Robert van Melle, Origin Fruit Direct:

"Deutschland war in den letzten Jahren Spitzenreiter als Traubenmarkt, in diesem Jahr ist es ganz anders"

Gegenwärtig ist auf dem Traubenmarkt viel los, stellt Robert van Melle von Origin Fruit Direct fest. Die Übersee-Traubensaison hat in diesem Herbst mit brasilianischen Trauben angefangen, aber laut dem Importeur geraten diese zunehmend unter Druck, weil die neuen italienischen und spanischen Sorten länger verfügbar sind. "Diese nehmen den Brasilianern den Marktanteil ab. Die europäischen Trauben sind einfach billiger. Und wenn es noch qualitativ hochwertige europäische Trauben gibt, ist die Wahl schnell getroffen. Es ist nun beinahe Ende November bevor die Übersee-Saison losgeht."

"Die brasilianischen Verlader haben hierauf antizipiert, indem sie weniger Trauben verschickten, auch im Hinblick auf das vergangene Jahr, als die Preise lange Zeit niedrig waren. Peru hatte im letzten Jahr ebenfalls eine schlechte Saison, aber hat anders als im Vorjahr die Vereinigten Staaten als Absatzmarkt. Es werden in diesem Jahr dann auch keine großen Mengen aus Peru in Europa erwartet. Wohl hat man in diesem Jahr eher mit dem Versand begonnen und gibt es bereits seit einigen Wochen peruanische Trauben. Der Markt ist ziemlich gut und die Preise steigen jetzt", sagt Robert.

"Gleichzeitig sehen wir, dass ein deutscher Discounter Programme mit mehreren Importeuren über erhebliche Volumen an brasilianischen, peruanischen, namibischen und südafrikanischen Trauben zu Preisen abgeschlossen hat, mit denen in keinster Weise etwas verdient werden kann. Dies führt zu viel Unruhe auf dem Markt, da andere Einzelhändler auf diese Programme verweisen. Das behindert den Verkauf, weil das Preisniveau ohne diesen Druck höher hätte sein können", bemerkt Robert. "Der Markt spiegelt das überhaupt nicht wider, aber der Verkauf wird hierdurch gehemmt. Wo Deutschland in den letzten Jahren Spitzenreiter als guter Traubenmarkt war, so sieht das in diesem Jahr ganz anders aus."

Die namibischen Produzenten haben inzwischen angefangen, ihre Trauben zu pflücken und auch im südafrikanischen Orange River startet man derzeit. Besonders bei den weißen, kernlosen Sorten ist das Gewicht pro Staude viel niedriger, so dass das Volumen geringer ausfällt als ursprünglich angenommen", erwartet Robert. "Natürlich möchten alle am historisch guten Vorweihnachtsverkauf teilnehmen, aber dafür sind einfach nicht genug weiße Trauben erhältlich. Aus diesem Grund erwarte ich gute Preise und denke auch, dass der Rückgang ab Woche 52 kleiner ausfallen wird als üblich. Rote Trauben gibt es auch nicht übertrieben viel, aber doch mehr."

Mit Blick auf die kommenden Wochen wird die indische Saison auch später beginnen, sagt Robert. "Wegen des Monsuns beginnt die Ernte zwei bis drei Wochen später. Normalerweise treffen große Mengen ab Woche 7 ein. In dieser Saison wird das nicht vor KW 10 sein. Das wird definitiv zu einem Mangel an weißen kernlosen Trauben von Mitte Februar bis Anfang März führen. Südafrika ist dann wohl auf den Hex River umgestiegen ist, jedoch wurden dort viele Thompsons und Sugraones durch neuere rote Sorten ersetzt. Alles in allem, es kann ein interessanter Markt werden!"

Für weitere Informationen:
Robert van Melle
Origin Fruit Direct
Tel: +31(0)88 244 93 57
robert@originfruitdirect.nl 
www.originfruitdirect.nl


Erscheinungsdatum:
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