Corona-bedingte Grenzkontrollen beeinflussen Qualität und Preis

"Türkische Ware trifft nicht selten 2 bis 3 Tage später bei uns ein"

Trotz der verschärften Corona-Auflagen in großen Teilen Europas werden die deutschen Frischemärkte nach wie vor tagtäglich mit frischem Nachschub aus allen Ecken des Kontinents beliefert. Dennoch seien die Auswirkungen der sogenannten „zweiten Viruswelle“ auch im deutschen Obst- und Gemüsesektor gravierend bemerkbar. Nicht nur wurde im Zuge der erneuten Gastro-Schließung ein wichtiger Absatzkanal zum Erliegen gebracht, sondern auch der Frischetransport aus gewissen Ländern wird wegen der verschärften Grenzkontrollen erheblich herausgezögert, beobachtet Herr Arslan sr., Bremer Fruchtgroßhändler und Mitinhaber der Aysa Großhandel GmbH.

Der Großhändler hat sich vorwiegend auf die Vermarktung frischer Fruchtgemüse und türkischer Erzeugnisse spezialisiert. Ein großer Teil des zu vermarktenden Angebotes wird direkt in den Niederlanden abgeholt und anschließend am Bremer Handelsgelände verkauft. Arslan: „Derzeit wechseln wir bei etlichen Produkten auf Spanien. Niederländische Gurken sind zwar noch in begrenzten Mengen verfügbar, werden aber vermutlich in einer Woche zur Neige gehen. Sonstige Produkte – etwa Prominent-Tomaten – sind hingegen das ganze Jahr über mit Herkunft Holland zu haben.“


Herr Arslan Sr. (hier beim Großmarktbesuch von FreshPlaza 2019) betreibt den Bremer Fruchtgroßhandel zusammen mit seinem Sohn

Auch beim holländisch-deutschen Großhandelsunternehmen ist die Corona-Pandemie wie eine Bombe eingeschlagen. „Uns fehlt schätzungsweise 30-35 Prozent der gewohnten Umsätze wegen dem Gastro-Einbruch. Weitere Absatzmärkte – etwa die Belieferung türkischer Supermärkte – konnten zum Glück aufrechterhalten werden. Generell sehen wir aber deutlich wenig Abholkunden als sonst am hiesigen Großmarktgelände. Deshalb rechne ich dieses Jahr mit einem relativ ruhigen Weihnachtsabsatz“, erläutert man.


Abgepackte Mini-Zucchini aus der Türkei

Verzögerung der Transporte
Auf Wunsch der türkischen und arabischen Großhandelskunden setzt die Aysa GmbH bei Peperoni und Mini-Fruchtgemüse auf Direktimport aus der Türkei. „Das zur Verfügung stehende Angebot ist zufriedenstellend, der Warenstrom jedoch mühselig wegen der Verschärfung der Grenzkontrollen. Der Transport trifft nicht selten 2 bis 3 Tage später als sonst bei uns ein. Die Qualität der Ware leidet unter diesen erschwerten Bedingungen und auch die Preise werden entsprechend angepasst.“


Peperoni aus türkischer Erzeugung

Der Knoten der Transportstrecke sei nicht so sehr die Türkei, sondern die umliegenden Länder, betont man. „Bulgarien, Kroatien, Rumänien: In nahezu all diesen Ländern die wir durchqueren gibt es zur Zeit verschärfte Grenzkontrollen. Es gibt also keine Alternative. Die Gewinnmargen bei türkischen Importwarensind aber verhältnismäßig nicht so groß, weswegen der Umsatzschaden für uns als Händler überschaubar bleibt. Währenddessen sehen wir auch beim Abnehmer Verständnis für unsere Situation.“

Hoher Bedarf an niederländischem Produkt
Existenzbedrohend sei die Lage laut dem Management des Handelsunternehmens vorerst nicht. „Wir sehen bislang noch keine Insolvenzwelle innerhalb unserer Kundschaft. Außerdem haben wir durch den direkten Warenbezug aus den Niederlanden einen Alleinstellungsmerkmal am Bremer Großmarkt. Auch in Zeiten von Corona bleibt die Nachfrage bei niederländischem Fruchtgemüse unverändert groß“, heißt es schließlich.

Weitere Informationen:
Aysa Großhandel GmbH
Ali Arslan
Großmarkt Bremen
Tel: +31 651848489
aysabremen@gmail.com    


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