Andreas Allenspach, Category Manager Coop (Schweiz) blickt auf das Corona-Jahr zurück:

"Unser O&G Umsatz ist in diesem Jahr mit 15 % gestiegen, Gemüse war der große Gewinner"

Die Supermärkte sind in diesem Jahr der große Gewinner der Corona-Pandemie. Das ist in der Schweiz nicht anders. Category Manager Andreas Allenspach von Coop Schweiz blickt auf ein ungewöhnliches Jahr zurück. "Wir sind im O&G um 15% gewachsen, das sind Zahlen, die wir noch nie gesehen haben. Unser Marktanteil hat sich um 1,1 % erhöht. Wir hoffen, dass die Corona-Krise bald vorbei ist, aber für das Supermarkt-Segment sind die Folgen nur positiv."

"Gemüse erwies sich als der wahre Gewinner, wir sind in diesem Segment um 23 % gewachsen. Die Leute blieben und kochten zu Hause, das haben wir deutlich gemerkt. Während des ersten Lockdowns sahen wir, dass die Lagerprodukte wie Zwiebeln, Karotten, Äpfel und Birnen besonders gut liefen, offenbar aus einer Art Panikreaktion heraus, dass die Läden schließen würden. Später sahen wir, dass sich vor allem das Gemüse sehr gut machte. Wir haben 40 % mehr Auberginen, Sellerie und Rosenkohl und 30 % mehr Blumenkohl verkauft. Auch Ingwer schnitt mit einem Plus von 40 % gut ab, aber verhältnismäßig hatten andere Exoten das Nachsehen. Für Ananas, Maracuja und Kaki war es zum Beispiel kein Spitzenjahr."

"Für keinen Schweizer Landwirt ein schlechtes Jahr"
Laut Andreas war es logistisch eine ziemliche Herausforderung, das hinzubekommen. "Zu Beginn des Lockdowns hatten unsere DCs nicht die Kapazität, alles zu liefern, so dass bestimmte Produkte direkt von unseren Lieferanten in die Filialen gingen. Trotzdem hatten wir fast nie zu wenig Produkt im Regal und deshalb bin ich sehr stolz auf unsere Produzenten und Lieferanten. Sie haben wirklich hervorragende Arbeit geleistet, während die ganze Kette unter großer Spannung stand. Eine tolle Leistung! Zum Glück hat sich das auch ausgezahlt, denn kein Schweizer Erzeuger hat ein schlechtes Jahr gehabt. Erzeuger, die sonst das Hotel- und Gaststättengewerbe beliefert hätten, konnten ihre Produkte nun im Einzelhandel vermarkten. Sonst haben wir im Sommer immer Wochen mit einem zu großen Tomatenangebot und niedrigen Preisen auf dem Markt. Das war in diesem Jahr nicht eine Woche lang der Fall in der Schweiz."

Auf die Frage, ob dieses Corona-Jahr bleibende Auswirkungen haben wird, antwortet der Category Manager: "In der Schweiz gab es schon immer viele Leute, die, meist am Wochenende, in deutschen und französischen Supermärkten einkaufen gehen. Da sie nun nicht im Ausland einkaufen durften, hoffe ich, dass wir gezeigt haben, dass sie auch in der Schweiz ein Top-Sortiment zu einem relativ günstigen Preis finden. Ich hoffe auch, dass die Leute gesehen haben, wie wichtig es ist, dass wir gute Landwirte in der Schweiz haben, um nicht zu sehr von ausländischen Mengen abhängig zu werden. Gleichzeitig bleiben Länder wie Spanien und die Niederlande sehr wichtig für unsere O&G-Versorgung. In diesem Jahr haben wir zum Beispiel ein schönes Projekt mit den Red Desire-Tomaten von RedStar, die wir zwölf Monate lang im Premiumsegment verkaufen; im Sommer von einem Schweizer Produzenten und danach aus den Niederlanden."

Unverpacktes Obst und Gemüse war eine wichtige Speerspitze für den Schweizer Einzelhändler und das ist laut Andreas auch so geblieben. "In der ersten Phase der Corona-Krise gab es viele Gerüchte, dass die Leute aus hygienischen Gesichtspunkten mehr verpackt kaufen, aber das war nur bedingt der Fall. Diese Umsätze waren bei uns wirklich nicht wesentlich höher. Es gab höchstens weniger Druck seitens der NGOs, die O&G-Produkte unverpackt zu verkaufen, aber das sehe ich wirklich als etwas Vorübergehendes. Wir arbeiten weiterhin hart daran, gute, nachhaltige Verpackungslösungen für die Zukunft zu schaffen. Auch die Lebensmittelverschwendung bleibt ein wichtiges Thema. Im November haben wir einen Test mit Apeel-Avocados gestartet und ich bin sehr positiv gestimmt. Dies sollte zu 50 % weniger Abfall führen. Wir wollen auch Produkte, die wir normalerweise nicht verkaufen, wie z.B. Produkte mit Hagelschäden, breiter einsetzen, um sie unter unserer eigenen Marke 'ünique' zu verkaufen."

Für weitere Informationen:
Andreas Allenspach
Coop
Thiersteinerallee 14
4002 Basel - Schweiz


Erscheinungsdatum:



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