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Welche Alternativen bieten Supermarktketten für Plastikverpackungen an?

Dass Plastik ein Problem für die Umwelt sein kann ist inzwischen bekannt. Jährlich landen acht Millionen Tonnen Plastikmüll im Meerund ständig gelangen kleinste Plastikpartikel in die Luft, den Boden und in dasGrundwasser – mit schweren Folgen für die Umwelt und Gesundheit.

Trotzdem scheint ein plastikfreies Leben schier unmöglich zusein. Vom Deckel für den Kaffee ‚to go‘ bis hin zur Wasserflasche, allesbesteht aus Plastik. Da liegt die Verantwortung einerseits beim Konsumenten,aber auch die Supermärkte tragen zum „Verpackungswahnsinn“ bei.


Foto: Twitter

Vor kurzem berichtete Freshplaza.de über die halbiertenTomaten in Plastikverpackung, deren Foto im Internet kursierte. Bei einemanderen Supermarkt gab es Bananen, verzehrfertig geschält und in Plastikgeschützt. Bei diesen Extremfällen handelte es sich laut Konzernangaben um „Ausrutscher“,aber eingeschweißte Gurken, Paprika und andere Gemüsesorten sind im Gegensatzdazu schon alltäglich. Aber wozu eigentlich?


Foto: Twitter

Plastik soll Bio-Produkte schützen
Die Pressesprecherin der REWE-Group, Kristina Schütz, argumentiert mitQualitätssicherung, da der Transport und die Lagerung der frischen Lebensmitteleine logistische Herausforderung darstellen. "Druckstellen oder welkeStellen im Obst und Gemüse sind für Kunden häufig K.O.-Kriterien. Das Einsparenvon Verpackungen ist uns wichtig - allerdings steht der Schutz der Ware imVordergrund", sagt Schütz auf Anfrage von nw.de. Lebensmittel ohneVerpackung würden schneller verderben und weggeworfen werden. Man würde alsonur eine Verschwendung gegen eine andere tauschen.

Tatsächlich stellen Produkte aus dem Bioanbau an derGemüstheke das größte Problem da, da sie besonders häufig in Plastik verpacktsind. Wer sich ökologisch korrekt ernähren möchte steht nun vor dem Dilemma:Konventioneller Anbau oder Plastikverpackung. "Die EU-Verordnung besagt,dass Obst und Gemüse so gekennzeichnet sein müssen, dass der Kunde erkennt, obes sich um Bio-Produkte handelt oder nicht", sagt Annett Rabe von derBünting-Gruppe (Combi, Jibi). "Da wir in unseren Märkten sowohl Produkteaus konventionellem Anbau als auch Produkte aus biologischem Anbau verkaufen,werden die Bio-Artikel separat verpackt, um eine gesetzeskonforme Kennzeichnungund Differenzierung sicher zu stellen."

Das bedeutet im Klartext jedoch nicht, dass Biolebensmittel zwangsläufigin Plastik verpackt werden müssen. Die Bioprodukte dürfen nicht vonkonventionellen Produkten kontaminiert werden, das wäre auch durch alternativeVerpackungsarten oder eine andere Anordnung in den Regalen möglich. Ganz einfachist das leider für die Supermärkte nicht. Beispielsweise hatte Real Versuchemit Graspapierschalen und Banderolen für Bioprodukte gestartet, die aber denAnforderungen in der Lieferkette nicht standhielten, so Pressesprecher FrankGrüneisen.

Untätigkeit kann man den Supermärkten jedenfalls nicht vorwerfen,da es in fast allen Unternehmen inzwischen Tests mit alternativen Verpackungengibt. Hier eine kleine Übersicht:

Edeka: Bei Edeka wurden die Plastikverpackungen im Obst- undGemüsebereich bereits deutlich reduziert. Statt Kunststoffträgern werdenbeispielsweise Kartons aus Recyclingmaterial angeboten und in einigen Filialenwerden wiederverwendbare Netze getestet, erklärt Sprecher Gernot Kasel.

Combi/Jibi: In der Bünting-Gruppe gibt es bereits in ausgewähltenMärkten statt Plastiktüten Beutel aus abbaubaren Materialien. Außerdem gibt esein Projekt für ein Mehrwegsystem an den Bedientheken, wo es zukünftigwiederverwendbare Behältnisse für Fleisch, Wurst und Käse geben soll. Für dasTo-Go-Obst arbeitet die Gruppe mit Herstellern an abbaubaren Verpackungen alsPlastikersatz.

Real: Auch diese Kette möchte in Zukunft wiederverwendbareNetze zum Kauf von Obst und Gemüse anbeten. Ein Mehrweg-Modell gibt es schon inMärkten in Thüringen, Bayern und Hessen: dort können Kunden ihre eigenen Behältermitbringen um Produkte aus den Frischetheken zu transportieren.

Netto: Der Discounter der zum Edeka-Konzern gehört nennt „NaturalBranding“ als Aktivität. Dabei wird der Barcode für die Kasse nicht auf dieKunststoffverpackung aufgebracht sondern direkt auf der Oberfläche des Obstoder Gemüses. Allein bei Gurken könne man so 50 Tonnen Verpackungsmaterial imJahr einsparen. Das Verfahren sei nun auch im Test für andere Obst- oder Gemüseprodukte.

Aldi und Rewe nutzen bereits Natural Branding. Rewe-Sprecherinbetont jedoch: "Bei manchen Produkten wirkt sich das Branding auf dieHaltbarkeit aus, sodass eine Fortführung keinen Sinn macht."

LIDL: Bei LIDL teste man Materialien wie Netze ausBuchenholz für Bio-Kartoffeln und Zwiebeln und kompostierbare Folien fürBio-Tomaten und Paprikas. Die Alternativen zum klassischen „Knotenbeutel“ entsprechenlaut Sprecherin Melanie Pöter bisher noch nicht den „ökologischen, sozialen undwirtschaftlichen Ansprüchen.“

Penny: Der Discountmarkt Penny gehört zum REWE-Konzern undtestet Verpackungen aus Graspapier für beispielsweise Äpfel und Birnen.

Nicht nur beim Obst und Gemüse wollen die Ketten sparen. LIDLhatte im Sommer bereits angekündigt, dass Einwegplastikartikel wie Teller,Besteck, Trinkhalme, Einwegbecher und Wattestäbchen bis 2019 aus dem Sortimentgenommen werden sollen und durch recycelbare Alternativen ersetzt werden.

Melanie Pöter erklärt, dass auch dies nicht in jedem Bereichumsetzbar sein wird. „Oftmals sind Lebensmittelverpackungen unabdingbar.“

Quelle: Neue Westfälische


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