Übersicht Weltmarkt Zwiebeln

Obwohl die Stimmung über die neue Ernte in Europa positiv ist, macht man sich doch Sorgen. Erzeuger in Großbritannien kämpfen gegen einen trockenen Sommer, französische Anbauer wurden im März durch heftigen Regenfall überrascht und der holländische Sektor hofft, dass die Preise nicht zu hoch werden, so dass der Weltmarkt attraktiv bleibt. Der internationale Markt bereitet den Erzeugern in Panama Sorgen. Sie können nicht konkurrieren mit den Importzwiebeln. Maßnahmen hierzu müssen helfen. Brasilien dahingegen, kann mit der Abnahme im argentinischen Export in den letzten Jahren neue Partner gebrauchen. Es wird allerdings auch in inländischen Anbau investiert. Die chinesischen Importeure bleiben durch die große Ernte in Indien, auf ihrem Vorrat Zwiebeln sitzen. Indien exportiert unter anderem nach Malaysia und Indonesien, die wichtigsten Märkte für China. Der australische Sektor schließt am liebsten die Grenzen und ist mit der von zwei Supermarktketten gegebenen Garantie, dass nur australische Zwiebeln in den Regalen liegen werden, sehr glücklich.

Niederländische Saison positiv
Trotz der hohen Preise und der schlechten Qualität der Zwiebeln, erreichte der Export Mitte Juni die magische Grenze von 1 Millarde Kilo. Inzwischen ist die neue Pflanzzwiebelsaison im Gange und wurden die ersten Sähzwiebeln geerntet. Die Zwiebelfläche ist mit 1,200 Hektar gestiegen und kommt somit auf 32,900 Hektar. Das sind 4 Prozent mehr als im Jahr 2015 und sogar 65 Prozent mehr als im Jahr 2000. Vor allem die Fläche Sähzwiebeln ist gestiegen. Der Großteil der Produktion ist für den Export bestimmt.

Die holländische Pflanzzwiebelsaison hat gut angefangen. Die Nachfrage ist sogar größer als das Angebot, da die Trocknung, Ventilation und Sortierung der Produkte Zeit in Anspruch nimmt. Nur so kann ein gutes Exportprodukt geliefert werden. 

Die Sähzwiebeln kommen etwas später auf den Markt, wodurch es Platz für die Pflanzzwiebeln gibt. Momentan liegt der Preis um die 20 bis 21 Cent und das ist nicht schlecht. Mit dem jetzigen Export erwartet der Handel eine feste Preisstellung. Wenn es später mehr Angebot gibt, wird man sehen, wie sich der Markt entwickelt. Der Preis darf nicht zu sehr steigen, um auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig zu bleiben. 

Momentan gibt es viel Export nach Übersee und die Qualität sieht bis jetzt gut aus. Diese Kombination muss es dem niederländischen Zwiebelexport ermöglichen, um genug zu exportieren. Mehr als 90 Prozent der holländischen Zwiebel geht über die Grenzen an viele verschiedene Bestimmungsorte. Mit zwei Welthäfen in der Nähe, kann der holländische Sektor die Welt in kurzer Zeit mit Zwiebeln versehen.

Früher fand der Großteil des Exportes in der zweiten Hälfte der Saison statt. Aufgrund des russischen Boykottes, hat sich das nun auf die erste Hälfte der Saison verschoben. Senegal, als Einfallstor für den afrikanischen Markt, ist ab dem 22. August geöffnet, und mit dem Tabaskifest am 11. September, kann in vollem Umfang an Afrika geliefert werden. Der Weltmarkt der Zwiebeln sieht ganz und gar anders aus. Die Erntevolumen in Indien und China sind gut und die Preise dort sind nicht all zu hoch. Vor zwei Jahren hat Brasilien die niederländische Saison gerettet, aber momentan ist das Land nicht auf dem Markt. Holland hatte viel Konkurrenz von spanischen Zwiebeln.



Belgischer Zwiebelanbau im Aufmarsch
Belgien ist ein echtes Kartoffelland, aber auch die Zwiebelproduktion nimmt zu. Sowohl Erzeuger in Flamingen als in Wallonien fangen an, mehr Zwiebeln anzubauen. Wieviel mehr ist nicht ganz deutlich, davon gibt es noch keine Daten. Letztes Jahr belief sich die Fläche auf 2.450 Hektar. Traditionell gesehen baut Belgien vor allem für die Industrie an. In den nächsten Jahren wird mehr auf dem Frischmarkt kommen. Supermärkte suchen lokale Produkte, also auch lokale Zwiebeln. 

Belgischen Erzeugern/Händlern zufolge könnte dies in der Zukunft eine Bedrohung für die Niederlande darstellen. Der holländische Handel reagiert momentan noch gleichgültig, so die Belgier, aber das Volumen darf nicht unterschätzt werden.
Der Unterschied zwischen der belgischen und der holländischen Zwiebel ist vor allem das Äußere. Die Farbe der belgischen Zwiebel ist etwas goldener oder brauner. Die Erfahrung bei den belgischen Erzeugern nimmt schnell zu und sie können den Markt immer mehr mit 'eigenem' Produkt bedienen. Verpacken stellt noch ein kleines Problem dar. Händlern zufolge werden die belgischen Zwiebeln noch oft in den Niederlanden verpackt, um danach in belgischen Supermärkten zu landen. 

Momentan ist der Markt stabil, es ist noch Ferienzeit. Die Preise kann man gut nennen, sagt ein belgischer Großhändler. Er bestätigte auch die Erweiterung der Fläche. Man schätzt jetzt schon 10 Prozent mehr Zwiebelareal als im vorigen Jahr. Bei den Pflanzzwiebeln ist in Flandern viel Schaden entstanden. In Wallonien scheint dieser nicht so groß zu sein. 

Früher Start Saison Dänemark
Die Saison verläuft gut. Die Ernte von Schalotten hat vor zwei Wochen angefangen. Nächste Woche beginnt die Ernte der ersten Frühzwiebeln. Einem dänischen Großhändler zufolge, wird es in den kommendem Monaten nur dänische Zwiebeln geben. Man erwartet eine durchschnittliche Ernte, eventuell etwas höher als im letzten Jahr. Die Saison fing durch das warme Wetter und ausreichend Regen früher an als normal. In der Regel werden die Zwiebeln in Bündeln von 5 oder 10 Kilogramm an den Großhandel geliefert. Konsumentenverpackungen haben meistens ein Gewicht von 300 Gramm. Die Exportzwiebeln werden bis zum Jahreswechsel gelagert, dann fängt die Exportsaison an. Die wichtigsten Absatzmärkte sind dann Südeuropa, Deutschland und die Tschechei. 

Britische Erzeuger kämpfen mit Trockenheit 
Den Großteil des britischen Zwiebelanbaus findet man im Osten des Landes. Diese Region wird in der letzten Zeit durch schlechstes Wetter herausgefordert. Im Gegensatz zu letztem Jahr ist es dieses Jahr zu trocken und heiß. Der Wachstum der Zwiebeln verläuft planmäßig, aber es gibt großen Wassermangel, meldet ein Landwirt. Die Temperatur ist zu hoch (24°C-30°C), was ausreichende Irrigation erschwert. Eine Einschätzung der Ernte ist daher auch schwierig. Der Ertrag ist stark von der Menge Wasser, die das Land bekommen hat, abhängig, das ist pro Feld unterschiedlich. 

Die Landwirte brauchte große Formate, um einen guten Preis zu bekommen. vorzugsweise zwischen 50-80 mm. Die Ernte beginnt nächsten Monat. Die Fläche ist stabil, letztes Jahr kam die Ernte auf 466.000 Tonnen.

Die Nachfrage in dieser Periode ist traditionell niedriger, aber der Verkauf läuft gut, mit anständigen Preisen. Momentan herrscht vor allem Mangel an roten Zwiebeln. Spanien exportierte ein wenig und in den nächsten zwei bis drei Wochen beginnt der Zustrom aus dem nördlichen Großbritannien und Nordeuropa.

Spanien befüchtet niedrige Preise
Die Ernte in der größten Zwiebelanbauregion, Castile-La Mancha, ist in vollem Gange. Momentan sind die geernteten Zwiebeln für mittelfristige Lagerung geeignet. Die Zwiebeln für langfristige Lagerung werden in Kürze geerntet. Trotz der guten Ergebnisse in diesem Jahr, lagen Nachfrage und Angebot nicht in Balanz. Dies resultierte in Preisabnahme im Juli.

Die Fläche ist dieses Jahr mit 4 Prozent gestiegen. In Kombination mit einer guten Ernte durch günstige Wetterbedingungen, ist 8 bis 10 Prozent mehr Volumen verfügbar. Der Export ist herausfordernd. Deutschland und Großbritannien erwarten eine größere Ernte, wodurch die Exportmöglichkeiten für Spanien abnehmen. Auch Brasilien bietet in diesem Jahr keine Lösung. Dort wurde in Fläche investiert, wodurch die Ernte zugenommen hat. Andere Märkte sind Nordafrika und Taiwan, aber das sind auch schwierigere Märkte

Französische Ernte unsicher
Die Ernte beginnt erst in einem Monat, darum ist es schwierig, um eine gute Voraussage über die Saison zu treffen. Man macht sich wohl Sorgen, dass der heftige Regenfall im März für eine kleinere Ernte und schlechtere Qualität sorgen wird. Neben der Tatsache, dass Felder unter Wasser standen, gab es auch Probleme mit Krankheiten und Mehltau auf den feuchten Feldern. Ob dies Folgen für die Zwiebeln hat, ist noch undeutlich. 

Die Schalottenernte hat wohl angefangen. Ca zwei Drittel sind geschafft. Der Ertrag ist gut, aber weniger als letztes Jahr. Ungefähr die Hälfte der französischen Schalotten wird auf dem europäischen Markt verhandelt. 

Russischer Anbau nimmt zu
Die russische Zwiebelproduktion ist den letzten beiden Jahren stark gestiegen, wodurch zwischen Juni und April ein Großteil des Marktes mit lokalem Produkt versehen ist. Immer mehr Landwirte nutzen moderne Techniken. Eine große Supermarktkette gibt bekannt, zufrieden zu sein mit der besseren Qualität der Zwiebeln in diesem Jahr. Die Saison verläuft gut, mit genug Produkt für den inländischen Markt. In den kommenden Monaten kommt auch Ägypten auf den Markt. In Russland besteht das ganze Jahr über eine stabile Nachfrage nach Zwiebeln. Diese werde lose oder in Säcken von 0,5 oder 1 Kilo angeboten. Die beliebsteste Sorte ist die Dayton. Der Preis liegt um die 16 Rubel (0,25 Dollar). 

Platz auf dem brasilianischen Markt
Der argentinische Zwiebelexport nimmt ab. Wo im Jahr 2010 noch 250.000 Tonnen Zwiebeln exportiert wurden, belief sich die Menge im letzten Jahr auf 80.000 Tonnen. Das bietet anderen Ländern Platz auf unter anderem dem brasilianischen Markt. Im Jahr 2014 nahmen die Niederlande eine wichtige Position auf diesem Markt ein, aber letztes Jahr gelang es Spanien, um sich gut zu positionieren. Das Land exportierte beinahe 50.000 Tonnen Zwiebeln nach Brasilien, wodurch der Zustrom auf dem europäischen Markt etwas abnahm. Brasilien steht an der Spitze der größten Zwiebelexporteure und besitzt einen Marktanteil von 4 Prozent. 

Import stört Erzeuger in Panama
Einem Erzeuger in Panama zufolge stimuliert die Regierung den Import von Zwiebeln, anstatt die inländische Produktion. Die Landwirte sind inzwischen mit den Vorbereitungen der kommenden Saison beschäftigt. Im ersten Semester diesen Jahres importierte das Land 12 Mio Tonnen Zwiebeln. Im letzten Jahr betrug der gesamte Import 35 Mio Tonnen. In den Monaten Januar und Februar werden die meisten Zwiebeln importiert. In diesen Monaten kann aber auch die lokale Produktion der Nachfrage genügen. Der meiste Import kommt aus der VS, danach folgen Holland und Peru.

Einer Produzentenorganisation zufolge gab es Landwirte, die zweifelten, ob sie ihre Fläche stabil halten müssen. Durch die hohen Importzahlen befürchten die Erzeuger, dass es keinen Markt für die Zwiebeln gibt. Dennoch haben die Landwirte angefangen zu säen. Die inländische Produktion könnte der inländischen Nachfrage zwischen Januar und April zu 90 Prozent genügen. In den Monaten April bis Dezember ist Import notwendig, um die Nachfrage zu stillen. Der inländische Anbau kann dann 20 Prozent des Marktes bedienen. Die Landwirte haben mit Demonstrationen versucht, die Importregeln zu verändern. Es wurden Schritte durch die Regierung eingeleitet. In der kommenden Saison wird deutlich werden, ob dies genug ist, um den Druck auf dem Markt zu verringern. Momentan herrscht Mangel an Zwiebeln und stehen die Türen Panamas für die Importzwiebel offen.

Rost in kolumbianischen Zwiebeln
Ein Ausbruch von Puccinia alii (Rost) bei acht Anbauunternehmen in La Bella und La Florida setzt dem kolumbianischen Zwiebelanbau zu. Der Schimmel ist nicht nur eine Bedrohung für die Zwiebeln, sondern auch für den Knoblauch und für Schalotten. Acht Unternehmen haben inzwischen Schaden gemeldet. Die Autoritäten inspizieren das Gebiet und treffen die benötigten Maßnahmen, um Ausbruch zu verhindern. 

Australische Erzeuger hoffen auf gute Preise
In de kommenden Wochen beginnt im Norden von Australien, Queensland und Northern Territory die Zwiebelsaison. Die Ernte im Süden war Mitte Mai beendet. Die Zwiebeln werden momentan aus dem Lager geliefert. Die Preise auf dem inländischen Markt steigen, was möglicherweise einen guten Preis für die Produzenten zur Folge hat. Eventuell sogar besser als in den letzten sechs Jahren. Es gibt weniger Lagerzwiebeln durch das unerwartete heiße Wetter in der Saison. Die ersten Landwirte im Norden haben schon angefangen, kleine Mengen Frühzwiebeln zu ernten. In den kommenden Woche geht die Ernte erst richtig los. 

Zwei Supermarktketten, Coles und Woolworths haben versprochen, nur australische Zwiebeln im Sortiment aufzunehmen. Der Sektor hofft, dass mehr Supermärkte diesem Beispiel folgen. Einem Zwiebelproduzenten zufolge ist Import absolut nicht notwendig.

Niedrige Preise in China
Die größten Zwiebelanbaugebiete in China sind die Provinzen Shandong, Gansu und Inner Mongolia. Letztes Jahr lagen die Preise hoch mit 2.000 Yuan (265 Euro) pro Tonne. Hierdurch haben mehr Landwirte angefangen, Zwiebeln anzubauen. Laut Schätzungen ist die Fläche in den Provinzen Gansu und Inner Mongolia mit 15 bis 20 Prozent gestiegen. Als Reaktion hierauf sind die Preise mit 1.000 Yuan pro Tonne gesunken. Der Preis wird sich vorläufig nicht erholen. Mitte August beginnt die Ernte in Gansu und Inner Mongolia. 
Auf Exportgebiet hat der Handel Probleme durch die hohe Ernte in Indien. Die wichtigsten Exportbestimmungen liegen in Südostasien (Malaysia und Indonesien). Dieses Jahr verdrängen die billigen Zwiebeln aus Indien die Chinesischen vom Markt. Bis Juni diesen Jahres stand der chinesische Export auf 265.000 Tonnen, das ist 8 Prozent weniger als die 290.000 Tonnen des letzten Jahres.

Positive Stimmung VS
Die Landwirte in New York haben noch nicht mit der Ernte angefangen, aber sehen bereits eine gute Nachfrage nach der Medium gelben und Jumbo gelben Zwiebel aus Kalifornien. Auch Washington bereitet sich auf den Anfang der Saison vor. Die Ernte in Orange County, New York, beginnt bereits im September. Laut Erwartungen sind Ertrag, Qualität und Preise dann stabil. 

Landwirte in Idaho befinden sich mitten in der Ernte. Dieses Jahr sind die Zwiebeln größer als letztes Jahr. Dies Saison verläuft dieses Jahr sehr gut für die Erzeuger. Obwohl die Fläche etwas zugenommen hat, ist die Produktion leicht gesunken. Die Preise sind vorläufig mit 9 bis 12 Dollar für einen 50 Pfund Ballen Supuer Colossal Spanish Yellow aus Idaho und Oregon (Preis am 18. August) noch gut. 

Auch in anderen Städten ist man über die Ernte positiv. Die Ernte in Washington verläuft planmäßig, die der weißen Zwiebel in Kolorado begann diesen Monat eher und in Michigan ist es 'die beste Ernte in Jahren'. Weniger positive Laute kommen aus Utah. Dort sind die Zwiebeln kleiner durch einen heißen Sommer. 

Jede Woche veröffentlichen FreshPlaza und AGF.nl eine Übersicht der Marktsituation eines Produktes im weltweiten Sinn. Mit deze artikelenmöchten wir ein Bild vom Weltmarkt geben, der durch Globalisierung immer kleiner wird. Nächste Woche stehen Blaubeeren zentral.


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