Gerard Mostert, Betrex, Spanien

"Der diesjährige Mangel an Touristen beeinträchtigte unsere Importe"

Gerard Mostert ist ein Logistikdienstleister und Eigentümer von Betrex in Spanien. Die Jahreszeiten spielen daher in seinem Geschäft eine wichtige Rolle. Die Obst- und Gemüseexporte machen mehr als 80% aus. „Die Sommer sind für uns normalerweise ruhig. Im August und September beschränken wir uns oft auf niederländische Importe. Und auf einige wenige Obst- und Gemüsesorten, die in Spanien Saison haben.“

„Ich fahre von meinem Büro in Gandia (südlich von Valencia) durch die spanischen Felder nach Hause. Ich sehe die ersten kleinen Orangen an den Bäumen hängen. Dann freue ich mich schon auf den arbeitsreichen Herbst, wenn wir wieder viele spanische Produkte transportieren können - von Huelva im Süden bis nach Katalonien im Norden.“

Gerard Mostert

Ruhigerer Sommer
Dieser Sommer war jedoch für Gerard ruhiger denn je. „Weniger Tomaten, Salat und Übersee-Importe kamen dieses Jahr im Rotterdamer Hafen an. Ich denke, das war eine direkte Folge des Coronavirus, das Europa erfasst hat. Spanien hat in diesem Sommer Millionen von Touristen verpasst. Diese Menschen machen einen beträchtlichen Anteil des Verbrauchs zu dieser Zeit aus.“

„Frischer Orangensaft ist ein bezeichnendes Beispiel dafür. Die meisten Sommertouristen haben keine Ahnung, dass die Orangen, die sie in Spanien entsaften, oft von uns, aus den Niederlanden, geliefert werden. Die Spanier wissen das und wählen lieber saisonale Früchte wie Melonen. COVID-19 hat daher hauptsächlich das spanische Gastgewerbe betroffen. Wenn man bedenkt, was ich um mich herum sehe, sind die Restaurantbesuche um 20 bis 25% zurückgegangen. Ich selbst habe 90% weniger auswärts gegessen. Das zeigt nur die Auswirkungen dieses Virus.“

Exporte auf gleicher Höhe
Betrex hielt die guten Exportzahlen bis zum Sommer aufrecht. „In dieser Hinsicht können wir uns über nichts beklagen“, sagt Gerard. „Das gilt auch für unsere Obst- und Gemüsetransporte. Wir transportieren auch noch einige Industriegüter für mehrere Stammkunden. Aber die Coronavirus-Pandemie hat das völlig zum Erliegen gebracht. Ich denke aber nicht, dass wir uns beschweren sollten.“

„Die Fahrer haben es schwerer, vor allem, wenn sie international unterwegs sind. So ist es zum Beispiel nicht einfach, entlang der Strecke einen Rastplatz oder anständige Toiletten zu finden. Viele dieser Toiletten sind geschlossen. Es gibt ein weiteres Problem, vor allem in Katalonien. Die Regierung hat erneut alle Restaurants dort geschlossen.“

Von vollen Lastwagen bis zu Sammelgut- und Just-in-time-Lieferungen
Auch Gerard hat gesehen, wie sich der Markt verändert hat. „Vor fünf, zehn Jahren bestellten die Kunden gewöhnlich an einem Montag volle Lkw-Ladungen Orangen und Mandarinen. Und ließen an einem Donnerstag eine neue Ladung aus Spanien kommen. Wenn wir eine Bestellung für, sagen wir, zehn Paletten erhielten, konnten wir immer anbieten, 12 Paletten zu liefern. Wenn das besser zu der verbleibenden Ladung passen würde. So füllt man den Lastwagen, normalerweise auch ohne Probleme.“

Büro in Spanien

„So funktioniert das nicht mehr. Wenn Kunden zehn Paletten bestellen, sind es zehn und nicht mehr. Auch die Lieferungen sind jetzt häufiger aufgeteilt. Die Kunden wollen täglich mit spanischen Produkten beliefert werden. Heutzutage ist es nicht mehr einfach, eine ganze Wagenladung zu kaufen. Der Trend zur Just-in-time-Lieferung macht uns als Logistikdienstleister viel abhängiger von der Planung von Sammelguttransporten in den Norden. Das macht unsere Arbeit als Spediteur viel anspruchsvoller. Es erfordert viele Dinge, die ineinander passen müssen.“

„Manchmal muss man auch Umwege machen. Was passiert, wenn zum Beispiel eine frische Gemüsesendung bereit steht, um weiter auf der Strecke verladen zu werden? Aber eine Ladung muss noch im Süden vorbereitet werden. Warten Sie, oder fahren Sie diese zusätzlichen Kilometer, um wieder auf den Fahrplan zu kommen? Unsere Fahrer mit Zeitplan haben manchmal damit zu kämpfen, bringen es aber immer zu einem guten Ende. Zum Glück ist mir das heutzutage nicht mehr so wichtig“, lacht Gerard.

Mit dem Zug?
Der Straßentransport ist flexibel. Er eignet sich daher gut für diese Just-in-time-Lieferungen. In letzter Zeit werden jedoch zunehmend auch andere Transportformen wie die Eisenbahn in Betracht gezogen. Aber Gerard weist darauf hin, dass man nicht schlussfolgern kann, dass die vollen Sendungen der Kunden von der Straße auf die Schiene verlagert wurden. „Es ist ein allgemeiner Markttrend, nach Transportalternativen zu suchen. Ich glaube jedoch nicht, dass die bestehenden Dienstleistungen in dieser Hinsicht mit dem Straßentransport konkurrieren können.“

„Wir haben unseren Teil zu einem solchen intermodalen Bahndienst beigetragen“, fügt Mostert hinzu. „Aber ich glaube, es gibt mehrere Nachteile. Dazu gehören mögliche Verspätungen auf der Schiene. Da 40 meiner Lastwagen auf der Straße unterwegs sind, könnte es durchaus ein paar Verspätungen geben. Wenn sich jedoch ein ganzer Zug verspätet, bin ich sicher, dass all diese Ladungen nicht pünktlich ihr Ziel erreichen werden. Ein Lastwagen ist viel flexibler. Und wenn auf der Straße etwas passiert, kann man einen Umweg machen. Mit dem Zug ist das nicht möglich.“

Aber Gerard unterstützt diese intermodalen Dienste. „Wenn alle Transporte nachhaltiger und grüner sein sollen, sollten wir das mit Blick auf die Zukunft auf jeden Fall tun. Dies könnte eine Lösung sein, vor allem für eine konstante Versorgung mit großen Mengen an Obst und Gemüse. Es muss einfach attraktiv sein, an einem solchen Dienst teilzunehmen“, so Gerard abschließend.

Mehr Informationen:
Angela Mostert
BETREX
Tel.: (+34) 96.287.80.80 (Spanien)
Mobil: +34 628 862 966
angelamostert@betrex.es 
www.betrex.es

 


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