distribuzioni) 

Arpo Distribuzioni exportiert mindestens 80 Prozent der von ihm vermarkteten Zitrusfrüchte. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Früchte aus eigenem Anbau, aber auch um Erzeugnisse von anderen Erzeugern aus der Region. "Wir sind vor allem auf den Export nach Osteuropa spezialisiert, wo unsere Zitrusfrüchte sowohl an Großhandelsmärkte als auch an Supermarktketten geliefert werden. Wir haben dort treue Kunden. Aber auch in Deutschland und Frankreich kann man unsere Clementinen finden", erklärt Biagio Porretto. "Die Geschäfte sind im Moment sehr ruhig, weil wir eine große Unsicherheit feststellen, vor allem auf den Großhandelsmärkten. Und angesichts der Kostensteigerungen bei Rohstoffen, Energie, Gas und Transport ist jeder vorsichtig geworden. Die aktuellen Preise sind durchschnittlich bis hoch, aber das liegt daran, dass wir uns am Anfang der Saison befinden. Alles wird von der Verbrauchernachfrage im Verlauf der Zitrussaison abhängen."

Kisten mit Orangen der Marke Arpo Fruit (Foto: Arpo Distribuzioni) 

Nach Ansicht des Verkaufsleiters kommt es in diesem Jahr darauf an, ruhig und besonnen vorzugehen, damit die Kunden das Produkt weiterhin bestellen, aber zu einem Preis, der die Kosten ausgleicht. " Das Motto lautet: unauffällig, gut planen und viel verhandeln." 

Russisches Embargo und Pandemie
"Bis 2013 haben wir fast 30-40 Prozent unserer Zitrusfrüchte nach St. Petersburg und Belarus exportiert. Das Fehlen dieses Handelsvolumens spüren wir auch heute noch. Es waren gute Märkte, um Geschäfte zu machen. Heute liefern wir Obst nur noch in die Europäische Union."

Tiziano und Biagio Porretta in der Lagerhalle (Foto: Arpo Distribuzioni)

Die Marke Arpo Fruit wird derzeit in Polen, Litauen, der Tschechischen Republik, Ungarn, Rumänien, Bulgarien und Lettland angeboten. "Vor der Pandemie haben wir Unternehmensbesuche organisiert, um unseren Kunden zu zeigen, wie wir arbeiten, und um nützliche Empfehlungen für ihre individuellen Wünsche zu erhalten. Jetzt nutzen wir hauptsächlich soziale Medien und WhatsApp, um Beziehungen zu pflegen und Informationen zu sammeln."

Bergamotte (Foto: Arpo Distribuzioni) 

Chancen für Kiwi
"In der Gegend von Gioia Tauro herrscht seit Jahren eine ernste Zitruskrise, und viele Erzeuger haben sich schon vor der Pandemie dafür entschieden, in andere Früchte, einschließlich Kiwi, zu investieren. Auch wir hoffen, darauf in Zukunft mit Investitionen in eine spezielle Kiwi-Verarbeitungslinie und Kühlhäuser reagieren zu können. Außerdem liegt unsere Packstation nur zwei Kilometer vom Hafen von Gioia Tauro entfernt. Das ist zweifellos ein großer Vorteil."

Weitere Informationen:
Arpo Distribuzioni Srl
Büro: Via Nazionale Sud 432 - 89025 Rosarno (RC) - Italië
Packhaus: Via Provinciale Iudicello Snc - 89026 San Ferdinando (RC) - Italië
Tel: +39 (0)966711602
info@arpofruit.it
arpofruit.it


Erscheinungsdatum:



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