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Britischer Markt viel weiter als der Deutsche
Was ist der Salat der Zukunft?

Vor 40 Jahren hätte es noch keinen Eisbergsalat in den Supermärkten gegeben. Vor 20 Jahren hat man kaum Convenienceprodukte in den Regalen gefunden und in den letzten Jahren
wurde Salat immer bekannter. Außerdem investieren immer mehr Unternehmen in den Salatanbau auf Wasser in Gewächshäusern und in Kultivierungsfirmen. Ist das der Salat der Zukunft?



Diversität
Die Landwirte von Bayer, von der Gemüse Saatgut Marke Nunhems, setzen sich seit langer Zeit mit dem Thema auseinander. Für Salatspezialist Peter Does ist eine Sache sicher: Wasserbasierter Salatanbau. Er bemerkte, dass die Gewächshauskultivierung immer weiter zurückgeht, wohingegen der Salatanbau auf Wasser und auch in der Erde, als auch in sogenannten Floatern, jedes Jahr ansteigt. "Es gibt eine Nachfrage nach einem sauber und nachhaltig angebauten Produkt. Daher hat diese Methode ein großes Wachstumspotential. Es gibt Installationen mit LED Beleuchtung und wir haben die Erfahrung gemacht, dass das Produkt beliebt unter den Einzelhändlern ist. In Asien ist es beispielsweise schon sehr geläufig." Die Landwirte von Bayer suchen nach neuen Mischungen für die Trios. "Bionda, rossa und Oak Leaf ist eine Standardkombination, das hat sich seit 15 Jahren nicht verändert. Wir suchen nun nach einer vielblättrigen Alternative für diese Mischungen." Der Landwirt bespricht seit Kurzem die neuen Kombinationen mit Einzelhändlern und Verbrauchern. "In den Niederlanden gibt es Nachfrage nach einem traditionellen Produkt. In Kanada bevorzugt man eine Mischung aus hellgrünem, dunkelgrünem und dunkelrotem Salat. Wir können eine bessere Haltbarkeit und ein besseres Gleichgewicht unter den neuen Stämmen garantieren. Die Züchter sind bei der Ernte flexibel, weil die Salatköpfe einheitlich sind."

Convenience
Rijk Zwaan arbeitet aktiv mit dem Salat der Zukunft. Seit Jahren entwickeln sie den Salanova, lebenden Salat. Sie sehen im Bereich "Convenience" noch immer viele Möglichkeiten. "Ein britischer Haushalt gibt im Jahr über 40 Euro für geschnittene Salatprodukte aus, ein deutscher Haushalt etwa 5,50 Euro," erklärte Jan Doldersum beim jährlichen Obst und Gemüse Kongress. "Allerdings sehen wir, dass die Kosten für Convenience Produkte auf dem deutschen Markt stark steigen. Der britische Markt ist schon viel weiter, als der deutsche Markt, der noch immer in den Kinderschuhen steckt. Das birgt Chancen." Rijk Zwaan erforschte, wie die Fertigprodukte gekauft werden. "Die Käufer sind spontaner und häufig Impulskäufe. Einen Unterschied gibt es auch dabei, inwiefern Verpackung, Preis und Frische des Produkts dabei eine Rolle spielen. Roter, bitterer Salat, macht sich im Einzelpack nicht sehr gut, aber in einer Mischung dafür umso besser."

Die Anfänge
Neben den Landwirten, interessieren sich auch Bauern für die neuen Produkte. 2016 begann Bauer Van Dijk, der bisher auf den Gemüseanbau auf offenem Feld spezialisiert war, mit der Wasser basierten Salatkultivierung in einem fünf Quadratmeter großen Gewächshaus. Deliscious and Boer en den Hoedt sind arbeiten bereits seit längerer Zeit mit den neuen Produkten. Und dann gibt es noch die Staay Food Group, die zurzeit Klimazellen für die Fertigprodukt Branche baut. Sie wollen 2017 ihren ersten Salat auf der City Farm in Dronten ernten.

Der wachsende Marktanteil für alternative Salatarten sorgt jedoch nicht nur für eine wachsende Produktion. Es geht auf die Kosten der Marktposition von Eisbergsalat. Eisbergsalat wird seit den 70er-Jahren in den Niederlanden angebaut und macht den größten Teil der holländischen Produktion aus. Dem CBS zufolge boomte das Geschäft 2008/09 mit etwa 2800 Hektar. Wegen der schlechten finanziellen Ergebnisse, ging die Anbaufläche in den folgenden Jahren zurück. 2013 hatte sie mit 2000 Hektar einen Tiefstand erreicht. CBS zufolge gibt es in den Niederlanden inzwischen wieder 2383 Hektar Anbaufläche für Eisbergsalat. Im Sektor gibt es dennoch Gerüchte, dass die Fläche wieder zurückgehen würde, weil der Marktanteil für alternative Salatsorten größer werden würde. Auch Butterhead Salat leidet unter der neuen Zucht. In den Niederlanden sind die exakten Zahlen unbekannt, aber in Deutschland ist die Anbaufläche laut dem Deutschen Thuren Institut, um etwa zehn Prozent jährlich zurückgegangen.

Erscheinungsdatum: 03.01.2017

 


 

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