Johann Regner, Billa Österreich, zum Verhältnis zwischen Preiseinstieg und mittelpreisigen sowie Premium-Produkten

"Wir versuchen Premium- sowie mittelpreisige Produkte attraktiv anzubieten"

Die Rewe-Tochter Billa hat den österreichischen Einzelhandel in den zurückliegenden Jahren mit modernen und innovativen Konzepten bereichert. Im vergangenen Jahr konnte die wachsende LEH-Kette mit der Verschmelzung von Merkur und Billa Plus neue Maßstäbe setzen. Momentan wird eine neue Franchisestruktur namens Billa Merchants ausgerollt. Beim diesjährigen Erzeugerkongress ICOP sprach Johann Regner, über Chancen und Herausforderungen im modernen Einzelhandel.

In den Jahren 2014 bis 2021 konnte Billa ein durchschnittliches Umsatzwachstum von über 6 Prozent pro Jahr in der Kategorie Obst und Gemüse verzeichnen, auch in der Menge legte man rund 3 Prozent pro Jahr zu. Die Pandemie habe sich dabei hauptsächlich positiv auf den Abverkauf von Obst und Gemüse ausgewirkt, denn durch die Gastroschließung wurde mehr zu Hause gekocht. Die aktuelle Inflation mache auch dem österreichischen Einzelhändler dennoch zunehmend zu schaffen und führe bereits zum Absatz- und Mengeneinbruch, so Regner. "Wir spüren eine gewisse Kaufzurückhaltung beim Verbraucher, welche aus unserer Sicht nicht nur auf die Preisentwicklung, sondern auch auf des geänderten Konsumverhaltens, sprich den Rückgang des Home Cookings, zurückzuführen ist."


Johann Regner während seines Vortrags beim diesjährigen ICOP in Weiz

Aus längerfristiger Perspektive spielen insbesondere drei Trends eine bedeutende Rolle, allen voran Nachhaltigkeit. Auch Gesundheit, etwa in Form pflanzbasierter Ernährung, sowie Individualisierung, unter anderem durch personalisierte Artikel, finden tendenziell mehr Anklang beim Verbraucher. Regner: "Wir beobachten allerdings, dass die Kunden nun vermehrt auf Preiseinstiegsprdukte zurückgreifen. Auch die Produktverfügbarkeit wird zunehmend schwieriger: Die Produktion von heimischen Wintertomaten wird beispielsweise durch die immens gestiegenen Energiepreise in diesem Jahr nicht möglich sein."

Regionale Angebotsvielfalt
Mit sinnvollen Maßnahmen versucht man die aktuellen Herausforderungen in der Beschaffung und Vermarktung zu begegnen. Gegenseitige Partnerschaft zwischen dem Lieferanten und Handel, eine durchdachte Saisonplanung, stetiger Austausch und Kommunikation, effiziente und optimierte Logistik und gezielte Aktionen am POS spielen dabei eine ausschlaggebende Rolle. Billa profitiere zudem von der vorteilhaften Geschäftsstruktur, betont Regner. "Unser Warenbezug findet zum Teil im 30km-Radius statt und wir bieten eine große regionale Angebotsvielfalt. Darüber hinaus verfügen wir über ein gigantisches Filialnetzwerk mit insgesamt über 2.000 Märkten in einem relativ kleinen Land wie Österreich."

Billa hat sich Regner zufolge in vielen Bereichen als Pionier etabliert und wird diese Strategie auch in den kommenden Jahren weiter fortsetzen. "Wir haben den Trend hin zur pflanzbasierter Ernährung und nachhaltiger Verpackung früh für uns erkannt und haben entsprechend darauf reagiert. Auch setzen wir auf die Beschaffung von ausgefallenen heimischen Produkten, ebenfalls im Bereich Obst und Gemüse. Kurz gefasst: Was hierzulande wächst, beziehen wir." In dem Zusammenhang wurde auch die Produktlinie Billa Genusswelt ins Leben gerufen: Unter diesem Label werden Premium-Artikel angeboten und ihre Mehrwerte gegenüber dem 'herkömmlichen' Produkt proaktiv vermittelt. 


Billa Plus / Bild: Billa

Premium statt Preiseinstieg
Laut Regner müsse man sich den neuen Gegebenheiten nich einfach anpassen, sondern diesen aktiv entgegenwirken. "Es ist in keinerlei Interesse des Handels die Wertschöpfung zu vernichten. Dementsprechend versuchen wir Premium- sowie mittelpreisige Produkte weiterhin attraktiv anzubieten, damit der Kunde nicht nur auf Preiseinstieg zurückgreift."

Weitere Informationen:
www.billa.at 
https://www.linkedin.com/in/johann-regner-b4aa8782/?originalSubdomain=at 


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