Können Lieferwege regionaler Produkte ökologisch noch nachhaltiger gestaltet werden? Wie können die logistischen Prozesse optimiert werden? Mit der Fragestellung, wie die Produkte von Bauernhöfen und weiteren Lieferanten aus Hessen unter ökologischen und ökonomischen Aspekten nachhaltig in die REWE-Märkte der Region gelangen und wie sie dort erfolgreich deutlich erkenntlich als regional angeboten werden können, beschäftigen sich 16 Studierende der Bachelor-Studiengänge Betriebswirtschaft sowie International Business Administration mit dem Studienschwerpunkt Produktionsmanagement und Logistik der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS).

Sie werden bis Februar 2022 die logistischen Prozesse und Abläufe der kleinen, mittleren und großen Betriebe, die sich unter dem Dach der Labels „Landmarkt“, „Aus deiner Region“ sowie „Geprüfte Qualität aus Hessen“ vermarkten, ebenso untersuchen wie die Marktprozesse vor Ort. Anschließend werden sie Handlungsempfehlungen zur Optimierung der Logistik ausarbeiten. Aktuell liefern die einzelnen Betriebe jeden Markt individuell organisiert an.

„Kooperationsprojekte zwischen der Frankfurt UAS und Unternehmen wie REWE stärken die Vernetzung von Lehre, Forschung und Praxis. Eine Win-Win-Situation für beide Seiten: Unternehmen erhalten wissenschaftliche Unterstützung zur Lösung von Herausforderungen und unsere Studierenden haben die Möglichkeit, ihr erlerntes Wissen praktisch und nutzbringend anzuwenden“, erklärt Prof. Dr. Kerstin Wegener vom Fachbereich Wirtschaft und Recht der Frankfurt UAS, die das Projekt betreut. „Das Auswerten der Daten, der Lieferbeziehungen zwischen regionalen Lieferanten und Märkten unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit, und das Interviewen von Lieferanten und Marktmitarbeitenden werden Aufgaben unserer Studierenden sein. Es ist zu vermuten, dass in der Organisation des Warentransports selbst das meiste Optimierungspotenzial steckt, da aktuell die Anlieferung regionaler Produkte durch jeden Lieferanten separat erfolgt. Wir erwarten zudem eine Vielzahl von Teilergebnissen, die für die einzelnen, sehr heterogenen Lieferantengruppen anwendbar sind.“

„Das Kooperationsprojekt mit der Frankfurt UAS stellt für unsere regionalen und lokalen Lieferanten und für unsere REWE-Märkte einen Mehrwert zur Optimierung der Prozesse dar. Ebenso ist es ein Beitrag zum Ressourcenschutz und nachhaltigem Handeln. Wir blicken erwartungsvoll auf die Lösungsansätze der Studierenden“, so Anja Loewe, Leiterin Unternehmenskommunikation der REWE Region Mitte.

Zum Vorgehen
Beginnen werden die Studierenden mit einer Ist-Analyse. Dazu untersuchen sie die logistischen Prozesse und Abläufe im Markt, wie Bestellung und Warenannahme. Schließlich betrachten sie die Vorgehensweise der regionalen Lieferanten, darunter Auftragseingang, Handling der Bestellung und Warentransport. Bei den Optimierungsvorschlägen werden die Studierenden insbesondere die ökologische Nachhaltigkeit beachten und passende Handlungsempfehlungen für die logistischen Prozesse und Abläufe im Markt sowie bei den regionalen Lieferanten verfassen. Berücksichtigen müssen sie dabei die Heterogenität der Betriebe, darunter die großen Unterschiede beim Umsatzvolumen, der Saisonalität und bei der Anzahl der belieferten Märkte, ebenso wie die Altersstruktur der Lieferanten und die wirtschaftlichen Hintergründe, die von Startups bis zu landwirtschaftlichen Familienbetrieben reichen. Auch gibt es Vorgaben der Verbände, beispielsweise kann die Logistik bei den Landmarkt-Betrieben nicht einfach auf die REWE-Märkte umgelegt werden, da sonst die Direktvermarktung verloren ginge.

Regionale Lieferanten des REWE-Marktes Wiesbaden-Erbenheim
Die Studierenden konzentrieren sich dabei auf die lokalen und regionalen Lieferanten des REWE-Marktes in Wiesbaden-Erbenheim: 40 Lieferanten von „Landmarkt“, 50 von „Aus deiner Region“ sowie 10 von „Geprüfte Qualität in Hessen“. Diese Vermarkter liefern aktuell ihre Produkte selbst, jeder Betrieb hat seine eigene Lieferzeit und -entscheidung, wann er das Sortiment im Markt auffüllt. Auch vor Ort werden das Verräumen und Präsentieren der Ware individuell gehandhabt. Die Studierenden prüfen nun, wo das Optimierungspotenzial dieser Lieferbeziehungen liegt. Zum Auftakt des Studierendenprojektes besuchten die 16 Studierenden am 15. November 2021 diesen bisher einzigen Markt der neuen Green Building 2.0 Generation der REWE Group. Der Green Farming-Markt ist neben einem Supermarkt auch Produktionsstätte mitten in der Stadt: Auf der Dachfarm wachsen Basilikumbäume für die REWE-Märkte in ganz Deutschland, die als Dünger Ausscheidungen der Fische erhalten, die vor Ort gezüchtet und dann verkauft werden. Mit dem wichtigsten Baumaterial Holz hat sich der Markt einer nachhaltigen Bauweise verschrieben.

Quelle: www.frankfurt-university.de