×
Erhalten Sie schon unseren täglichen Newsletter?
env Die Nachrichten auf unserer Website sind 24 Stunden und sieben Tage die Woche kostenlos für Sie zugänglich. Zudem können Sie unseren Newsletter, der fünf mal die Woche veröffentlicht wird, kostenlos abonnieren.

Abonnieren    Ich bin schon abonniert



Ankündigungen

StellenbörseMehr »

Top 5 - Gestern

Top 5 - letzte Woche

Top 5 - im letzten Monat

Andere NachrichtenMehr »

Wirtschafts-NewsMehr »



Fraunhofer-Studie: Wellpappenverpackungen sind das Rückgrat der Logistik 4.0

Die digitale Transformation der Logistik hat erhebliche Auswirkungen auf die Rolle von Transportverpackungen in den Lieferketten des Handels – und Wellpappe bietet für die relevanten Technologien die geeignete Basis als Trägermaterial. Das ist die wesentliche Erkenntnis einer Studie des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik (IML), die der Verband der Wellpappen-Industrie (VDW) in Auftrag gegeben hat.



Fraunhofer IML prognostiziert: Die Transportverpackung der Zukunft ist intelligent. Sie wird nicht nur zum Informationsträger, sondern generiert selbst neue Informationen, kann kommunizieren, ihre Inhalte überwachen und sinnvolle Maßnahmen eigenständig einleiten. Sie bahnt sich ihren Weg zum Empfänger ohne den Einfluss von Menschen. Transportverpackungen von morgen werden über alle Stufen der Lieferkette hinweg miteinander kommunizieren und dabei zielführende Entscheidungen treffen – was für Menschen aufgrund der großen Komplexität der Datenbasis irgendwann nicht mehr möglich sein wird.

„Digitalisierung und Industrie 4.0 sind derzeit die bestimmenden Themen in der Logistik“, sagt Dr. Oliver Wolfrum, Geschäftsführer des VDW. „Wir wollten wissen, welche technologischen Entwicklungen für unsere Branche wirklich wichtig sind und welche Auswirkungen der technische Wandel auf Transportverpackungen hat.“ Wolfrum verweist auf eine zwei Jahre alte Trendstudie des Zukunftsinstituts. Darin wird die intelligente Transportverpackung als Hidden Champion bezeichnet, der die reibungslosen Abläufe der Industrie 4.0 erst möglich macht. „Die aktuelle Untersuchung der Handels- und Logistikexperten von Fraunhofer IML konkretisiert diese Prognose nun“, so Wolfrum.

Das Forscherteam hat die wichtigsten relevanten Technologiebereiche untersucht und festgestellt, dass einige davon die logistischen Prozesse umwälzen werden. Dazu gehören intelligente Behälter und Sensoriken zur Transportüberwachung ebenso wie der 3D-Druck und Systeme zur automatischen Identifikation (Auto-ID).

Als vielversprechende Auto-ID-Technologie bewerten die Fraunhofer-Experten das Fingerprint-ID-Verfahren für Papier und Pappe. Bei diesem Verfahren werden die Prinzipien der Personenerkennung über den Fingerabdruck auf die Transportverpackung übertragen. Möglich macht das die individuelle Faserstruktur des Papiers, die sich als Identifikationsmerkmal für eine kostengünstige Produktauthentifizierung eignet. Durch einen hochauflösenden Scanner wird ein Teil der papiernen Verpackungsoberfläche erfasst. Die charakteristische Papierstruktur dieser Wellpappenverpackung wird dabei in einer Datenbank hinterlegt. Wird das Produkt zu einem anderen Zeitpunkt erneut gescannt, kann das Ergebnis mit den in der Datenbank hinterlegten Daten abgeglichen werden.

„Diese Technologie hat den Vorteil, dass die Anbringung von Labeln auf der Verpackung entfällt – das würde vor allem im Online-Handel zu relevanten Einspareffekten führen“, sagt Christine Auffermann, Expertin für Handelslogistik am Fraunhofer-Institut IML und Leiterin der Studie. „Denkt man hier weiter, könnten in Zukunft auch die heutigen Infrastrukturen zur Identifikation wie z. B. Barcodescanner entfallen.“ Die Fingerprint-ID-Technologie befindet sich noch im Anfangsstadium; das Fraunhofer-Institut für physikalische Messtechnik IPM führt derzeit Versuche zur Faserstrukturerkennung von Papier durch. „Aber die Potenziale sind groß“, sagt Auffermann.

Weiter entwickelt ist das Auto-ID-Verfahren RFID. Die Technologie ist bereits seit mehr als zehn Jahren im Einsatz. Da die Kosten für ihren Einsatz immer geringer werden, hat sie nach Ansicht der Logistikexperten ihre große Zeit noch vor sich. „Der große Vorteil der RFID-Technologie ist die berührungslose automatische Identifikation von Warensendungen“, erläutert Auffermann. Im Rahmen der digitalen Transformation ermögliche RFID einen selbststeuernden Materialfluss. „Durch die auf den RFID-Tags hinterlegten Zielinformationen lassen sich Steuerungsprozesse dezentralisieren und so die Waren als modulare Objekte in die digitale Wertschöpfungskette einbetten.“ Fortschritte in der Entwicklung von Verfahren zum Aufdruck elektronischer Informationen auf Wellpappenverpackungen könnten die Kosten für RFID-Datenträger weiter senken und damit den Einfluss der Technologie forcieren.

Die Near-Field-Communication-(NFC)-Technologie lässt sich aufgrund der kurzen Reichweite der Datenübertragung eher zu Marketing-Zwecken in der Verpackung als für logistische Prozesse einsetzen. Großes Potential hat NFC vor allem bei intelligenten Displays, die direkt mit dem Konsumenten kommunizieren und beispielsweise individuelle Einkaufstipps geben.

Im Zusammenhang mit der Entwicklung autonomer Transportsysteme sehen die Fraunhofer-Experten geringen Änderungsbedarf bei den Transportverpackungen. Ganz gleich, ob selbstfahrende Fahrzeuge, Flugdrohnen oder Zustellroboter – zugestellt werden die Waren auch künftig in geeigneten Wellpappenverpackungen.

Am wahrscheinlichsten ist es, dass die Transportverpackung der Zukunft überwiegend mit Sensoren ausgestattet sein wird. Der Bedarf an Informationen über den Zustand der Ware während des Transports wird steigen. „Künftig werden Sensoren gefragt sein, die über Art und Wirkung der Belastung während des Transports Auskunft geben“, sagt Auffermann. Ein in die Verpackung integrierter Sensor könnte beispielsweise physikalische Daten zu Druck, Beschleunigung oder Erschütterung des Pakets im Fahrzeug erfassen, an eine Datenzentrale weiterleiten und so die Unversehrtheit des Packguts überwachen. „Im Idealfall wird der Zusteller sogar gewarnt und liefert das beschädigte Paket mit dem empfindlichen Tablet darin gar nicht erst aus“, so Auffermann. Wolfrum zieht das Fazit: „Noch ist die Logistik 4.0 Zukunftsmusik, doch eines ist jetzt schon klar: Die Wellpappe wird dabei eine zentrale Rolle spielen.“

Für weitere Informationen:
www.wellpappen-industrie.de

Erscheinungsdatum: 18.08.2017

 


 

Weitere Nachrichten in dieser Branche:

22.06.2018 Pilzproduzent bringt neu designte Verpackungs-Label auf den Markt
22.06.2018 Österreichische nachhaltige Verpackungslösungen aus Buchenholz
20.06.2018 ''Großes Interesse für Folien aus Zuckerrohrabfällen''
19.06.2018 Schonend, schön und nachhaltig: Bio-Beerenschalen aus Holzschliff
13.06.2018 Lidl führt die 'Green Bag' ein
07.06.2018 Waitrose-Tomaten jetzt in Schalen aus Tomatenblättern und recyceltem Karton
05.06.2018 Wie T-Shirts geformte Taschen
04.06.2018 Akylux Polyprophylen-Boxen werden zur ersten Wahl für den Transport von Obst und Gemüse
01.06.2018 Verpackungsoptionen für den Schutz von empfindlichen Früchten
29.05.2018 Nachhaltige Etiketten für biologisch abbaubare Verpackungen
25.05.2018 Frische & Nachhaltigkeit: Flexible Verpackungslösungen für Obst und Gemüse
24.05.2018 Würfel aus PET zu 200 Gramm
23.05.2018 Das recycelbare packaging im Obst- und Gemüsesektor zieht: Kompostierbare Idee der Itali'
22.05.2018 Scoby: Ein Verpackungsmaterial das wächst wie Gemüse
18.05.2018 Bio-Obst mit umweltschonenden Verpackungen aus Gras
17.05.2018 Der Tüten-Effekt macht sich im Obstbereich bemerkbar: Rekordhoch für die Verkäufe abgepackter Produkte
16.05.2018 Peru: Biologisch abbaubare Beutel, die auch als Lebensmittel verwendet werden können
09.05.2018 Neues Verpackungssystem bietet logistische Effizienz
04.05.2018 Pilz-Branche verabschiedet sich von Polystyrol
03.05.2018 Einzigartige Lebensmittel-Kiste mit Vorteilen für die Lieferkette fasst Fuß