Hubert & Niklas Hengesbach (Josef Hesse GmbH) zum Großmarktgeschäft in Zeiten von Corona

"Klassischer Markthandel findet zu Pandemiezeiten mehr Beachtung"

Seit Beginn der heutigen Corona-Krise werden frische Lebensmittel, darunter Obst und Gemüse aller Art, besonders wertgeschätzt. Während die Sparten Großverbrauch und Gastronomie beträchtliche Umsatzeinbußen erlitten haben, wurde im LEH mehr Umsatz verzeichnet. Gleiches gilt für den restlichen ambulanten Handel: "Der klassische Markthandel findet seitens des Verbrauchers mehr Beachtung", erläutern Hubert und Niklas Hengesbach, dritte und vierte Generation des Essener Großhandelsunternehmens Josef Hesse GmbH.


Niklas (l) und Hubert Hengesbach präsentieren das saisonale Angebot. 

Das Großmarktgeschäft sei wieder tendenziell aufbauend, weil zuhause mehr denn je gekocht wird. "Der Gesamteindruck ist recht zufriedenstellend. Es wird insgesamt mehr Geld für hochwertige, frische Lebensmittel ausgegeben. Das heißt, es werden zu Pandemiezeiten gerade im Facheinzelhandel und auf dem Wochenmarkt mehr Artikel gekauft, die sonst deutlich weniger genommen werden, etwa Frucht- und Gemüse-Exoten. Diesen Trend haben wir vor allem im Vorjahr während des ersten Lockdowns beobachtet", berichtet die Geschäftsleitung einstimmig.


Markenartikel gehören zum Standardsortiment der Josef Hesse GmbH

Mittlerweile scheint diese Tendenz hingegen wieder abgeflacht zu sein. "Anhand der gekauften Artikel stellen wir fest, dass der Verbraucher lieber Geld in der Tasche hält. Viele haben ihren Job verloren oder arbeiten in Kurzarbeit. Das wirkt sich natürlich auf die Kaufkraft aus", kommentiert man.


Einblick in die tägliche Betriebspraxis.

Loyalität zwischen Abnehmer und Lieferanten
Der Kundenbestand konnte bisher aufrechterhalten werden: Wegen des Booms der Direktvermarktung hat man sogar noch den einen oder anderen Hofladen dazu gewinnen können. "Generell sind die Bestandskunden stabil und zufrieden, das ist für uns wohl das Wichtigste. Zudem ist eine große Loyalität zwischen Abnehmer und Lieferanten zu beobachten." Die Produktvielfalt im Verkauf sei auch zu Pandemiezeiten das Markenzeichen des Traditionsunternehmens: "Dieses breite Sortiment in jeglicher Preisklasse war immer unsere Stärke und wir wollten sie auch in diesen harten Zeiten weiterhin beibehalten."

Die Josef Hesse GmbH ist seit 1968 am Essener Frischezentrum beheimatet. Es steht eine Betriebsfläche um gut 3.500 Qm (inkl. 600 Qm Convenience-Herstellung) zur Verfügung

Erhöhte Prozesskosten
Im Zuge der zahlreichen Corona-Auflagen hat das Management des 1935 gegründeten Unternehmens mit erhöhten Produktionskosten zu kämpfen gehabt. "Nicht nur die Kosten für Masken und Desinfektionsmittel sind unwahrscheinlich hoch gewesen, sondern auch das Trennen der Abteilungen und die Bildung der Schichten. Wir haben natürlich viele Stellen doppelt besetzen müssen, demzufolge mussten wir innerhalb kürzester Zeit die kompletten Betriebsprozesse ändern und uns den Umständen anpassen", so Junior-Chef Niklas Hengesbach.

Seitens der Beschaffung von Importware sehe man allerdings wenig Probleme. "Momentan gibt es Lieferverzögerungen bei portugiesischer Ware. Die Preisentwicklung ist dennoch recht normal  und bei weitem nicht so tragisch wie in den Medien häufig dargestellt wurde", plädiert man.

Convenience-Produktion
Trotz der aktuellen Ausnahmesituation schaut das zweiköpfige Management zuversichtlich in die Zukunft. "Wir sehen uns als Servicedienstleister und wollen dem Kunden alles aus einer Hand bieten, also nicht nur Obst und Gemüse sondern auch Molkerei- und Convenience-Artikel." Letztere Warenkategorie wird seit der Übernahme der auf Schnittware spezialisierten Firma Großmann im Jahr 2018 zum Teil in der hauseigenen Produktionsstätte hergestellt. 

Die Freshcut-Branche wurde gerade durch den Wegfall der Gastronomie und Betriebskantinen hart getroffen. "Die Gastronomie wird sich erholen, das dauert aber eine Weile. Die Betriebskantinen werden hingegen aus meiner Sicht nicht mehr soviel Umsatz tragen wie vorher, weil viele auch nach der Krise im Home Office arbeiten werden", prophezeit man abschließend.

Weitere Informationen:
Josef Hesse GmbH
Hubert & Niklas Hengesbach
Frischezentrum Essen
Lützowstr. 28c
45141 Essen
Fon 0201 310 29 - 0
Fax 0201 310 29 - 25
eMail: info@hesse-essen.de 
www.hesse-essen.de 


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