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Reaktionen auf Anschläge Brüssel

Belgischer Handel geschockt, aber entschlossen

Die Anschläge in Belgien haben eine unglaubliche Wirkung auf die belgische Bevölkerung. Es herrscht eine Mischung von Erschrockenheit, Unglauben, Angst, Wut und Trauer. "Es gibt einen großen Unterschied zwischen den Anschlägen in Brüssel oder Paris. Brüssel ist sehr nah. Beinahe jeder kennt jemanden, der auf dem Flughafen war. Es ist so unwirklich", berichtet Filip Fontaine, Direktor von BelOrta.

Versteigerung BelOrta - fest entschlossen
Heute morgen war auf der Versteigerung BelOrta 'business as usual'. Filip teilt mit, daß die Gespräche nur um ein Thema handelten. "Jeder spricht davon. Es fällt auf, daß jeder persönlich schrecklich findet, was geschehen ist, aber daß auch eine sichere Entschlossenheit zu finden ist. "Es muß mehr passieren, um uns unterzukriegen", war eine vielgehörte Reaktion von Käufern, die heute morgen auf der Versteigerung waren. "Das finden wir von BelOrta auch. Wir haben tiefes Mitgefühl und alle Mitarbeiter von BelOrta haben um 12 Uhr eine Schweigeminute eingelegt. Wir sollten diese Woche eigentlich einen neuen TV Spot Richtung Konsumenten aufnehmen, aber den haben wir wegen des tragischen Geschehens abgesagt." 


Auch bei BelOrta hängt die Fahne auf Halbmast.

Dieselbe entschlossene Einstellung hat auch der belgische Innenminister, Jan Jambon (N-VA) . Er will nicht, daß Belgien sich durch die Anschläge einschüchtern läßt. "Wir müssen den Streit gegen Terrorismus noch mehr verschärfen, alles auf alles setzen", so Jambon. 

Mabru - Impakt nicht allzu schlimm
Der Großhandelsmarkt Mabru, der in der Nähe des Gebietes Molenbeek liegt, war heute geöffnet. Gestern sprach man noch über eine mögliche Schließung des Marktes, aber die Stadtverwaltung hat entschieden, um dies nicht zu tun. "Nach dem schrecklichen Geschehen am Dienstagmorgen in Brüssel wird es bei uns und im Rest der Stadt in den nächsten Tagen ruhiger sein, das ist logisch", berichtet Wim Vandepoel vom Großhandel Vandepoel. Der Verkauf in seinem Unternehmen war nicht schlecht, wenn man die Umstände betrachtet. "Ein bestimmter Teil der Kunden ist nicht nach Brüssel gekommen, aber die Auswirkungen scheinen weniger groß, als nach dem letzten Anschlag in Paris oder der terroristischen Bedrohung im November. Menschen haben so etwas wie: "es ist schrecklich, was passiert ist, aber wir müssen weiter. Mir ist zu Ohren gekommen, daß die Region Brüssel alles daran tut, um den Faden so schnell wie möglich wieder aufzunehmen, so daß alles wieder normal läuft." 

Europäisches Zentrum - Es muß weitergehen
Auch das Importzentrum in Brüssel, das ECFG, war heute geöffnet. Da es in dieser Zeit immer ruhiger ist, haben die Geschehnisse den Handel laut einem Importeur nicht sehr beeinflußt. "Wir haben uns sehr erschrocken aber müssen auch realistisch bleiben: Es ist passiert und es muß weitergehen. Es ist eigentlich recht einfach und ich höre von mehr Menschen, daß sie so darüber denken. Wahrscheinlich liegt im Zentrum von Brüssel vieles eben still, aber hier im Europäischen Zentrum merken wir noch nicht wirklich, daß weniger verkauft wird. Das kann natürlich noch kommen, heutzutage weiß man nichts sicher." 

Impakt auf Brüssel

Die Innenstadt von Brüssel ist getroffen. Schulen, Betriebe, Restaurants und Supermärkte wurden gestern nach den Anschlägen geschlossen, aber heute waren die meisten wieder geöffnet. In Brüssel kam mittwoch früh der Verkehr langsam wieder zum Leben. Flughafen Zaventem bleibt vorläufig noch geschlossen und auch einige Metrostationen. Viele Einwohner vermeiden öffentliche Verkehrsmittel. Um den wirtschaftlichen Schaden bei Händlern oder Gastronomiebetrieben zu messen, ist es noch zu früh. "Die Auswirkungen auf Geschäftsziffern werden nachteilig sein, aber das ist jetzt nicht wichtig", teilt die BECI (Handelskammer in Brüssel) mit.

Hafen Antwerpen
Nach den Anschlägen in Brüssel wurden Unternehmen im Hafen von Antwerpen gebeten, um extra wachsam zu sein und verdächtige Dinge sofort bei der Polizei zu melden. Es werden im Hafen auch zusätzliche Polizeipatrouillen stattfinden. Der Bedrohungsgrad wurde durch das zuständige Amt inzwischen auf Niveau 4 festgestellt. Der internationale Bedrohungsgrad im Hafen bleibt vorläufig auf Niveau 1, was bedeutet, daß normal gearbeitet werden kann. Es wird jedoch zu erhöhter Wachsamkeit im Hafen aufgefordert. 

Vier Millarden Schaden
Vier Millarden Euro. Das ist laut ersten Schätzungen der wirtschaftliche Schaden der Anschläge von Dienstag. Wenn die Bedrohung des Terrorismus bleibt oder noch mehr Anschläge stattfinden, können die Kosten noch sehr viel höher werden", sagt ING-Chefökonoom Peter Vanden Houte. 
Erscheinungsdatum:

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