Bernd Kugelmann, PfalzBio:

"Die Leute haben wieder Lust auf deutschen Bio-Feldsalat"

Mit allen Herausforderungen, die das Jahr 2020 so mit sich gebracht hat, die Erträge bei der Gemüseernte scheinen in Ordnung zu sein. Es wird generell von durchschnittlichen Ernten gesprochen, wenn auch erschwert durch Corona-Maßnahmen und einen intensivierten Arbeitsrkäftemangel. „Es war stressig“, bestätigt auch Bernd Kugelmann von PfalzBio in Kandel.

„Wir hatten in diesem Sommer viel Absatz aber nur wenig Personal. Dazu kamen die unberechenbaren, unregelmäßigen Bestellung – gerade von Abnehmerseite herrschte Chaos. Viele Händler hatten Probleme an die Waren zu kommen, da es aufgrund des Personalmangels teilweise zu unvorhersehbaren Ausfällen kam“, erzählt Kugelmann.

Ernte von frühen Kürbissen beendet
Aktuell vermarktet der Erzeuger von bioveganem Gemüse noch Restmengen Kürbisse: „Wir haben vorwiegend frühe Sorten und sind daher jetzt auch fast durch mit der Ernte, die Hauptsaison steht jedoch noch bevor.“ Auch in diesem Jahr hatten Bio-Kürbisse – nach der vollen Umstellung bei Aldi im Vorjahr – wieder Hochkonjunktur. „Aber auch die anderen LEH-Ketten hatten Bio-Kürbisse im Sortiment. Wegen der kurzen Saison in Spanien und der allgemeinen Beliebtheit des Trendproduktes Kürbis lief die Saison für uns also sehr gut, es war eher zu wenig Ware da.“ Aufgrund dieses Mangels hatten einige Ketten sowohl biologische als auch konventionelle Kürbisse im Sortiment und die einheimischen Erzeuger konnten bessere Preise für ihr Gemüse erzielen.

Bei den frühen Sorten seien die Erträge gut gewesen, bestätigt Kugelmann. Bei den Hauptsorten fehle jedoch etwas das Wasser. „Bisher ist die Nachfrage noch verhalten – das ist aber Saisonüblich. Im Hochsommer möchte schließlich niemand Kürbissuppe essen.“

Durchwachsene Saison für Zucchinis
Auch mit den Zucchinis geht es so langsam zu Ende, bis Mitte Oktober soll geerntet werden. „In diesem Segment waren die Preise relativ hoch, daher wurde auch in unserer Saison zwischenzeitlich Ware aus Spanien importiert. Dort hatte es einen Überschuss und entsprechend niedrige Preise gegeben. Im Einzelhandel hat die günstigere Ware schlichtweg oftmals noch Vorrang.“ Jetzt habe sich die Saison wieder entspannt und der Kilopreis liege beim Erzeuger um einen Euro.

Bernd Kugelmann beim Besuch von FreshPlaza im August 2019

Jetzt am Start: Feldsalat



In dieser Woche beginnt die Ernte des Feldsalates. Nach einigen bescheidenen Jahren und großem Rückgang in der Anbaufläche in den letzten Jahren scheint es 2020 wieder einen Aufschwung zu geben. „Die Nachfrage ist schon gut und die Leute haben Lust auf deutschen Bio-Feldsalat.“

Kugelmann baut Feldsalat im
Freiland und auf 5.000m² im unbeheizten Folienhaus an. „Wir hatten die Fläche im letzten Jahr auch reduziert, da sich die Preise nicht gelohnt hatten. Gerade im Vergleich zur italienischen Ware, die wesentlich günstiger war und qualitativ auch sehr gut. Die dortigen Anbaubedingungen im Winter sind mit mehr Licht schlichtweg vorteilhafter.“

Für die aktuelle Saison gab es jedoch wieder einige
regionale Anbieter, die es mit deutschem Bio-Feldsalat probieren wollten und diesen zum Festpreis anbieten möchten. „Deswegen haben wir uns entschieden dem ganzen noch mal eine Chance zu geben.“ Er wird voraussichtlich noch bis Ende November im Freiland ernten und dann auf das kalte Folienhaus umsteigen.

COVID-19 bringt neue Investitionen
Es gab so einige Umstellungen bei PflazBio in diesem Jahr – das Unternehmen musste maßgebliche Investitionen tätigen um mit den Einschränkungen der Pandemie umgehen zu können. Allerdings sei dies auch eine Investition in die Zukunft gewesen, erzählt Kugelmann: „Wir mussten ein Hotel als Quarantäne-Station anmieten. Außerdem haben wir einige Ferienunterbringungen gekauft um die Belegschaft zu entzerren und sicherzustellen, dass nie zu viele Mitarbeiter auf zu engem Raum sind. Das war zwar ein großer finanzieller Aufwand, war aber nötig um genügend Gemüse ernten zu können und wird sich auf die Jahre gesehen rentieren.“


Erntehilfen wie diese sind eine Möglichkeit das Personal an sich zu binden.

Damit meint er nicht nur eine zweite Welle des Virus, oder ähnliche Krankheiten: „Die Mitarbeiter freuen sich natürlich, wenn sie mehr Platz haben. Wenn wir die Arbeit und das Leben für Saisonarbeiter hier so angenehm wie möglich machen, kommen sie gerne wieder. So sorgen wir letztendlich auch für den Arbeitskräftemangel eines normalen Jahrs vor.“



Ein Blick in die neuen Unterkünfte für Mitarbeiter: "Die Häuser sind alle mit Klimaanlage und Fußbodenheizung ausgestattet."

Der Geschäftsführer sagt abschließend: „Insgesamt sind wir noch mal mit einem blauen Auge davon gekommen, wir versuchen also auch positiv in die Zukunft zu blicken.“

Für weitere Informationen:
Bernd Kugelmann
PfalzBio
Sonnenweg
76870 Kandel
Telefon 07275 / 9 51 77
E-Mail info@pfalzbio.de 
Web www.pfalzbio.de


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