Ende letzter Woche erreichten die Stromgroßhandelspreise neue Rekordhöhen, was ohne staatliche Intervention zum wirtschaftlichen Tod eines Drittels der französischen Obstbauern führen wird.

Am 26. August, einen Tag nach dem Start der französischen Apfel- und Birnenkampagne, die eine kleinere, aber qualitativ hochwertige Ernte für 2022 ankündigte, überstieg der Strompreis auf dem Großhandelsmarkt in Frankreich die Marke von 1.000 Euro/MWh. Ein Anstieg von mehr als 1.000% in 2 Jahren!

Die Apfel- und Birnenpackstellen sind seit Monaten besorgt über die Entwicklung der Energiepreise. Fast ein Drittel der Betriebe muss seinen Strombezugsvertrag bis Ende 2022 erneuern. Eine von der ANPP im vergangenen Juni durchgeführte Analyse ergab, dass die jährliche Rechnung für eine Verpackungseinheit von 20.000 Tonnen pro Jahr (französischer Durchschnitt) bei 300 Euro/MWh von 270.000 Euro auf 1,3 Millionen Euro gestiegen war. Heute liegen wir bei über 4 Millionen Euro!!!

Das jährliche wirtschaftliche Ergebnis dieser Obststationen übersteigt nicht 300.000 Euro/Jahr . Einen Vertrag über 4 Millionen Euro zu unterzeichnen, kommt einer Bankrotterklärung gleich. Auch die Lieferanten lassen sich nicht täuschen, sie bieten sie den Akteuren des Sektors nicht einmal mehr an. Es ist unmöglich, die ohnehin schon schwache Produktion noch zusätzlich zu belasten, und es ist auch schwierig, diese Kostensteigerungen an die Einzelhändler und Verbraucher weiterzugeben. Die französischen Apfel- und Birnenproduzenten und ihre Tausenden von Beschäftigten fühlen sich in die Enge getrieben und haben das Gefühl, von der französischen Regierung im Stich gelassen zu werden.

Dabei hat die Ernte bereits begonnen und die Früchte werden eingelagert. Im Gegensatz zu vielen anderen Industriezweigen kann die Produktion nicht gestoppt werden, es sei denn, es werden alle Früchte vernichtet. Aber die Ernährung der französischen Bevölkerung ist immer noch die Priorität des Sektors!

Die französischen Behörden teilen dieses Ziel ebenfalls, so dass nur eine klare und sofortige Schutzmaßnahme helfen wird, diese Phase zu überstehen, um sicherzustellen, dass französische Äpfel und Birnen während der gesamten Saison zu einem erschwinglichen Preis erhältlich sind und die 22.500 Beschäftigten des Sektors geschützt werden.

Der ANPP fordert, dass die Energiemaßnahme des Resilienzplans ohne weitere Verzögerung auf diese Weise angepasst wird. Ein Teil der französischen Ernährungssouveränität steht auf dem Spiel!

Für weitere Informationen:
Association Nationale Pommes Poires 
lapomme.org
vergers-ecoresponsables.fr