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Ernteprognosen für Äpfel und Birnen - ANPP:

Mehr französische Äpfel als ursprünglich erwartet, aber deutlich weniger Birnen

Am 26. August 2021 fand in Paris der Startschuss für die von der ANPP lang erwarteten Apfel-Birnen-Kampagne 2021 statt. Das Event brachte rund 100 Fachleute aus der Branche zusammen, die letztes Jahr wegen der Coronakrise nicht zusammenkommen konnten.

Nach einem Rückblick auf die Apfel- und Birnenkampagne 2020/2021 wurden die Ernteprognosen 2021/2022 für Frankreich, Europa und den Exportmarkt vorgestellt. Die Veranstaltung bot auch die Gelegenheit, die Situation der Branche und der Märkte für Bioprodukte zu besprechen.



2020: Stabiles Exportniveau in ganz Europa, jedoch geringer auf dem internationalen Markt
Die begrenzten Erträge in der letzten Saison führte zu einem Rückgang der Exporte. Die Erzeuger entschieden sich daher nun für Vermarktung ihrer Ernte über lokale Vertriebskanäle. Der französische Markt war somit während der gesamten Saison gut versorgt. Der Exportverlust in Europa war minimal - in Fernost, Mittlerer Osten und Amerika jedoch deutlich größer. Außerdem haben französische Haushalte trotz der ungewöhnlich hohen Einzelhandelspreise noch nie so viele Äpfel gekauft wie in dieser Saison. Natürlich kann diese Beobachtung durch den sogenannten "Covid-Effekt" verzerrt sein, von dem auch Äpfel profitiert haben.

Zunehmende Importe für die industrielle Nutzung
Aufgrund der geringen Mengen aus der vorherigen Apfelkampagne, gepaart mit einer eher außergewöhnlichen Qualität der Äpfel, stiegen die Importe bei der verarbeitenden Industrie. Ein stetiger Anstieg der Käufe von Kompottherstellern auf dem freien Markt wurde ebenfalls beobachtet, und erreichte in den letzten 3 Jahren 10.000 Tonnen pro Jahr.

Diesjährige Apfelernte etwas höher als in 2020
Am 1. Juli lag der französische Apfelbestand mit 51.300 Tonnen deutlich unter dem Niveau der vorherigen Kampagne. Die kleinere Apfelernte 2020 betrug 337 Mio. t und lag damit deutlich unter dem Durchschnitt (1,448 Mio. t). Die Erntevorhersagen 2021 deuten nun nicht gerade auf höhere Mengen (geschätzte 1,375 Mio. t) hin. Dennoch sind die prognostizierten Mengen höher als erwartet. Der Frost hatte erhebliche Auswirkungen auf den französischen Anbau und wirkte sich in unterschiedlichem Maße auf die Sorten, die Regionen und die Erzeuger aus.

Europäische Apfelernte auf dem Vormarsch
Auf europäischer Ebene hingegen liegen die erwarteten Erntemengen mit 11,735 Mio. t (gegenüber 10,705 Mio. im Vorjahr) deutlich höher und damit über dem Durchschnitt der letzten 10 Jahre (11,249 Mio.). Diese Zunahme ist hauptsächlich auf die gestiegene Produktion in den osteuropäischen Ländern zurückzuführen, darunter Polen (+22% gegenüber dem Vorjahr mit 4,170 Mio. Tonnen) und Ungarn (+49% gegenüber dem Vorjahr mit 520.000 Tonnen). Auch hier ist eine deutliche Diskrepanz zwischen den EU-Ländern zu beobachten, wobei für Spanien (543.000 Tonnen) eine Mengensteigerung von +28% prognostiziert und für Griechenland (203.000 Tonnen) ein Rückgang in gleicher Größenordnung zu verzeichnen ist. Italien hingegen weist mit 2,046 Mio. Tonnen für dieses Jahr eine Abnahme von - 4% auf.

Außerhalb der EU wird die Produktion 4 Mio. Tonnen (+2% gegenüber 2020) für die Türkei, 45.381 Mio. Tonnen für China (+3%) und 4.644 Mio. Tonnen für die USA (- 4%) erreichen.

Einige Clubsorten sind stärker als andere betroffen
Die Ernteprognosen für internationale Sorten in Frankreich und Europa (Golden, Gala, Granny usw.) liegen mit 4% leicht über dem Niveau des Vorjahres, sind aber verglichen mit dem Durchschnitt geringer. Das gilt auch für regionale Sorten, die fast ausschließlich in Frankreich produziert werden. Im Gegensatz dazu waren Clubsorten stärker vom Frost betroffen, was in Frankreich zu einer um 6% geringer erwarteten Ernte im Vergleich zur vorherigen Kampagne führte. Betroffen war unter anderem die Sorte Pink Lady. Im Allgemeinen ist die Produktion von Clubsorten stetig gestiegen, die jedoch in den letzten zwei Jahren langsamer verlief. Der Anteil der Sorte Gala nimmt kontinuierlich zu, während die der Sorte Granny unter abnehmenden Ertragspotenzial leidet.

Birnen: Französische Ernte stark betroffen
Die französische Birnenkampagne war im Jahr 2020 verglichen mit der vorherigen Kampagne und dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre von 129.000 Tonnen mit einem etwas höheren Ertragsvolumen von 133.000 Tonnen viel besser als die Apfelkampagne. Wie bei den  Äpfeln war der Verbrauch trotz hoher Verkaufspreise sehr gut. Leider hat der Frost in diesem Jahr die Birnenplantagen hart getroffen und die erwarteten Mengen auf 57 000 Tonnen reduziert. Am stärksten betroffen sind die Sorten Guyot und William mit 71% weniger Tonnage als im Vorjahr. Das bedeutet einen durchschnittlichen Rückgang um 57% bei Betrachtung aller Sorten. Daher ist bereits bekannt, dass die hohen Preise der wenigen Birnen auf dem Markt die erlittenen Verluste nicht kompensieren werden. Einige Erzeuger haben 90 bis 95% ihrer Birnenernte verloren, wobei die wenigen verbleibenden Früchte nur für den industriellen Markt zu gebrauchen sind.

Erhebliche Unterschiede bei den Birnenmengen in der EU
Innerhalb der 15 EU-Mitgliedstaaten wird eine Ernte von 1,488 Millionen Tonnen erwartet. Das sind 30% weniger als im Vorjahr (2,127 Millionen Tonnen) mit großen Unterschieden zwischen den einzelnen Ländern. Italien verzeichnete im Vergleich zu 2020 (611.000 Tonnen) einen Rückgang seiner Ernte um 65% (213.000 Tonnen), während Portugal mit 189.000 Tonnen einen Anstieg um 36% verzeichnete. Die Niederlande, Europas größter Birnenproduzent, werden dieses Jahr 325.000 Tonnen produzieren. Das sind 19% weniger als im Vorjahr. In Osteuropa hingegen sind die erwarteten Mengen mit 119.000 Tonnen für dieses Jahr um 7% leicht gestiegen.
Während alle Birnensorten unterschiedlich stark betroffen sind, weist die Rochas-Birne als einzige eine Steigerung von 38% gegenüber der Ernte von 2020 auf. Außerhalb der EU liegen die Ernteprognosen mit einer geschätzten Gesamtmenge von 19,873 Mio. t leicht über dem Vorjahr.

Ein Bio-Angebot von neuen Sorten
Hinsichtlich des ökologischen Landbaus ist es aufgrund fehlender Daten zwar schwierig, Schätzungen zu machen, doch hat er gewiss genauso stark unter Frost gelitten hat wie konventionelle Streuobstwiesen, wenn nicht sogar noch mehr. Die erwartete Bio-Apfelernte in diesem Jahr beträgt für die ANPP-Mitglieder rund 65.000 Tonnen und 3.100 Tonnen Birnen. Das Bio-Angebot wird in den nächsten Jahren hauptsächlich aus neuen, charakteristischen und qualitativ guten Sorten bestehen.

Zusammenfassung
Sowohl bei Äpfeln als auch bei Birnen wird eine durchschnittliche europäische Ernte erwartet, wobei Äpfel nahe der Marktbilanzschwelle liegen und Birnen erheblich knapp sind. Das europäische Potenzial für den Frischmarkt entspricht dem des Vorjahres, zumal Polen mit 60% der zu verarbeitenden Mengen eine qualitätsarme Ernte angekündigt hat.

In Frankreich und auf europäischer Ebene hat sich die Ernte im Vergleich zum Vorjahr um ein bis zwei Wochen verzögert und inzwischen wieder normalisiert. Die Erntemengen der internationalen Sorten sind mit einer Rückkehr der Sorten Golden, Gala und Jonagold kaum höher als im Vorjahr. Die Entwicklung der Clubsorten ist ziemlich stabil, und die anderen Sorten, zumeist polnische, nehmen zu. Sie haben aber einen geringem Einfluss auf den europäischen Markt, da sie hauptsächlich für den heimischen Markt bestimmt sind.

In ganz Europa wurden Bestände aus alten Ernten oder der Südhalbkugel aufgekauft. Das französische Apfelangebot bleibt in diesem Jahr begrenzt, ist für den Inlandsmarkt jedoch ausreichend. Bei den Birnen wird dagegen ein deutliches Defizit erwartet. Äpfel haben eine gute Lagerkapazität mit etwas unter dem Normalwert liegenden Größen, wie z.B. die Sorte Gala. Bei einigen Sorten gibt es einige optische Mängel durch den Frost, aber andere Sorten, wie Gala, entwickelten dank der niedrigeren Temperaturen gute Farben. Die Versorgung der Industrie wird im Gegensatz zu letztem Jahr besser sein. Der aktuelle Lagerbestand an europäischem Konzentrat ist gering und somit wird es zu einer starken Nachfrage kommen.

Das europäische Wachstumspotenzial von der Apfelsorte Gala, die in diesem Jahr bezüglich der Größenklassen viel kleiner ausfällt, muss jedoch noch beobachtet werden. Die schlechte Qualität der polnischen Ernte dürfte zu erheblichen Zuflüssen in die Industrie führen, insbesondere in Deutschland. Hier wird man nicht in der Lage sein, sich aus landeseigenen ausgedehnten Obstplantagen zu versorgen. Beim Bio-Angebot stellt sich die Frage, ob die Nachfrage genauso schnell wächst wie das Angebot. Ein deutlicher Anstieg um 15% bei den Verpackungskosten wurde ebenfalls registriert, was einer Preissteigerung von 3 bis 5 Cent pro Kilo entspricht.

Die Kampagne wird weiterhin von Unsicherheiten im Zusammenhang mit externen Faktoren geprägt, wie etwa der Verfügbarkeit von Arbeitskräften, dem Konsumverhalten nach der Coronakrise (Kaufkraft, Reaktion des Einzelhandels, lokale Präferenz, Anteil von vorverpackten Produkten usw.), den Folgen des Brexit, dem Hafenbetrieb sowie der Verfügbarkeit von Containern und schließlich die Kosten für den Versand.

Für mehr Informationen:
Vincent Guérin
Association Nationale Pommes Poires
7 rue Biscornet - 75012 PARIS
Phone. : +33 (0) 1 53 10 27 80
Fax : +33 (0)1 53 10 27 88
v.guerin@pommespoires.fr       
contact@lapomme.org    
www.lapomme.org        


Erscheinungsdatum:



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