Jacco van Kessel, Van Kessel Fruit:

"Clubsorten sollten immer wichtiger werden"

"Zäh", so beschreibt Jacco van Kessel, General Manager bei Van Kessel Fruit (VKF), den niederländischen Markt für Spitzenobst Anfang Oktober. "Der Apfelmarkt ist eine besondere Herausforderung. Es scheint etwas weniger Äpfel zu geben, aber der Markt war nicht leer, als die neue Ernte eintraf. Die Preise halten sich auch nicht."

Seiner Meinung nach werden die Verbraucherausgaben die Entwicklung des Marktes bestimmen. "Es scheint, als hätten die Menschen viel mehr Auswahl. Es ist also nicht mehr selbstverständlich, dass sie jede Woche Bananen, Orangen oder Äpfel kaufen. Möglicherweise müssen sie auch hier Abstriche machen, was den Verzehr von frischem Obst und Gemüse nicht gerade fördern würde. In dieser Hinsicht wäre es großartig, wenn die Mehrwertsteuer auf diese Produkte auf null Prozent gesenkt werden könnte.

Kostensteigerungen betreffen natürlich auch den Sektor der Spitzenobstsorten. Jacco stellt fest, dass die Kostenkontrolle eine Herausforderung darstellt. "Die Arbeits- und Stromkosten sind besonders belastend", sagt er. Jacco hält einen Ausgleich der gestiegenen Energiekosten für den Spitzenobstsektor - wo möglich und notwendig - für wünschenswert, wobei abzuwarten bleibt, ob die Kosten auf den Verkaufspreis umgelegt werden können. "Das funktioniert derzeit nicht, und das wird sich auf den Sektor auswirken."

Während andere Branchen ebenfalls mit diesem Problem konfrontiert sind, weist er darauf hin, dass es im Spitzenobstsektor schwierig ist, die Kosten zu senken, indem man zum Beispiel die Kühlung einstellt, weil man dann Produkte verliert. "Man kann nicht alles sofort nach der Ernte verkaufen, man muss etwas einlagern. Das ist Teil des Spiels, und schließlich muss man all diese zusätzlichen Kosten irgendwie decken. Wenn das nicht geschieht, geht das auf lange Sicht zu Lasten des Erzeugers", erklärt Jacco.

Den Preis im Griff
Trotz der Herausforderungen hat der Obstbauer und -händler festgestellt, dass der Absatz der Apfelsorte Evelina, für die Van Kessel Fruit die Lizenz in den Niederlanden besitzt, im vergangenen Jahr gut war. Er ist auch für die Zukunft dieser Sorte optimistisch und will die Anbaufläche weiter ausbauen. Mehrere Apfelsorten sind vom Aussterben bedroht, und die Erzeuger suchen nach Alternativen. Für Jacco ist eine Clubsorte wie Evelina genau das Richtige; ein Clubkonzept wie dieses könnte die aktuellen Probleme teilweise lösen. "Eine Clubsorte lenkt die Preise mehr und hat sie besser im Griff."

Er sieht, dass die Leute beim Kauf von Konzeptsorten-Äpfeln darauf angewiesen sind, dass sie sich blind auf die gute Qualität der Sorte verlassen können. "Freie Sorten haben viele Lieferanten, aber niemand ist für sie verantwortlich. Bei einer Clubsorte gibt es eine einzige verantwortliche Person. Wenn man den Ball fallen lässt, wirkt sich das sofort auf das Image der Sorte aus. Sie müssen konsequent und streng sein. Sonst kann man den höheren Preis nicht rechtfertigen. Die Verbraucher müssen ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bekommen.

Der Obstanbauer und -händler sieht auch, dass man den Preis nicht unendlich strecken kann. "Die Leute werden 3 Euro pro Kilogramm für eine Clubsorte wie Pink Lady bezahlen, aber wenn dann beispielsweise Elstar für 1 Euro pro Kilogramm ins Regal kommt, wird der Unterschied zu groß, und die Käufer werden sich für Elstar entscheiden. Das ist natürlich auch ein toller Apfel."

Mehrere Sorten nebeneinander
Obwohl der Markt immer mehr Club-Konzepte bekommt - vor allem bei Äpfeln -, von denen Jacco nicht glaubt, dass sie alle erfolgreich sind, sieht er ein Nebeneinander von mehr neuen Sorten voraus. Die Nachfrage der Supermärkte nach besonderen Äpfeln und Birnen spielt dabei ebenso eine Rolle wie der Trend zu widerstandsfähigeren, krankheitsresistenten Sorten. "Jonagold und Elstar werden nicht einfach verschwinden, aber Clubsorten werden wahrscheinlich an Bedeutung gewinnen", erklärt er.

Angesichts der vielen Entwicklungen ist es für ihn schwer zu sagen, was die Zukunft bringt. "Es wird zweifellos immer einen Spitzenobstsektor geben, aber seine Apfelanbaufläche könnte etwas schrumpfen." Jacco rechnet auch damit, dass sich der Wunsch der Öffentlichkeit nach Nachhaltigkeit und damit der Einsatz von weniger Pflanzenschutzmitteln auf den Anbau und den Sektor auswirken wird. "Nicht zuletzt deshalb, weil damit zusätzliche Kosten verbunden sind, die sich oft nicht in den Verkaufspreisen niederschlagen", so Jacco abschließend.

Für mehr Informationen:
Van Kessel Fruit
www.vankesselfruit.nl  
www.evelina-appel.nl   


Erscheinungsdatum:



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