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Übersicht Weltmarkt Äpfel

Die Folgen der verschiedenen Wettereinflüsse bemerkt man in diesem Jahr in Europa deutlich auf dem Markt. Es werden durch Frost-, Hagel- und Hitzeschäden weniger Äpfel geerntet. Außerdem sind die Kaliber größer, was Mangel an kleinen Äpfeln verursacht. Die Folgen sind allerdings nicht in jeder Region dieselben, wodurch es unterschiedliche Berichte gibt. Auch in Australien hatte das Wetter Einfluss auf die eher in der Saison so positiven Erwartungen. In der VS haben die Erzeuger hier weniger mit zu tun. Produzenten in New York sind positiv über die Saison. Konsumenten in Indien gewöhnen sich immer mehr an andere Sorten und Farben von Äpfeln, was das Potenzial des Marktes vergrößert. 

Europa - gedrückte Stimmung
Mit Ausnahme von Portugal melden alle Länder eine Apfelernte die unter dem mehrjährigen Durchschnitt liegt. Einige Länder ernten wohl mehr als im letzten Jahr, aber damit liegt der Durchschnitt immer noch niedriger, da die Schätzungen für diese Saison bei 9,2 Mio Tonnen steht, das sind 18 Prozent (oder 2,09 Mio t) weniger als im letzten Jahr. Es ist die kleinste Apfelernte seit 2007. 

Der Frost des Frühjahres verringerte nicht nur die Ernte, sondern hinterliess auch Markierungen auf der Schale des Obstes. Dadurch sind die Äpfel nicht so schön. Nach dem Frost schädigte auch die Hitze in Ost- und Südeuropa die Ernte. Italien, Polen und Spanien berichteten außerdem lokale Hagelschäden und Ungarn hatte mit Krankheiten zu kämpfen. 



Deutschland: Äpfel aus eigenem Land bestimmen das Geschehen
Auf dem deutschen Markt sind genug heimische Äpfel verfügbar, vor allem Boskoop, Elstar und Jonagold. Der Konsument will hauptsächlich Cox Orange und Royal Gala. Aus Italien werden momentan vor allem die Sorten Royal Gala und Golden Delicious importiert. Aus Frankreich wurden viel Granny Smith und Braeburg eingeführt. Desweiteren sieht man in der Region Frankfurt in den letzten Jahren auch ungarische Äpfel, namentlich Rinova, Jonagored und Red Jonaprinz. 

Begrenzter Import und Nachfrage nach Äpfeln resultierte in stabile Preise, die an vielen Orten genauso hoch wie in der Vorwoche blieben. Nur in München fielen die Preise einiger Apfelsorten, unabhängig von Herkunft und Menge. Die Preise für die Boskoop schwanken momentan um die 129 Euro für 100 kg. Die Jazz Äpfel aus Frankreich dahingegen sind mit einem Preis zwischen 202 und 208 Euro / 100 kg die teuerste Sorte, die erhältlich ist.

Italien: Handel steht nicht still trotz kleiner Ernte
Die Ernte ist geringer, wodurch es weniger Obst für den Export gibt. Der Großteil der Ernte kommt auf den lokalen Markt. Die Exporteure sitzen aber nicht still. Man organisiert Inspektionsbesuche bezüglich der Protokolle von Vietnam und Taiwan. Auch China hätte Interesse an dem italienischen Obst gezeigt und man plant Besuche von südkoreanischen Inspekteuren. 

Für den Handel besteht das Risiko, dass in der zweiten Hälfte der Saison nicht genug Volumen zur Verfügung steht. Die Preise passen sich an die neue Situation an. Händler melden einen Wachstum auf verschiedenen Exportmärkten.  

Französische Apfelsaison lebt im September auf
Einer Prognose vom 1. Oktober zufolge wird die Apfelernte in diesem Jahr 4% geringer als im schwachen Jahr 2016 ausfallen. Das ist ein Rückgang von 6% gegenüber dem mehrjährigen Durchschnitt. In den südlichen Regionen wurde die Ernte, die früh begann, im September abgeschlossen. Durch das kleinere Angebot von Sommerobst war der Markt für Äpfel im August gut. Beim Start der Saison im September lagen die Preise 6% höher als im Vorjahr und 4% gegenüber dem mehrjährigen Durchschnitt. Vor allem die Ernte des Golden Delicious aus der PACA-Region wird sehr viel kleiner erwartet, -25%. Für die Gala's fallen die Kaliber und Färbung schlechter aus. Die Fläche ist gestiegen, vor allem bei den Gala's. Die Gesamtproduktion ist 9% niedriger als im Vorjahr. 

Im Garonne Tal ist die Ernte erwartungsgemäß durchschnittlich mit einer heterogenen Ernte. Die Kaliber sind durch die Hitze im Sommer kleiner. In Languedoc und Roussillon ist die Ernte im August eine Woche früher gestartet. Obwohl die Ernte 3% größer war, bleibt die Produktion stabil durch eine Abnahme von 3% in der Fläche. Die Verluste in der Pays de la Loire Region sind 8% gegenüber der geringen Ernte im letzten Jahr. Die Ernte der Golden Delicious in der Limousin ist eingeholt. Der Frost resultierte in einen Verlust von 29% und verursachte visuelle Defekte auf den Früchten. Im Rhone Tal ist die Ernte noch im Gange, aber wird das Volumen 14% geringer ausfallen. Die Centre-Val de Loire Region erfährt durch den Frost im April einen Verlust von 3%.

Die Saison begann im August mit Angebot aus dem Süden. Der Start war 10 Tage eher als normal. Die frühe Saison war durch die Konkurrenz des Sommerobstes enttäuschend. Auch auf Exportmärkten war die Nachfrage durch die hohen Lagerbestände begrenzt. Zum Ende der Saison 2016/2017 lagen 18% mehr Äpfel in französischen Lagern als in der vorigen Saison. Ende September nimmt das Angebot zu und kommen mehr Sorten auf den Markt. 



Spanien will vom Apfelmangel profitieren
Der Rückgang im Angebot der europäischen Ernte bietet spanischen Erzeugern Chancen. Die Preise sind für alle Sorten auf dem freien Markt 10 bis 20% höher als letztes Jahr. Es gibt viel Nachfrage nach den Granny Smith. Die alten Golden Delicious sind schnell weg und für was aus Italien importiert wird, bezahlt man einen hohen Preis. Auch in der verarbeitenden Industrie steigt der Preis durch Mangel an Äpfeln. "In diesem Jahr haben wir den kanadischen Markt betreten und fangen wir in Indien an. Der Export in den Nahen Osten und Nordafrika steigt stetig", so ein Händler. Der Händler klagt wohl über die spanischen Konsumenten. Im Gegensatz zu den Verbrauchern in anderen Ländern gibt es kaum Nachfrage nach inländischen Äpfeln. Die Hälfte der Äpfel, die in Spanien gegessen werden, ist Importware. Vor allem Frankreich und Italien haben eine gute Position auf dem Markt. 

Belgien: kleinere Menge, aber süßere Äpfel
Die Menge an Äpfeln in Belgien ist in diesem Jahr kleiner als in den Jahren zuvor. Es handelt sich um 20 bis 30 Prozent im Vergleich zu den Jahren zuvor und das liegt dem Frost zu Beginn des Jahres zugrunde. Was auffällt, ist, das mehr Jonagold-Äpfel als Golden Delicious betroffen sind. Da weniger Äpfel verfügbar sind, bleiben die belgischen Früchte in einem Umkreis von 500 Kilometern. Das kommt, weil es für andere Märkte einfach nicht genug Äpfel gibt in diesem Jahr. 

Die Preise liegen momentan um die 0,80 Euro bis etwas über einem Euro. Laut einem Händler ist dies nicht genug, um die Kosten zu decken. Ein besserer Preis für Äpfel würde um die 1,50 bis 1,80 Euro liegen, obwohl der Händler erwartet, dass die Preise in den kommenden Monaten noch etwas steigen werden. Obwohl in Belgien weniger Äpfel verfügbar sind, sind die Früchte wohl süßer im Geschmack. Das ist der Anzahl Sonnenstunden, die die Äpfel in den Wochen vor der Ernte bekommen haben, zu danken. Auch die Kaliber sind größer als in den Vorjahren.  

Britische Ernte vor allem große Kaliber
Durch den Aprilfrost hat man viel Obst verloren. Infolgedessen fällt das verfügbare Obst größer aus. Das resultiert in einen Mangel kleiner Größen. Die Saison läuft ein bis zwei Wochen vor. Die Supermärkte haben in den letzten Jahren auf Sixpack Verpackungen gesetzt. Nun die Kaliber größer sind, wird es noch eine Herausforderung, um die Äpfel in die bestehenden Verpackungen zu bekommen. "Einige Sorten, wie die Golden Delicious, Granny Smith und Pink Lady werden importiert, um die Nachfrage decken zu können, aber auf dem Festland hat man dieselben Probleme mit den Kalibern", so ein Händler. Man erwartet, dass der Preis für die kleineren Größen steigen wird. Die Ernte ist so gut wie eingeholt. Man pflückt noch ein paar Braeburns, aber die frühen Sorten wie Cox und Gala sind vom Baum. Durch die großen Kaliber ist es wahrscheinlich möglich, um in den Nahen Osten zu exportieren. 

Ukraine profitiert von kleinerer europäischer Ernte
Im ukrainischen Handel bemerkt man eine Zunahme der Nachfrage nach Klasse 1 Äpfeln aus verschiedenen Ländern. Der Wachstum wird allerdings gebremst, da nicht alle Äpfel diesen Anforderungen entsprechen. Einem Händler zufolge ist höchstens die Hälfte der Ernte erster Klasse. Die Erzeuger hatten auch Probleme mit Frost und Hagel, wodurch die Ernte kleiner ausfällt.

Ein Exporteur berichtet, dass er Verträge mit Händlern in Holland, Großbritannien, Tschechien und den baltischen Staaten geschlossen hat. Es handelt sich dann vor allem um die Sorten Granny Smith, Fuji, Pinova, Breaburn und Golden Delicious. Dem Exporteur zufolge besteht auch Nachfrage aus Asien, aber die Märkte sind vorläufig noch unerreichbar, da für den Export noch keine Protokolle erstellt wurden. Der Preis steigt langsam von 0,44 Euro im September nach 0,48 Euro jetzt (ab Werk). 

Polen macht sich keine Sorgen
Obwohl das Land in dieser Saison 23 Prozent weniger Äpfel erntet, berichtet ein Händler, dass er seine Exportverpflichtungen erfüllen kann. Bestehende Märkte wie Zypern und Griechenland werden wieder polnische Äpfel erhalten. Außerdem beginnt man mit Export nach Frankreich, wo ein Kunde Interesse in den Royal Gala hat. Dem Händler zufolge wird es in dieser Saison nicht an Royal Gala's mangeln. Später in der Saison könnten für den Idared, Jonagold und Prince wohl Probleme entstehen.  

Holland und Belgien: Apfelernte noch kleiner als befürchtet
Der Frost hat im niederländischen und belgischen Apfelanbau flink zugeschlagen. Laut Schätzungen der WAPA wurden in Holland 21% mehr und in Belgien 68% weniger Äpfel erwartet und diese Anzahl hat sich während und nach der Ernte noch verschlechtert. Die Erträge per Händler sind daher stark unterschiedlich. Die Stimmung ist gut und auch für den größten Apfel in Holland, dem Elstar, sind die Erwartungen hoch. Das waren die Erwartungen öfter, aber jetzt scheinen sie Wirklichkeit zu werden. Absatzorganisationen betonen, dass sie kritisch sind bezüglich Promotionsanfragen aus dem Einzelhandel, da zu einem bestimmten Moment keine Äpfel mehr da sein werden.
    
VS: postive Stimmung über die Saison
Erzeuger in Washington melden eine gute Saison. Dank einem Wachstum der Fläche werden mehr Honeycrisp gepflückt, wodurch die Saison bis zum Anfang des Sommers 2018 dauern könnte. Die biologischen Äpfel werden immer wichtiger, deswegen machen Erzeuger hierfür Platz. 

Im Staat New York erwarten die Produzenten, mehr Äpfel als im Vorjahr zu ernten. "Im letzten Jahr wurde die Ernte durch Trockenheit getroffen, was in kleinere Kaliber resultierte", erklärt ein Händler. "In diesem Jahr ist es entgegengesetzt." Bei einer ersten Prognose im letzten Monat sprach ein Erzeuger über 20% mehr Volumen. Im Staat Michigan sorgen Produzenten sich über die Politik der Regierung bezüglich Immigranten und Gastarbeiter. Die ausländischen Arbeitskräfte werden abgeschreckt, um in das Land zu kommen, unter anderem wegen der Pläne, um eine Mauer auf der Grenze mit Mexiko zu bauen. Ohne die Pflücker verlieren Erzeuger in dem Staat schätzungsweise Millionen Dollar. In diesem Jahr gab es 45.000 Jobs für die Migranten.

Australien: doch kleineres Volumen
Die Prognose für 2017 war größer, aber in einigen Regionen war das Frühjahr kühler und nasser. Durch Sonnenbrand im Sommer ist das Volumen kleiner als im letzten Jahr. Die meisten Regionen hatten einen kühleren Sommer, wodurch die Wachstumsbedingungen für eine bestimmte Zeit gut waren.  Durch die gute Qualität und die vergleichbaren Volumen fallen die Preise für die Klasse 1 wahrscheinlich geringer aus als im letzten Jahr. 

Indien gewöhnt sich an farbige Äpfel
Der Handel erwartet eine gute Saison für Importäpfel. Der lokale Anbau hat durch Hagel Schaden erlitten. Aber aus der Region Kasjmir meldet man große Volumen. Der Konsument gewöhnt sich immer mehr an die verschiedenen Apfelsorten und Farben. Indische Konsumenten haben eine Vorliebe für die roten Sorten, aber das ändert sich langsam. Wohl müssen die Importregeln verschärft oder besser ausgeführt werden, findet ein Händler. Er sagt, dass es zu viele Äpfel gibt, von denen das Herkunftsland verfälscht wird.

Südafrika: Anhaltende Dürre größte Herausforderung
Die Apfelbäume befinden sich in einem frühen Stadium des Fruchtansatzes. Das ist eine kritische Periode, auch wegen der anhaltenden Dürre am Westkap und Ostkap. Einige Erzeuger haben einen Teil der Plantage aus der Produktion genommen, um das knappe Wasser so gut wie möglich für Bewässerung einzusetzen. Die erste Ernte wird im Januar des nächsten Jahres erwartet. Es ist noch zu früh, um eine gute Prognose für die kommende Saison abzugeben. 

Erscheinungsdatum: 06.11.2017

 


 

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