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AgrarMarkt Austria: Marktübersicht Birnen

Birnen gehören zur Kernobstgruppe und führen im direkten Vergleich mit Äpfeln ein Nischendasein. Dabei sind sie sehr gesund. Ein hoher Balaststoffgehalt regt die Verdauung an, Kalium wirkt entschlackend und entwässernd. Ausserdem sind Birnen säurearm und sehr verträglich. Der Großteil der am Markt verfügbaren Sorten geht auf intensive Züchtungsarbeit im 18. und 19. Jhdt., vor allem in Frankreich und Belgien, zurück.



Auch in den letzten Jahren und Jahrzehnten entstanden neue, wichtige Sorten wie zum Beispiel die robuste Uta, die vor allem im Bio- Anbau ihre Verwendung findet, oder die Concorde, eine Kreuzung der Vereinsdechantsbirne mit Conference. Die Concorde zeichnet sich durch ihren kompakten Wuchs, hohe Erträge und ihre
geringe Anfälligkeit für Schorf und andere Krankheiten aus. Für die optimale Ausbildung der Früchte benötigen beinahe alle Birnensorten einen vorwiegend trockenen, warmen Standort. Die Anlagen sollten über tiefgründige, nährstoffreiche Böden, mit guter, von Staunässe freier Wasserversorgung verfügen. Um den Erfordernissen des Marktes zu entsprechen ist auch die Kulturtechnik der Birnenproduktion einem steten Wandel unterworfen.

Selbst Wintersorten lassen sich ohne CA- Kühlung nur wenige Wochen lagern. Sommersorten wie Williams Birne, Abate Fetel oder Clapps Liebling müssen allsbald konsumiert bzw. weiterverarbeitet werden. Nach einer kurzen Phase der Genussreife werden sie mehlig oder fleischbraun. Birnen werden, nicht zuletzt wegen ihrer sortenspezifisch, mäßigen Kondition, neben ihrer Verwendung zum Frischverzehr in erheblichen Umfang als Nasskonserve haltbar gemacht, gepresst oder anderweitig veredelt.

Die Erhebung der Erwerbsobstanlagen 2017 der Statistik Austria - Stand 09/2018 zeichnet ein klares Bild. Der allgemeine Strukturwandel in der Landwirtschaft spiegelt sich auch in der Birnenproduktion wieder. Während die Anzahl der Betriebe seit der
letzten Erhebung annähernd unverändert ist, ist mit -18 % zum langjährigen Schnitt ein klarer Negativtrend festzumachen. Insbesondere das Burgenland, die Steiermark und Vorarlberg hatten in den letzten Jahren mit -39 % bzw. ex aequo -23 % besonders starke Rückgänge zu verbuchen. Im Gegensatz dazu konnten
Oberösterreich und Kärnten einen Zuwachs an Produktionsbetrieben verzeichnen.

Im Holz ist die Birne etwas empfindlicher gegen Winterfrost als der Apfel und durch ihre etwa 10 Tage frühere Blüte (Mitte April) ist auch die Gefährdung durch Spätfröste vermehrt gegeben. Sieht man aber von klimatischen Extremen ab, lässt sich erkennen, dass sich die heimischen Produktionsmengen der letzten Jahre alternierend stabil zeigen.

Flächenverschiebungen gab es 2017 im Sommerbirnenanbau mit bundesweit 260 ha inkl. Bio kaum. Österreichs beliebteste  Schnapsbirne Williams Christ beanspruchte mit 244 ha, 94 % der Sommerbirnenflächen. Im Winterbirnenanbau 2017 mit 360 ha inkl. Bio. folgten nach den wichtigen Tafelsorten Uta mit 24 % und Bosc´s Flaschenbirne mit 22 % diverse Mostbirnensorten zur Erzeugung hochwertiger Verarbeitungsprodukte (14 %). Auf dem fünften Platz reiht sich, aufgrund starker Auspflanzungen in den Jahren 2015-2017, die Novemberbirne mit 10 % Flächenanteil ein. Noch vor Conference mit 8 % und Packhams Triumph mit 5 %. Abgeschlagen sind  traditionelle österreichische Birnensorten wie Gute Luise, die anfälliger für Schorf und unter suboptimalen Bedingungen ertragsschwächer  sind. Diese aromatische Wintersorte hat in den letzten fünfzehn Jahren 74 % ihrer Anbaufläche eingebüßt.

Derzeit sind 5 % der steirischen Obstbaufläche mit Birnen bepflanzt. Moderne Sorten wie Uta, die Novemberbirne oder Cepuna wecken Interesse. Sehr gute Lagerfähigkeit, homogene Fruchtform, -größe und -gewicht, als auch eine hohe Produktivität im Anbau sind die Ansprüche der heutigen Produzenten und vor allem der Abnehmer.
Aus Ländern mit deutlich höheren Birnenanteil wie Belgien, Holland und Italien kommen immer wieder neue, attraktive Sorten auf den Markt, welche sich über kurz oder lang auch in Österreich durchsetzen werden. Besonders optisch ansprechende, zweifärbige, rotbackige Birnensorten liegen dabei im Trend. Gerade in Jahren von Apfelüberproduktion und niedrigem Marktpreis kann der Anbau von Birnen für einen Betrieb in vielerlei Hinsicht rentabel sein. Als  Nebenkultur auf geeigneten Standorten muss die Birne eine Berechtigung haben.

Hier können Sie den vollständigen Bericht einsehen.

Quelle: AMA


Erscheinungsdatum:



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