Otto de Groot über 40 Jahre HDG:

"Dank der Kombination von Inspektionen und Expertise haben wir unsere heutige Marktposition erreicht"

Am 1. August wird HDG The Fruit Consultants 40 Jahre alt. Mit Gründer und Inhaber Otto de Groot – er übergab 2016 die Geschäftsführung an Stijn Verstijnen und Rob Boogmans – blicken wir auf die Geschichte des stark gewachsenen Unternehmens zurück und auch in die Zukunft. Dieses traditionsreiche Unternehmen ist eine Institution im Rotterdamer Merwehaven und entfaltet seine Aktivität im Erstellen von Gutachten und Qualitätsprüfungen im Bereich Obst und Gemüse.

„Anfang 1981 wurde ich von Fred Harmsen van der Vliet angesprochen, um das bestehende Vermessungsbüro von Willem van Deventer zu übernehmen. Er war damals einer der wenigen vereidigten Sachverständigen, die unser Land kannte“, erinnert sich Otto. „Als Expertisebureau Harmsen en de Groot sind wir damals am Europoint 1 gestartet und später von dort in die Galvanistraat umgezogen. Danach haben wir 1998 einen Raum in dem damals leeren Gebäude der Zitrusauktion bezogen.“

Elektronische Schreibmaschine und ein Piepser
Auf die Anfangszeit angesprochen, antwortet Otto: „Wir begannen mit zwei Telefonleitungen, eine für eingehende Anrufe und die zweite für die Weiterleitung an den Sekretariatsdienst, der uns während Abwesenheit anrufen konnte. Wir hatten bereits eine elektronische Schreibmaschine, was sehr fortschrittlich für diese Zeit war sowie einen Funkrufempfänger. Der Kauf eines Kopierers war zu teuer, also haben wir bei Van Dijk Delft kopiert. Unser Vorgänger Willem van Deventer hat sich sogar in den restlichen Auktionskatalogen Notizen gemacht.“

Nicht nur die Kommunikationsmöglichkeiten, auch die Obst- und Gemüsebranche hat sich im Laufe der Jahre verändert. „Damals haben wir für fünf Auktionshäuser und einige größere Importeure gearbeitet. Auch die Menge an Obst, die rein kam, ist mit heute nicht zu vergleichen. Damals ging das meiste Obst noch ungekühlt in den LKW. Im Laufe der Jahre sahen wir, wie lose Kisten und Kartons in Kühlschiffen durch Paletten ersetzt wurden, während diese wieder  inzwischen größtenteils Containern gewichen sind. Auch unsere Position hat sich im Laufe der Jahre verändert. Von jemandem, der traditionell auf der Seite des Importeurs stand, wurden wir immer mehr zum Inspektor für das gesamte Spektrum von Importeuren, Exporteuren und Versicherern.“

Kombination aus Inspektion und Expertise
Fred Harmsen van der Vliet verließ das Unternehmen 2003 und bald darauf wurde Rob Boogmans zum Direktor der HDG ernannt: „Wir sind von einem kleinen Unternehmen mit zwei Mitarbeitern auf über sechzig Mitarbeiter in der gesamten Gruppe gewachsen. Unser Unternehmen besitzt sehr spezialisierte Kenntnisse. Wir haben unsere Nivre Register-Experten in unserer Gruppe, was uns in der Frischebranche einzigartig macht. Auch unsere ISO-Zertifizierung und die GlobalGap-Mitgliedschaft sind einzigartig. Damit zeigen wir, dass unsere Prozesse und unser Personal auch internationale Standards einhalten. Wir unternehmen große Anstrengungen, um unsere Dienstleistungen ständig zu verbessern, die sich weiterhin auf die frischen Produkte ausrichten.“


Rob Boogmans, Otto de Groot und Stijn Verstijnen

Auch international expandierte HDG. „Mit unserem Hauptsitz im Rotterdamer Hafen sitzen wir nach wie vor am europäischen Hauptankunftsort für Obst. Mittlerweile haben wir aber auch  Tochtergesellschaften in Valencia und Hamburg. Unsere Schadensgutachten führen wir weltweit über ein umfangreiches Korrespondentennetz aus. Wenn über einen Kunden eine Partie in Hamburg versicherter Kirschen in Japan ankommt, dann fährt unser Mann vor Ort fährt dorthin und wir erstellen dann hier den Schadensbericht aufgrund seiner Informationen. Bei größeren Schäden gehen wir jedoch selbst dorthin. Das kann manchmal auch Konsequenzen haben. So habe ich zum Beispiel einen Monat in China fest gesessen, weil die Chinesen dort Spielchen wegen eines Boots mit Bananen spielten“, blickt Otto lachend zurück.

Analytische Methoden
Im Laufe der Jahre plädierte er für eine analytischere Herangehensweise an den Schaden. „In der Zeit von 1990 bis 2010, als Kühlschiffe mit Containerreedereien miteinander stark konkurriert haben, führte die notwendige Kostensenkung zu erheblichen Einsparungen bei der Wartung mit allen damit verbundenen negativen Folgen. Diese (oft unsichtbaren) Mängel, wie Schäden an Leitungen und Tanks haben jedoch viel Einfluss auf die Qualität der Früchte. Durch die Arbeit mit analytischen Methoden und den geschickten Umgang mit rechtlichen Verfahren konnten wir Ladungseigner und Versicherer schützen. Ich habe ein System entwickelt, um das "Ersticken" von Obst in Containern nachzuweisen. So konnten wir in zehntausenden Schadensfällen nachweisen, dass der Schaden durch defekte oder nicht gut funktionierende Kühlcontainer verursacht wurde.“

Auf die Frage, was er der Obst- und Gemüsebranche mitgeben möchte, antwortet Otto: „Ich würde mich sehr freuen, wenn jemand ein System entwickeln könnte, das die Atmungsfrequenz der Produkte misst, die hier zur Reifung verschickt werden. Viele Parteien profilieren sich heutzutage als Reifungsspezialisten, aber in welchem ​​Stadium die Frucht eintrifft, ist oft ungewiss. Niemand kennt die Herkunft des Produkts genau und in welchem ​​physiologischen Stadium sich die Frucht befindet. Daher ist die Reifung oft eine Frage von "Trial and Error". Darüber herrscht oft noch nicht genügend Klarheit.“

Agrarsoftware4U
HDG sprang 2013 mit der Entwicklung der Anwendung QC4U auf das digitale Boot auf. Dadurch wird das Sammeln von Qualitätsdaten vom Hersteller bis zum Endkunden ermöglicht. Neu ist die Gründung des Softwarebetriebes Agrisoftware4U beim Unternehmen. Dieses will die Inspektionssoftware weiter ausbauen und breiter vermarkten. „Wir sammeln täglich eine enorme Menge an Daten. Diese Daten gehören zwar jetzt dem Kunden, für den die Berichte erstellt werden, aber generell kann man damit viel mehr Trends erkennen“, sagt Otto.

Ob es HDG in 40 Jahren noch gibt, will Otto nicht beantworten. „Das wäre arrogant, doch habe ich auf absehbare Zeit keinerlei Grund, an dem Fortbestand des Unternehmens zu zweifeln. Es steht außer Frage, dass die Expertise der Schadensachverständigen weltweit gefragt ist. Der Bedarf an Qualitätssicherung nimmt zu. Auch wenn sich die Art des Schadens ändert, bleibt der Schaden an der Tagesordnung. Dieses Handwerk existiert also auch in vierzig Jahren, obwohl wir die Arbeiten jetzt mit modernsten Werkzeugen ausführen können.“

Für mehr Informationen:
HDG The Fruit Consultants
Marconistraat 33
3029 AG Rotterdam
The Netherlands
T +31 10 2441414
www.hdg.nl 


Erscheinungsdatum:



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