Online-Kauf von Lebensmitteln wächst nur langsam, selbst beim US-Riesen Amazon

Lebensmittelhandel forciert statt der Hauszustellung die Abholsysteme

Als der US-Händler Amazon im Mai 2017 in Berlin und München die Hauszustellung von Lebensmitteln startete, herrschte in den Chefetagen der österreichischen Handelskonzerne erhöhte Nervosität. Sie hat sich nun gelegt, weil Amazon mit seinem Dienst "Fresh" im Nachbarland mäßig erfolgreich ist. In Österreich ist Amazon seit dem Vorjahr zwar mit einem eigenen Logistikzentrum in Wien-Nord vertreten. "Ein Einstieg von Amazon fresh ist hier aber in nächster Zeit kein Thema", sagt Unimarkt-Geschäftsführer Andreas Haider aufgrund der Erfahrungen in Deutschland. Dies berichtet die Zeitung Oberösterreichische Nachrichten. 

Abholung drückt Kosten
Die oberösterreichische Supermarktkette Unimarkt ist in Österreich Pionier mit flächendeckender Hauszustellung von Lebensmitteln. Auch Billa und Interspar liefern frische Lebensmittel ins Haus, forciert werden von den drei Wettbewerbern aber Abholsysteme. Damit wollen sie die unrentable Zustellung, die bei Frischware wegen der Kühlkette besonders teuer ist, umgehen und trotzdem ihre online-affine Kundschaft zufriedenstellen. Die Diskonter beschränken sich bei Online auf Spezialprodukte, ohne Lebensmittel.

Interspar hat dagegen vergangene Woche eine Abholstation am Bahnhof Tullnerfeld (NÖ) eröffnet, um Heimpendlern zu ermöglichen, frische Ware für das Abendessen abzuholen. Das ist über wählbare Zeitfenster bis 23 Uhr möglich. Es braucht nur der bei der Internet-Bestellung übermittelte Code an der Box eingegeben werden.

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