Südafrika:

Frischwaren erzielen im Einzelhandelssektor höhere Gewinnmargen

Bei der aktuellen PMA Fresh Connections Konferenz in Kapstadt hat Maryla Masojada, MD von Trade Intelligence aus Durban einen eindrucksvollen Einblick in den südafrikanischen Einzelhandel und die Rolle der Frischwaren-Industrie gegeben. 


Maryla Masojada von Trade Intelligence gibt einen Überblick über den südafrikanischen Einzelhandels-Sektor bei der PMA Fresh Connections Konferenz.

Im letzten Jahr wurde der Wert der südafrikanischen Lebensmittel-Industrie auf etwa 560 Milliarden R (TI Schätzung) geschätzt, obwohl beachtet werden muss, dass auch einige, nicht essbare Produkte eingerechnet wurden. Den Großteil des Sektor machen, mit einem Marktanteil von 60%, formelle und körperschaftliche Einzelhandelskanäle aus. In den letzten fünf Jahren wurden etwa 2.400 neue körperschaftliche Einzelhandels-Läden eröffnet (die meisten fallen in den Convenience-Einzelhandel). Es ist allerdings wichtig zu erwähnen, dass es der informelle, unabhängige Convenience-Einzelhandel ist, in dem wir ein großes Wachstum der Verkaufszahlen bemerken. 

"Jeder Einzelhändler hat als eines seiner strategischen Ziele für die nächsten 12-18 Monate "der Beste im Frischwaren-Sektor sein" aufgelistet", sagt Masojada und fügt hinzu, dass überall im Einzelhandels-Sektor immer mehr Verkaufsfläche für Frischwaren eingeräumt wird und das in allen LSM (Living Standard Measure) Bereichen in Südafrika.

Teilweise, und zwar sowohl auf lokaler, als auch auf globaler Ebene, wird dieser Trend durch das steigende Interesse der Kunden an einer gesunden Ernährung angetrieben. "Ich habe jemanden sagen hören, man müsse daran denken, dass es teuer ist, krank zu werden", sagt sie.

Der andere Grund für den Fokus auf dem Frischwaren-Sektor ist, dass die Einzelhändler höhere Gewinnmargen mit Frischwaren erzielen, als mit nicht-essbaren Produkten. "Der Warenmarkt ist hart umkämpft und unser Einzelhandels-Sektor ist genau so konkurrenzfähig", sagt sie. Berichten zufolge sind die Gewinnmargen, die südafrikanische Lebensmittel-Einzelhändler erzielen, extrem hoch. Um zu verstehen, woher die großen Gewinne kommen, muss man sich die gesamte Wertschöpfungskette ansehen. "Es ist ein sehr konkurrenzfähiger Sektor, wodurch die Preise gedrückt werden und mit ihnen auch die Gewinnmargen der Einzelhändler."



Anders als andere Konsumgüter wie Elektronik oder Geräte, ist die Lebensmittel-Lieferkette zum Großteil lokal, wodurch die Einzelhändler größere Freiheit bei der Entwicklung einer Strategie genießen. Masojada sagt in ihrer Präsentation außerdem: "Südafrikanische Einzelhändler konzentrieren sich darauf, die "Master des Lokalen" zu werden, indem sie sich die regionale, nationale und internationale Wirtschaft zu Nutze machen."

Insbesondere Frischwaren sind sehr abhängig vom Kühlkettenmanagement, der Logistik und der generellen Effizienz der Lieferkette. Zurzeit wird viel ins Kühlkettenmanagement investiert, vor allem südafrikanische Einzelhändler expandieren immer weiter in Südafrika. Die Jagd nach den besten Gewinnmargen hat sich auf de Lieferkette von Frischwaren ausgewirkt. Lebensmittel-Einzelhändler wollen die Qualität der Produkte zunehmend über das Kühlkettenmanagement kontrollieren, ein Bereich, in dem insbesondere Woolworths Food sehr stark ist. Sie fährt fort: "Eine effiziente Lieferkette ist der letzte Schritt und wer ihn geht wird in der Zukunft als Gewinner da stehen. Wenn man alles richtig macht, kommen die Gewinnmargen von alleine."

Einige Lebensmittelketten haben sich für eine vertikale Intgrations-Route entschieden, indem sie bei aufstrebenden Obst- und Gemüsehändlern und Vertreibern wie Massmart's FruitSport (Massfresh) und Shoprite's FreshMark kaufen, während andere lokal kaufen und zwar entweder direkt von lokalen Bauern oder jeden morgen auf dem lokalen Farmermarkt verhandeln.

Masojada gibt außerdem einen Einblick in die einzelnen Läden, die südafrikanische Einzelhändler im ganzen Land haben. Shoprite Holdings hatte 2010 noch 207 Läden in ganz Afrika, 2016 ist diese Zahl auf 380 angestiegen. Auch alle anderen Einzelhändler haben neue Läden eröffnet: Die Spar Gruppe hatte 2010 noch 100 Läden, inzwischen sind es 147; die Pick n Pay Gruppe hat von 90 auf 122 Läden expandiert. Woolworths Holdings hatte im letzten Jahr 90 Läden in Afrika.

Die Profitabilität der Margen wirkt sich zunehmend auf die Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft aus, was auch einen positiven Einfluss auf die Kontinuität des Angebots haben kann: James Lonsdale (nationaler Frischwaren Manager bei Spar) machte dazu in einem anderen PMA Workshop ein Beispiel. Er sagte, dass Salat, der in einer Hydrokultur und unter einer Plane angebaut wird (und somit auch vor unbeständigem Wetter wie Hagel geschützt ist) das ganze Jahr über ein gleichmäßiges Angebot liefern könne. Auch Masojada sagt: "Der Preis wird immer ein wichtiger Punkt sein, aber man kann phänomenale Ergebnisse erzielen, wenn Einzelhändler und Lieferant zusammen arbeiten. Eine strategische Langzeit-Ausrichtung ist sehr kritisch. Eine Zusammenarbeit auf dieser Basis ist sehr zukunftsorientiert und noch ist der Sektor in Südafrika jung."

Trade Intelligence analysiert den südafrikanischen Einzelhandels-Sektor durch kontinuierliche Gespräche mit Einzelhändlern und Lieferanten. Zu Trade Intelligences Bericht bei der PMA Konferenz kamen viele internationale Teilnehmer, weil er sehr detailliert und umfangreich ist.

Für weitere Informationen: 
Maryla Masojada
Trade Intelligence
Tel: +27 31 303 2803



Erscheinungsdatum:



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