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Beschränkungen werden erst Mitte 2019 überdacht, oder bei 65% Füllstand des Kouga-Damms aufgehoben

Wasserbeschränkungen von 80%, trotz voller Staudämme, bereiten Topfruit-Erzeugern im Langkloof-Tal große Sorgen

Im Langkloof-Tal haben die meisten Topfruit-Obstgärten aufgehört zu blühen und die Erzeuger beginnen mit der Fruchtausdünnung. Die Staudämme sind voll, aber die neue Saison startet mit unerwünschter Ironie: zwar waren letztes Jahr die Langkloof-Dämme zu 30% und der nahgelegene Kouga-Damm 12,6% gefüllt (später 6%), aber es gab keine Wasserbeschränkungen für die Fruchterzeuger aus dem Langkloof-Tal.

Nach üppigem Regenfall im vorherigen Monat ist der Langkloof-Damm nun zu 100% und der Kouga-Damm zu 54,6% gefüllt. Trotzdem verfügen die Erzeuger nur über 20% ihrer üblichen Wassermenge, dabei beginnt gerade jetzt die neue Apfel- und Birnensaison. Ein Fünftel aller südafrikanischen Äpfel wird hier angepflanzt.

Topfruit-Obstgärten im Langkloof-Tal, welches sich zwischen dem West- und Ostkap erstreckt.

Zitrus- und Gemüseerzeuger aus dem Gamtoos-Gebiet (Hankey und Patensie) mussten sich bereits seit Mitte 2018 mit einer 80%-Wasserbeschränkung abmühen (während der 2017/18 Zitrus-Saison hatten sie eine 40%-Beschränkung), die Gemüseproduktion wurde erheblich behindert. In den Zitrus-Obstgärten beginnen die Früchte zu fallen, die Temperaturen im Gamtoos-Gebiet erreichten teilweise über 40°C.

Einer in der Government Gazette vom Department of Water Affairs and Sanitation veröffentlichten Ankündigung zufolge werden die Beschränkungen aufgehoben, wenn der Kouga-Damm zu 65% gefüllt ist. Ansonsten wird die Situation erst am 1. Juni 2019 neu beurteilt, da das Wassermodell des Departments Änderungen nur einmal pro Jahr zulässt.

Die landwirtschaftlichen Erzeuger beteuern, dass sie die Beschränkungen nicht komplett aufheben wollen, sondern schon mit 50% oder sogar 40% ihrer üblichen Wassermenge zufrieden wären. Bisher gab es keine Entlastung.

Diese Steifheit verärgert sowohl Langkloof- als auch Gamtoos-Erzeuger. Die Dürre der letzten drei Jahre hat bereits zu erheblicher Arbeitslosigkeit geführt, hauptsächlich unter den sowieso bereits gefährdeten Saisonarbeitern.

Keine Beteiligung der Öffentlichkeit

"Es ist wichtig anzumerken, dass es im Langkloof-Tal vor 2018 nie Wasserbeschränkungen gab. Anfang des Jahres wurde unsere Wasserquote auf 40% beschränkt. Als wir von der Entscheidung des Departments, die Quote auf 80% zu beschränken hörten - die Öffentlichkeit wurde nicht mit einbezogen - ging ich zum Treffen des Algoa Water Supply System und bat sie, die Entscheidung noch etwas zu verzögern, denn die Langkloof-Erzeuger hatten noch nicht mit der Bewässerung angefangen. Ausserdem war Regen gemeldet, tatsächlich gibt es vor allem im Oktober und November öfter Hochwasser", erklärte Marius van der Westhuize, Topfruit-Erzeuger im Langkloof-Tal und Repräsentant von Hortgro.

Die Regierung ignoriert eine alarmierende Studie über die wirtschaftlichen Auswirkungen

Im Juni forderten sie eine Schonfrist, damit das Bureau for Food and Agricultural Policy (BFAP) eine Studie zu den Auswirkungen von Wasserbeschränkungen auf die Produktion im Langkloof-Tal und die lokale Wirtschaft durchführen konnte. Die Studie kam zu dem alarmierenden Ergebnis, dass eine Wasserbeschränkung von 70% zu einer Halbierung der Erntemenge von Topfruit führen würde. Außerdem sei mit einem Beschäftigungsrückgang von 50% zu rechnen (ca. 6600 Arbeitsplätze) und ein Verlust von mehr als R500 Millionen (30 Millionen Euro) in Exporterträgen.

Zynischerweise sind die Wasserbeschränkungen im Langkloof-Tal inzwischen noch härter als das Worst-Case-Scenario der BFAP-Studie.

Beamte des Department of Water and Sanitation führten die Beschränkung von 80% trotz dieser düsteren Prognose ein.

"Meine Annahme bestätigte sich: eine Woche später füllten Regenfälle die Staudämme innerhalb nur eines Wochenendes. Niederschlagsmengen im Langkloof-Tal lagen zwischen 150mm und 300mm."

Das Langkloof-Tal und das Gamtoos-Gebiet leidet seit Jahren unter Wasserknappheit. Die Regierung hat sich zu viel Zeit gelassen und dann diese unproportional harte Maßnahme eingeführt. Berichte sprechen von mangelhafter Instandhaltung der Infrastruktur und riesiger Wasserverschwendung in der Nelson Mandela Municipality (Port Elizabeth), die teilweise vom Kouga-Damm abhängig ist. Wasserspeicherkapazität ist weiterhin im Rückstand, die dritte Stufe der Nooitgedacht Scheme wurde verschoben und die Anhebung der Kouga-Staumauer hat noch nicht begonnen.

Ein malerischer Ausblick im Langkloof-Tal

"Wir bewegen uns auf dünnem Eis"

"Wenn man einen Apfel-Obstgarten pflanzt, dauert es 10 bis 12 Jahre, bis der Kostendeckungspunkt erreicht ist. Wir haben langfristig angelegte Früchte im Langkloof-Tal, wir können nicht einfach nichts tun - zumindest müssen wir unsere Bäume am Leben erhalten", sagt Marius. "Im letzten Jahrzehnt sind unsere Margen stetig geschrumpft, Schuld sind die die Inflation übertreffenden Inputkosten. Im Langkloof-Tal und dem Gamtoos-Gebiet gibt es nur Landwirtschaft. Ich glaube nicht, dass das Fruchtgewerbe untergehen wird, aber wir bewegen uns auf dünnem Eis."

Der Chief Director für das Ostkap beim Department of Water and Sanitation, Portia Makhanya, zeigt Verständnis für die schwierige Situation der Landwirte. Er bat um einen Lösungsvorschlag bis Monatsende. Erzeuger im Langkloof-Tal und dem Gamtoos-Gebiet bereiten sich darauf vor, die Angelegenheit notfalls vor Gericht zu bringen, sollte das Department of Water and Sanitation ihnen nicht entgegenkommen.

 


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