Fotoreportage: Internationaler Erdbeerkongress 2022

"Gestiegene Kosten werden dazu führen, dass es im Winter viel weniger oder aber gar keine lokalen Erdbeeren mehr gibt"

Wie viele andere Sektoren hat auch der Erdbeermarkt zu kämpfen. Das zeigte sich einmal mehr auf dem 'International Strawberry Congress', der vom 21. bis 24. September in Antwerpen stattfand. Das Angebot ist begrenzt und die Preise sind hoch. Nach Meinung vieler wird sich das in diesem Winter nicht so schnell ändern. Im Gegenteil: Es wird sogar noch mehr Herausforderungen schaffen. Das war der allgemeine Wortlaut der Redner auf der Konferenz.


Cindy van Rijswick (Rabobank)

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Ein Rundgang bei den Händlern machte eines deutlich: Der Erdbeerwelt stehen unsichere Zeiten bevor. Referentin Cindy van Rijswick, Senior Specialist Fresh Produce bei Rabobank, stimmt dem zu. "Vor allem auf der Angebotsseite gibt es extrem viele Herausforderungen auf dem normalerweise so stabilen Erdbeermarkt. Die Erzeugerpreise steigen spürbar, Dünger wird immer teurer, die Energiekosten explodieren und die teureren, aber vor allem fehlenden Arbeitskräfte machen die Sache nicht einfacher." Darüber hinaus schwebt der 'Green Deal' wie ein Damoklesschwert über den Köpfen vieler Landwirte. Eine Ambition, die laut VBT-Sekretär Luc Vanoirbeek lobenswert ist, vorausgesetzt, sie wird auf eine erschwingliche, faire und realistische Weise umgesetzt. Es herrscht ein 'perfekter Sturm' auf dem Markt, wie Cindy es beschreibt.


Besucher des diesjährigen Erdbeerkongress 

Vor allem im beleuchteten Anbau sieht Cindy einen stark rückläufigen Trend bei der Anzahl der Produzenten. "Aufgrund der sehr hohen Energiekosten entscheiden sich viele dafür, in diesem Winter nicht oder zu einem späteren Zeitpunkt zu pflanzen. Das wird zu einem deutlich geringeren Angebot auf dem Markt führen." Auch Jan Engelen von der Coöperatie Hoogstraten (Organisator der Veranstaltung) äußerte später die Befürchtung, dass es in diesem Winter viel weniger und vielleicht gar keine einheimischen Erdbeeren geben würde. "Das führt automatisch zu höheren Preisen, aber diese Preise", erklärt Philippe Binard von Freshfel Europe, "reichen nicht aus, um die Kosten auszugleichen. Erzeuger und Händler arbeiten mit extrem geringen Gewinnspannen. Außerdem können die gestiegenen Kosten überhaupt nicht an die Verbraucher weitergegeben werden. Obst und Gemüse gelten ohnehin schon als teures Produkt. Wenn die Preise noch mehr steigen, werden die Verbraucher wieder mehr zu 'schlechtem, aber billigem Comfort Food' greifen."

Darüber hinaus sieht es auch auf der Nachfrageseite nicht rosig aus. "Die Inflation und die daraus resultierende geringere Kaufkraft treffen die meisten Verbraucher hart. Aus diesem Grund achten sie auch zunehmend auf ihr Portemonnaie. Discounter waren noch nie so beliebt wie heute, Sonderangebote werden häufiger gewählt und Eigenmarken gewinnen gegenüber Premiumprodukten", erklärt Cindy. "Während der Pandemie sind die Verkäufe von Obst und Gemüse in die Höhe geschnellt, aber inzwischen haben sie sich wieder normalisiert. Gesundheit wird bei einigen doch wieder weniger interessant. Frühere Krisen haben uns gelehrt, dass die Verbraucher in schwierigen Zeiten auf 'Trostnahrung' zurückgreifen, aber die Hoffnung ist immer noch, dass es diesmal nicht in großem Umfang geschehen wird, vorausgesetzt, die Preise können in Schach gehalten werden."

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Tom Van Delm ( Proefcentrum Hoogstraten), Leen Matthé (Cooperatie Hoogstraten) und Tagesvorsitzender Michael Barker

So geht die Tendenz auf dem Kongress dahin, sich mit den Herausforderungen des Erdbeermarktes zu befassen, denn die Hoffnung regiert und Obst und Gemüse "müssen im Mittelpunkt jeder politischen Entscheidung stehen". Aus diesem Grund wurde auf dem Kongress auch viel über Chancen und Alternativen gesprochen. Sei es bei der Automatisierung durch autonome Gewächshäuser, dem Einsatz von Robotern für den Pflanzenschutz und die Ernte oder indem man die Aufmerksamkeit der Verbraucher auf andere Weise auf Erdbeeren lenkt, z. B. über soziale Medien und Influencer. Die Welt ist im Wandel und der Markt muss mitziehen. Darin war sich das international besetzte Publikum einig und darüber wurde in diesen vier Tagen auf des 'International Strawberry Congress' heiß debattiert.

Für weitere Informationen: 
Coöperatie Hoogstraten
Loenhoutseweg 59 
2320 Hoogstraten, Belgien
+32 33 40 02 11
info@hoogstraten.eu  
www.hoogstraten.eu   


Erscheinungsdatum:



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